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Die Rolle der Frau in der Kirche PDF Drucken E-Mail

Dr. Max S. Weremchuk

 

Die Rolle der Frau in der Kirche (1997)

Bestimmen die Verhaltensweisen und die Ansichten der Welt, was in der Kirche geschieht? Viele Christen haben Elemente aus der Geschäftswelt übernommen um ihre Kirchen und ihren christlichen Dienst populärer oder ‘erfolgreicher’ zu machen. Gewiß, manches kann man von der Welt lernen, aber eigentlich ist es die Kirche, sind es die Christen, die die Welt belehren und ändern müssten - nicht umgekehrt.

Trotz immenser Fortschritte in Medizin, Wissenschaft und Technik sind wir Menschen nicht besser geworden. Haß, Neid, Bosheit, Weiterkommen auf Kosten Anderer, Kriege, Streit, Unterdrückung - das alles hat nicht nachgelassen oder gar aufgehört. Das alles gibt es immer noch. Sollen wir als Christen, die angeblich Gott und Seinen Willen kennen, Ratschläge und Vorbilder übernehmen von einer Welt, die Gott nicht kennt und gegen Ihn handelt? Eine Welt, die, moralisch gesehen, nicht anders ist als vor 2000 Jahren?

Ich glaube nicht, dass der gegenwärtige Streit um die Rolle der Frau in der Kirche sich innerhalb der jetzigen Generation klären wird. Die Sache muss wahrscheinlich zur vollen Blüte kommen um als verkehrt erkannt zu werden.

Dass Frauen über die Jahrhunderte viel Unrecht angetan worden ist, ist unbestreitbar. Es gibt keine Rechtfertigung dafür einer Frau weniger für die gleiche Arbeit zu bezahlen als einem Mann. Frauen als weniger fähig oder kompetent als Männer hinzustellen ist völliger Schwachsinn! Aber die Kirche ist nicht die Geschäftswelt, ist nicht eine Firma. Da gelten andere Prinzipien. Eine Frau in der Geschäftswelt abzuweisen zu Gunsten eines Mannes, nur weil sie eine Frau ist (und eine, die vielleicht sogar fähiger ist als ein Mann) ist verkehrt. Eine Frau nicht zum Prediger- oder Priesteramt zuzulassen ist aber gerechtfertigt - weil es nichts mit Gleichberechtigung oder Kompetenz zu tun hat.

Christen sind oft unterschiedlicher Meinung gewesen. Nehmen wir als Beispiele nur die Ansichten über Taufe oder Prophetie. Wir stellen fest, dass die Bibelstellen bezüglich dieser Themen nicht so eindeutig sind. Es besteht ein gewisser Spielraum. Klipp und klar ist die Sachlage nicht. Kommen wir aber zu der Frage der Rolle der Frau in der Kirche, verhält es sich ganz anders. Hier sind die Aussagen der Bibel klar und eindeutig. Bei dieser Thematik wird aber anders vorgegangen. Hier ist man nicht bemüht, heraus zu bekommen was die Stellen bedeuten, hier ist man bemüht die eindeutigen Aussagen zu entkräften oder ihnen eine ganz andere Bedeutung zu geben als die offensichtliche. Man verwendet Argumente wie: ‘diese Aussagen sind kulturbedingt’ (aber wir werden niemals als Christen angehalten uns an der jeweiligen Kultur zu orientieren, eine sich ständig ändernde Sache); ‘es ist nur Paulus’ Meinung’ (wo hört Menschenwort auf und wo beginnt Gottes Wort?); ‘die fraglichen Stellen sind Zitate anderer, die Paulus eigentlich widerlegen wollte, oder sie wurden viel später von anderen hinzugefügt’ (was ist jetzt Gottes Wort? Kann ich es selbst unterscheiden?); ‘nicht reden heißt eigentlich nicht tuscheln’ (ein schwaches Argument, das nur die überzeugen und beeindrucken kann, die den Gesamt-Zusammenhang und den griechischen Text nicht richtig kennen).

Es ist bemerkenswert, dass diese Einsicht, dass die Kirche und wir Christen allgemein die Rolle der Frau bis jetzt falsch gesehen haben, jetzt kommt. Jetzt, wo die Welt die Rolle der Frau ganz anders betrachtet als früher. Ist es nicht bemerkenswert, dass die Argumente für führende Rollen für Frauen in der Kirche abgeleitet werden von denen, die in der Gesellschaft und in der Geschäftswelt benutzt werden? Ist es nicht bemerkenswert, dass viele Christen diese Ansichten übernehmen, ohne sich wirklich mit den Aussagen der Schrift auseinanderzusetzen um in der Welt anzukommen, um nicht abgelehnt zu werden als Spinner? Bestimmt jetzt die Welt, die nichts von Gott und Seinem Wort hält, christliches Verhalten?

Oder ist es anders? Sind wir Christen nach 2000 Jahren Geschichte geistlicher geworden? Sind wir erwachsener? Sind wir dem Herzen Gottes näher gekommen? Verstehen wir das Wort Gottes besser, weil wir ein so inniges Verhältnis zu Christus haben? Sind wir deswegen zur der Ansicht gekommen, dass führende Rollen Frauen zustehen? Gemessen an der Arroganz, die viele aufweisen, die das Predigeramt für Frauen durchsetzen wollen, bezweifle ich das. (Vergleiche 1. Petrus 3:3-5.) Viele Befürworter für Frauen im Amt kennen sich in ihrer Bibel nicht gut aus.

Aber sagen wir, dass die Befürworter Recht haben. Sagen wir, die Kirche, wir Christen, haben 2000 Jahre die Rolle der Frau falsch verstanden. Dann reicht es bei weitem nicht aus, hier und da Frauen zum Prediger oder zur Bischöfin zu ordinieren. Nein! Wenn es wahr ist, dann müssen wir Männer uns bei den Frauen entschuldigen und weltweite Gebetstreffen einberufen, wo wir unsere große Schuld vor Gott bekennen und um Vergebung bitten. Wenn die Katholische Kirche um Vergebung bitten kann, wenn Deutsche immer wieder angehalten werden Auschwitz zu bedauern, dann ist es zwingend um Vergebung zu bitten für das Schreckliche, was wir Männer den Frauen in der Kirche angetan haben. - Wenn die Befürworter Recht haben.

Haben sie Recht?

Wenn wir unsere Bibeln nehmen würden, Altes und Neues Testament, und alle Stellen entfernen würden, wo Frauen eine aktive Rolle spielen, hätten wir keine vollständige Bibel mehr. Etwas sehr Wesentliches würde fehlen. Wir hätten keine Offenbarung Gottes mehr! Frauen haben immer eine wichtige Rolle gespielt, ohne Führer zu sein. Dass Frauen in alttestamentlichen Zeiten unterdrückt wurden, bedeutet nicht, dass die Bibel diesen Sachverhalt jemals billigte. Frauen hatten eine andere Rolle zu spielen als Männer, aber keine minderwertigere. Nur eine andere. Wert hängt nicht von der Rolle ab. Als Mann kann ich kein Kind zur Welt bringen, bin aber deswegen nicht weniger Mensch als eine Frau, die es kann. Minderwertigkeit oder Unterdrückung ist gar nicht zu erkennen in der Lobeshymne auf die Frau in Sprüche 31. Die meisten Christen sind mit diesem Abschnitt nicht vertraut und sprechen dennoch von Unterdrückung der Frau im Alten Testament!

Dass es im Alten Testament Ausnahmen gab, wo eine Frau wie Debora Prophetin war und eine führende Rolle einnahm, ist keine Rechtfertigung Frauen als Priesterin oder Pastorin in den Kirchen einzusetzen. Dass Gott eine Frau benutzte, weist auf die schlechten Zustände hin und auf die Schwäche der Männer zu der Zeit. Gott ist niemals verlegen, wenn wir unsere Aufgaben nicht wahrnehmen. Das Neue Testa¬ment ist voll von Beispielen, was Frauen taten oder tun sollten, aber keine dieser Stellen hat mit führenden Aufgaben wie Ältesten oder Pastoren zu tun.

Genau genommen ist es eigenartig, dass, um in der Geschäftswelt weiterzukommen, um Karriere zu machen, Frauen sich Männern doch unterwerfen. Unterwerfen, indem sie Gleichberechtigung haben wollen in Bereichen, die Männer als wichtig definiert haben! Frauen verlieren ihre Einzigartigkeit, indem sie ihre Identität in einer von Männern bestimmten Welt suchen. Sie wollen einen Platz in dem von Männern erschaffenen System. Sie verwirklichen nicht, was es heißt, Frau zu sein, etwas Besonderes und Einzigartiges, sondern sie beweisen nur, dass sie auch so sein können wie Männer! In der Kirche ist diese Vorgehensweise verheerend, denn die Kirche ist ein ‘Produkt’ Gottes, nicht des Menschen. Es gibt Aufgaben in der Kirche, die nur von Frauen getan werden können (z.B. Titus 2:3-4), aber solange Frauen versuchen Männer zu sein, werden diese Aufgaben nicht erfüllt (wir Männer kriegen sie nicht hin) und die Kirche leidet.

Bemerkenswert ist, dass das Neue Testament die stärksten Aussagen über Frauen und ihre Aufgaben macht. Argumente, dass die Vorherrschaft der Männer im Alten Testament eine Folge des Sündenfalls war, aber dass jetzt, durch die Gnade, alles aufgehoben ist und es in der Gemeinde auf Begabung ankommt (wie in der Wirtschaft), sind keine. Erst im Neuen Testament wird klar formuliert, dass Frauen keine führende oder leitende Rolle in der Gemeinde einnehmen dürfen!

Wenn die Führungsstellung von Männern in der Kirche als Überbleibsel des Sündenfalls angesehen wird, hat man etwas Grundlegendes in Gottes Wort nicht verstanden. Laut 1. Mose 3:16 ist das Verlangen der Frau nach ihrem Mann eine Folge des Sündenfalls. Wahrscheinlich ist diese Aussage, da es ein Teil des Fluchs ist, so zu verstehen, dass die Frau begehrt oder verlangt nach dem, was dem Mann gehört. Sie will die Herrschaft, die er hat, aber er wird über sie herrschen. Aber in der Kirche wird nicht geherrscht! (Markus 10:42-44; 1. Petrus 5:3.) Ein Prediger oder Pastor soll nicht ‘herrschen’ über die Gemeinde, und wenn er Autorität hat, (und das gibt es: z.B. Hebräer 13:17), dann nicht mehr über die Frauen als über die Männer in seiner Gemeinde. Eigentlich ist das moderne Verlangen von Frauen nach der Stellung und Aufgabe des Mannes in der Kirche eine Folge des Sündenfalls.

Laut der Bibel tragen die Männer - weil sie Christus repräsentieren - die Verantwortung in der Gemeinde, in der Kirche, und werden dafür Rechenschaft abgeben müssen. Nicht weil Frauen es nicht könnten oder minderwertig sind, sondern weil Gott es so will. Gott will etwas dargestellt haben. Jeder von uns hat eine verschiedene, aber sehr wichtige und unverzichtbare Rolle zu spielen. Die Frauen repräsentieren die Gläubigen, die Gemeinde. Wenn dies einfach umgangen wird, ist das Bild, das, was Gott dargestellt haben will, zerstört. Dann sind wir nicht mehr Kirche, sondern Verein oder Firma.
Aber vielleicht ist es wirklich so. Wir als Christen haben uns so weit von Christus und Seinen Gedanken entfernt - meinen es besser zu wissen, auch in Seinem Namen - dass dieses Bestreben, das Bild zu ändern, dem entspricht, was wir geworden sind. Es ist aber nicht das Volk Gottes aus der Bibel. Es ist nicht die Kirche Jesu Christi! Wir hören nicht mehr auf Christus und Sein Wort. Wir tun Seinem Wort Gewalt an, so dass es das sagt, was die Welt sagt. Die Welt sagt uns jetzt, wo es in der Kirche lang geht und nicht mehr der Herr.

 

Die Hervorhebungen habe ich vorgenommen. Horst Koch, Herborn, den 13. 1. 2008

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