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Dave Hunt

 

Das Phänomen der Promise Keepers

Die Promise Keepers (PK) mit ihren sieben Versprechungen sind wohl die schnellstwachsende religiöse Bewegung der Geschichte. Die erste Ver¬sammlung von Promise Keepers (»Versprechen-Halter«) fand in Wirk¬lichkeit am Fuße des Berges Sinai statt, als Gott die Zehn Gebote erteilt hatte und Israel versprach, sie zu halten. Diese ersten »Promise Keepers« scheiterten gänzlich mit der Erfüllung ihres Gelöbnisses. An den Zehn Geboten ist überhaupt nichts falsch; aber die Menschen sind einfach un¬fähig, sie zu halten. Dann sind aber sieben weitere Verpflichtungen of¬fensichtlich nicht das, was wir brauchen. Wer hat diese sieben erfunden? Und aufgrund welcher Autorität?

Die PK (die mit Hilfe einer anfänglichen Spende von James Dobson über 10.000 Dollar starten konnten) behaupten, dass Wachstum als Christ »mit bestimmten Versprechungen beginnt … die wir einhalten wollen«. Dann konnten also Christen nicht wachsen, bis es die PK gab? Die Bibel sagt nichts davon, ebenso wenig sind diese »neuen sieben« in der Bibel zu finden. Wenn die Bibel hinlänglich ist, warum brauchen wir dann diese neuen menschlichen Regeln, von denen weder Christus selbst noch Pau¬lus etwas sagten?

PK steckt katholische Ökumene samt ihren okkulten Verbindungen, Rekonstruktionismus/Herrschaftstheologie und geistliche Kriegsführung samt ihrer Offenheit für das Okkulte in einen Topf. Diese Ausrichtung stammt aus ihren Wurzeln in Vineyard. PK-Gründer Bill McCartney besucht eine Vineyard-Gemeinde. Sein Pastor James Ryle ist Mitglied im PK-Führungsgremium und der ehemalige Vineyard-Pastor Randy Phil¬lips ist PK-Präsident. Es war die Vineyard-Bewegung, die uns falsche Propheten, die Toronto-Erweckung und eine Menge weiteren Unsinn beschert hat, zusammen mit den oberflächlichen, wiederholenden Lie¬dern der Praise&Worship-Bewegung – und unter diesem Einfluß stehen die PK. Einer der bedeutendsten falschen Propheten, der die Vineyards stark beeinflußte, war Paul Cain.

Cains erster Besuch bei Wimber in Anaheim wurde angeblich von ei¬nem Erdbeben angekündigt, das er vorausgesagt hatte. Wimber war der¬art beeindruckt, dass Cain sich an der Spitze von Wimbers Prophetenliste wiederfand. Hier eine von Paul Cains schlüsselhaften Prophezeiungen:

Vor etwa 30 Jahren gab der Herr Paul [Caine] eine Vision, die Paul über 100-mal erlebt hat und bis heute immer wieder erlebt. Es ist eine Vision der letzten Tage; überall in den USA werden die Sportstadien mit Tausenden von Menschen gefüllt sein.

In dieser Vision werden Menschen geheilt und Tausende erleben Wunder im Namen Jesu Christi. Menschen kehren in Scharen zum Herrn um und die ganze Nation befindet sich in einer Erweckung. Es hat den Anschein, dass die ganze Erde sich zu Christus wendet.

Fernsehmeldungen berichten von Auferstehungen und Wunderhei¬lungen … Er hört einen Fernsehkoordinator sagen: »Heute Abend gibt es keine Berichte von Sportereignissen, denn alle Stadien, alle Parks und Arenas werden für große Erweckungstreffen gebraucht, voller Menschen, die rufen: Jesus ist Herr, Jesus ist Herr.«

John Wimber und andere Vineyard-Führer bezogen sich häufig auf diese Prophezeiung von Cain und gaben selber ähnliche Prophezeiungen von sich. Die Beziehung zwischen solchen Prophezeiungen und Bill McCart¬neys Traum von stadienfüllenden Promise Keepers führte dazu, dass Letz¬terer von Vineyard-Führern begeistert begrüßt wurde und diese von An¬fang an eine Schlüsselrolle bei den PK gespielt haben.

Und die PK haben Stadien mit noch nie dagewesenen Männermassen gefüllt, die Jesus zujubelten (1996 besuchten mehr als 1 Million Männer die 22 regionalen Massenveranstaltungen – und knapp 3 Millionen bis Ende 1997). Eine solche Bewegung birgt die Gefahr des Emotionalismus in sich. Die Aussagen von Pastor Travers van der Merwe, einem der über 82.000 Besucher des PK-Treffens 1995 in Detroits Silverdome, geben zu denken:

Es war eine fein abgestimmte Gehirnwäsche-Komposition, ausgerich¬tet auf eine Hypnotisierung der Gefühle. Mittels Musik, Videos und laut und schnell sprechenden Rednern wurde die Menge auf einen emotionalen Trip geführt. Einmal sagte der Sprecher: »Willkommen in Woodstock, hier und jetzt … Hier gibt’s ’ne Menge Testosteron …!

Beim Besuch der Promise Keepers wurden meine Emotionen hoch¬geputscht, aber ich wurde nicht mit dem Wort Gottes genährt. Ich wurde nicht näher zu Gott oder seinem Wort gezogen. Das Geschehen war darauf aus, näher zu den Promise Keepers zu ziehen. Meine Emotio¬nen waren stimuliert, aber mein Herz und mein Verstand wurden nicht angesprochen. Hinterher sagte jeder, mit dem ich sprach: »Es war klas¬se.« Aber wenn ich sie fragte, was sie mitnehmen würden, konnten sie nichts antworten. Symbolik übertraf die Substanz.

 


Promise Keepers, Ökumene und Katholizismus

Das 6. Versprechen der PK besagt, dass »denominationelle Barrieren« ignoriert werden (einschließlich der zwischen Katholiken und Evangeli¬kalen). So dringend wird »Einheit« erstrebt, dass es keine Korrektur der Lehre oder Praxis geben kann. Einem Homosexuellen wird nicht mehr gesagt, dass sein Verhalten Sünde ist; er muss einfach »akzeptiert« wer¬den. Im PK-Handbuch schreiben Geoff Forsuch und Dan Schaffer: »Die erste Aufgabe von Männer-Kleingruppen ist es, völlige Akzeptanz zu ler¬nen: kein Verurteilen, kein ›ich hab’ es dir gesagt‹ oder ›du hättest es besser wissen können‹. Keine versteckten Absichten! Ich bin nicht darauf aus, dich zu verändern, und du bist nicht darauf aus, mich zu verändern.« Und doch hoffen sie, die Welt zu verändern!

Das 5. Versprechen ist eine Bitte an die Männer, heimzukehren und ihre Gemeinde zu unterstützen. Diese Bitte wurde öffentlich von der Million Männer erneuert, die am 4. Oktober 1997 in Washington zusam¬mentrafen. In vielen protestantischen Gemeinden gibt es schwerwiegen¬de Verfehlungen. Manche sind abgefallen und praktizieren Okkultismus. Die römisch-katholische Kirche befindet sich seit 1500 Jahren in Abfall und Okkultismus (Kommunikation mit Toten, Fetische und magische Rituale uvm.), und die Stadionereignisse werden von vielen Katholiken besucht. Doch PK ruft die Männer buchstäblich auf, gerade die Kirche zu unterstützen, aus der sie kommen, wie häretisch oder okkult sie auch sein mag. Dass den Katholiken gesagt wird, sie sollen heimkehren und ihre Kirche unterstützen, zeigt, wie uneingeschränkt PK den Katholizis¬mus unterstützt samt allem, wofür er steht. Al Dager schreibt:

Ich kann den »Jesus« der Promise Keepers sehen. Da ist er, er steht am Hang des Berges und ermahnt seine Zuhörer: »Ich möchte, dass ihr alle nach Hause zurückkehrt, in eure Synagogen, eure heidnischen Tempel, und – vergesset nicht – in Pilatus’ Prätorium! Ich möchte, dass ihr in all diesen Feldern Führungsrollen übernehmt und euren Zuhö¬rern verkündet, dass ihr anständige Männer seid, die gelernt haben, sensibel und in Kontakt mit euren Gefühlen zu sein! Aber paßt auf, dass ihr nicht andere verurteilt in dem, was sie glauben.«

Die PK-Führer haben vermieden, die Wahrheit über PKs Beziehungen zum Katholizismus zu sagen. Diese Wahrheit ist jedoch offen bekannt, seitdem am 20. Juli 1997 eine bedeutende katholische Wochenzeitschrift eine Coverstory über die PK veröffentlichte. Hier einige Auszüge:

Die Promise Keepers … haben Schritte unternommen, um noch mehr katholische Männer zu ihren Veranstaltungen zu bewegen …

Bei ihrer Zusammenkunft im März begrüßte das Leiterkomitee der Promise Keepers Mike Timmis als neues Mitglied … einen langjähri¬gen Führer der katholisch-charismatischen Erneuerung.

Bei mehreren Großveranstaltungen in diesem Jahr haben die Pro¬mise Keepers den katholischen Evangelisten Jim Berlucchi als Red¬ner eingesetzt.

Im Juni beherbergten die Promise Keepers ein »katholisches Gip¬feltreffen« in ihrer Zentrale in Denver, wobei katholische ehrenamtli¬che Helfer und Führungspersonen aus dem ganzen Land ausgehorcht wurden. Und Anfang dieses Jahres änderten die Promise Keepers ihr Glaubensbekenntnis und revidierten die Zeilen, die für Katholiken an¬stößig waren …

Als Kritik an dieser Verbindung mit dem Katholizismus laut wurde, »er¬klärten« PK-Sprecher, dass Katholiken zu den Veranstaltungen eingela¬den werden, um sie für Christus zu gewinnen. Wahrheit ist, dass Katholi¬ken von Anfang an von PK als echte Christen akzeptiert wurden. Der Ka¬tholizismus wurde als das wahre Evangelium akzeptiert und die römisch¬katholische Kirche wurde uneingeschränkt unterstützt. »PK-Gründer Bill McCartney sagte kürzlich zu Our Sunday Visitor, dass die uneingeschränkte Einbeziehung von Katholiken von Anfang an seine Absicht war.«

Uneingeschränkte Einbeziehung von Katholiken bedeutet, dass zwischen ihnen und Evangelikalen nicht unterschieden wird. Doch die unterschied¬lichen Lehren verleugnen die Einheit, die PK zufolge angeblich besteht. Die höchste Autorität des Katholizismus, das Konzil zu Trient, verkünde¬te über 100 Anathemata gegen jene, die Roms falsches Evangelium ab¬lehnen – allesamt vom II. Vatikanischen Konzil bestätigt. So jubeln bei PK-Massenveranstaltungen Männer gemeinsam Jesus zu, denen vermit¬telt wird, sie seien eins, wenn in Wirklichkeit die meisten von ihnen für viele andere unter ihnen anathema sind und sie keineswegs im Evangeli¬um oder anderen grundlegenden christlichen Lehren vereint sind! Da sind Katholiken dabei, die okkulte Fetische tragen wie Skapuliere und wundertätige Medaillen, und PK erteilt ihnen die volle Bestätigung. Ka¬tholischen Männern wird gesagt, sie sollen zurückkehren und gerade die Kirche unterstützten, die einen Großteil der anderen Männer dieser Ver¬anstaltung verdammt, die sie umarmt und mit denen sie sich als eins be¬kannt haben! Das Ignorieren dieser Tatsachen untergräbt gerade die In¬tegrität, die PK bei den Männern fördern möchte.

Wenn wir uns der Herausforderung dieser Zeit stellen wollen, müssen wir in Bußfertigkeit zum ehrfurchtgebietenden Gott der Bibel umkeh¬ren, der nicht unsere eigenen Pläne absegnen wird, sondern Überein¬stimmung mit seinem Willen verlangt. In Wort und vorbildlicher Tat müs¬sen wir deutlich machen, dass die Zubereitung für den Himmel nicht das »positive Bekenntnis« eines Pharisäers ist, sondern der Ruf eines Zöll¬ners: »Gott sei mir, dem Sünder, gnädig« (Lk. 18,9-14). Sie liegt nicht in den vielgepriesenen Prophezeiungen, Wundern und Austreibungen de¬rer, zu denen Christus sagen wird: »Ich habe euch niemals gekannt, wei¬chet von mir« (Mt 7,21-23), sondern in der Zusicherung, dass »Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten« (1.Tim. 1,15).

Das Evangelium wird gerade von den Führern kompromittiert, die es eigentlich an vorderster Front verteidigen sollten. Eine emotionale Zele¬bration von noch weiteren 1000 Jahren geistlicher Finsternis und wach¬sendem Okkultismus samt der Verwerfung des Einen, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, wird nur noch das Urteil verschlimmern, das über diese Welt mit all ihren erhofften Plänen und Träumen ausgesprochen wurde.

 

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