Ralph Franklin Keeling

 

Schreckliche Ernte

 

- Der Nachkriegs-Krieg der Alliierten gegen das deutsche Volk -

 

“Wenn es zum Krieg kommen sollte, und welche Seite auch immer den endgültigen Sieg erringen mag, ist nichts sicherer, als daß für Sieger und Besiegte gleichermaßen, das Ergebnis eine schreckliche Ernte an Elend und Leid sein wird.“

- PRIME MINISTER NEVILLE CHAMBERLAIN - 31. Juli 1939 im Unterhaus -

 

 

Mit kaltem Blut . . .

Am 8. Mai 1945 – V-E Day – endete das Schießen. Aber furchtbarerweise ging der Krieg gegen Deutschland weiter. Roosevelt, Churchill und Stalin hatten beschlossen, daß das deutsche Volk leiden sollte - und es litt. Vertrieben aus ihren Häusern, ihr Eigentum geplündert, dezimiert durch Verhungern und Krankheiten, vergewaltigt, beraubt und versklavt, hatten die Deutschen - zumeist Frauen und Kinder - die volle Wucht dessen, was das Time Magazin als "den entsetzlichsten Frieden der Geschichte" bezeichnete, zu ertragen.

Schreckliche Ernte war eines der ersten Bücher in Amerika, das gegen den Nachkriegs-Krieg der Sieger gegen die Deutschen die Alarmglocke schlug.

Dieser gut unterrichtete Klassiker, der angefüllt ist mit Dokumentationen aus jener Zeit sowie voll von menschlicher und patriotischer Empörung, wagt es, die schmachvolle Geschichte darüber zu erzählen, wie amerikanische und alliierte Parteiideologen die politische, wirtschaftliche und soziale Vernichtung des deutschen Volkes unternahmen, sogar als sie diesem Volk Unterricht in "Gerechtigkeit" und "Demokratie" erteilten.

Heute, wo der Propagandakrieg gegen die Deutschen in den Medien und im akademischen Leben weitergeht, erzählt "Schreckliche Ernte" eine Geschichte von größter Wichtigkeit, die nicht unterdrückt oder vergessen werden darf.

- Erste Veröffentlichung 1947 vom Institute of American Economics (Chicago). Diese IHR Ausgabe veröffentlicht im Juni 1992 vom Institute for Historical Review -

 

Inhaltsverzeichnis

 

Kapitel I: Kriegszerstörung

Kapitel II: Ausrottung durch Überbevölkerung

Kapitel III: Die Arbeitssäule wird niedergerissen

Kapitel IV: Der Angriff auf deutsches Kapital

Kapitel V: Vermischung der deutschen Rasse

Kapitel VI: Das Volk hungert

Kapitel VII: Wirtschaftliche Sorgen

Kapitel VIII: Erziehung in umgekehrter Demokratie

Kapitel IX: Das Programm des Kremls

Kapitel X: Tatsachen, denen wir ins Auge sehen müssen

- Vorliegend eine von mir vorgenommene leichte Kürzung. Horst Koch, Herborn -

 

Einführung des Verlegers zur Ausgabe 1952

 

Das Buch von Ralph Franklin Keeling Schreckliche Ernte  (Gruesome Harvest) erschien im Jahre 1947.

Zu der Zeit, als das Buch geschrieben wurde, war das besiegte und geteilte Deutschland von den Armeen seiner Eroberer besetzt. Deutsche Städte waren Trümmerhaufen; seine Wirtschaft ein verzweifeltes Kratzen ums Überleben; seine Menschen apathisch, zynisch, demoralisiert. Jedoch innerhalb von einigen Jahren erstand aus den Ruinen ein neues Deutschland oder besser zwei neue Deutschlands. Die Währungsreform von 1948 und die Errichtung der Bundesrepublik Deutschland legten den Grundstein für das wohlhabendste und "demokratischste" Deutschland in der Geschichte. Es stimmt, daß die Deutsche Demokratische Republik in der Sowjetzone im Osten und noch mehr das geteilte Berlin ein Symbol der Teilung und das Spektrum für die Rivalität im Kalten Krieg zwischen den beiden nuklearen Supermächten blieben. Man sollte annehmen, daß mit den erregenden Ereignissen, die mit dem spontanen Niederreißen der Berliner Mauer am 9. November 1989 begannen und im totalen Zusammenbruch des Kommunismus und der Vereinigung der Bundesrepublik Deutschlands mit der Deutschen Demokratischen Republik ihren Höhepunkt fanden, die kurzen, bitteren Jahre der Nachkriegserschöpfung ins wohlverdiente Land der Vergessenheit verbannt worden wären.

Warum dann die Wiederveröffentlichung dieses Buches mit seinem Fokus an etwas mehr als zwei Nachkriegsjahren, mit seinem reißerischen Untertitel Der Alliierte Nachkriegskrieg gegen das Deutsche Volk. Genau darum, weil diese beschämende Periode, von den Amerikanern vergessen und von den Deutschen unterdrückt, verdient, zurückgerufen zu werden, um zu zeigen, was wirklich passierte, nicht wie das Wunschdenken es haben möchte.

Amerikaner von heute, die von den Standardakademikern und beliebten Historikern unterrichtet wurden, verbinden die amerikanische Nachkriegsrolle in Deutschland vor allem mit zwei Ereignissen, beide mit höchstmöglicher Selbstbeglückwünschung interpretiert: Die Nürnberger Prozesse und der Marschallplan, mit denen, Dank der amerikanischen Großzügigkeit, die Menschen in Deutschland in der Lage waren, eine freie Gesellschaft und eine freie Wirtschaft wieder aufzubauen.

Unsere Landsleute erinnern sich zwar an den Marschallplan, haben dagegen seinen Vorläufer, den Morgenthauplan vergessen, der von dem Finanzminister während des Krieges, Henry Morgenthau und seinem engsten Berater, Harry Dexter White, ausgearbeitet wurde und auf eine dauerhafte Zerstörung von Deutschlands industriellem Herzen abzielte, mit - als seiner unausweichlichen Konsequenz - Hungertod und Krankheiten von Millionen und Abermillionen von Deutschen. Wie Schreckliche Ernte klar zeigt und kürzliche Studien weitgehend dokumentiert haben, bildete Morgenthaus und Whites Plan für Völkermord die Grundlage für Amerikas hauptsächliche Weisungen für die Besatzungspolitik, JCS 1067, vom Beginn der Besatzung an (für eine kürzliche Untersuchung s. "Der Morgenthauplan und das Problem von Pervertierung der Politik", The Journal of Historical Review, Herbst 1989).

Indem er größtenteils Berichte und Reden dieser Minderheit von amerikanischen Journalisten und Staatsmänner heranzieht, die mutig die anfängliche Nachkriegs-Besatzungspolitik ihrer Regierung ablehnten, demonstriert Autor Keeling in Schreckliche Ernte weitgehend die Auswirkungen dieser Politik während der zwei Jahre, die dem "V-E Day" folgten. Gewaltsame Vertreibung aus den Ländern ihrer Vorfahren und Diebstahl ihrer Häuser und ihres Eigentums; Diebstahl von Kapital in großem Umfang und ungeheure Ausnutzung für Sklavenarbeit; Mißhandlung von Frauen von Gruppenvergewaltigung zu Schwarzmarkt-Konkubinat; Zensur, Bücherverbrennung, Konzentrationslager, Sippenhaft, Berufsverbot und andere "Nazi"-Praktiken, waren im besetzten, "entnazifierten" Deutschland von 1945 bis 1948 an der Tagesordnung.

Andere Studien, die auf dem Zugang zu Dokumenten basierten, die Keeling oder anderen Schriftstellern 1947 nicht zur Verfügung standen, haben die schockierenden Enthüllungen in Schreckliche Ernte bestätigt und erweitert. Alfred de Zayas Nemesis at Potsdam (die deutsche Übersetzung hat den Titel: Die Anglo-Amerikaner und die Vertreibung der Deutschen [d.Übersetzer]), James Bacque Other Losses (Andere Verluste) [und Crimes and Mercies: Das Schicksal der deutschen Zivilbevölkerung unter der alliierten Besatzung 1944-1950, d.Ü.], und zahlreiche andere Historiker haben darüber hinaus die überwiegende Rolle bestätigt, die die offizielle U.S. Politik bei diesen beschämenden Ereignissen spielte.

Es sollten hier einige Punkte über den Morgenthauplan und die allgemeine U.S. Besatzungspolitik gemacht werden. Erstens, der Morgenthauplan, der hauptsächlich von Morgenthaus Assistenten Harry Dexter White ausgearbeitet wurde, der später bei Anhörungen im Kongreß als Sowjetagent identifiziert wurde, bildet einen Teil der Fortführung der amerikanischen und alliierten Kriegs- (und wohl auch der Vorkriegs) Politik: Sie war weit davon entfernt, nur ein Instrument der Rache als Antwort auf "Nazi" Untaten zu sein (ungeachtet dessen, daß die hauptsächlichen Autoren beide jüdisch waren). Jahre unaufhörlicher antideutscher Propaganda, die sich mehr oder weniger offener offizieller Unterstützung erfreute; Franklin Delano Roosevelts bewußte Mißachtung der Neutralität Amerikas durch seine Parteinahme und Hilfe für die Alliierten, eingeschlossen die Sowjetunion; seine lange Kampagne, Deutschland in den Krieg im Atlantik zu verwickeln; indem sie Roosevelts Führung folgten, das Bestehen der Alliierten auf Deutschlands "bedingungsloser Kapitulation"; die Alliierte Politik des Massenmordes deutscher Zivilisten aus der Luft; und die geheime Konferenz während des Krieges, bei der Roosevelt, Churchill und Stalin das Komplott der Teilung der Beute nach Deutschlands Zusammenbruch schmiedeten: Alles das waren die logischen und tatsächlichen Vorboten für das Flirten der amerikanischen Regierung mit dem Völkermord in Deutschland in den ersten Jahren der Besatzung. . . .

Was die Gegenwart und Zukunft angeht, sollte daran erinnert werden, daß die deutsche Nation Gegenstand - vor allem intellektuell und psychologisch - in einem Wertesystem und einer Geschichtsauslegung bleibt, die ihm während der Besatzungsjahre aufgezwungen wurden. Diese vorgeschriebene Vergangenheitsbewältigung schreibt vor, daß praktisch alles, was die Deutschen von 1933 bis 1945 taten, schändlich oder verbrecherisch war, fortgesetzt in den Schulen unterrichtet, in den Medien hinaustrompetet und der durch Zensoren, Polizei und Gerichte Nachdruck verschafft wird. Der daraus resultierende Alpdruck von Schuld wird regelmäßig von Deutschlands Feinden heraufbeschworen, um solche Schwindelgeschäfte wie die endlose "Wiedergutmachung" von Kriegsverbrechen (wirklichen und ausgedachten) und die Unterhaltung von Hunderttausenden von "Asylsuchern" aus der Dritten Welt auf Kosten der Öffentlichkeit zu finanzieren.

Man sollte hoffen, daß Schreckliche Ernte die Amerikaner mit der Ungerechtigkeit einer Politik bekanntmacht, die auf die Zerstörung einer Nation und eines Volkes abzielte und es sollte ein Trost sein, daß es Beweise dafür gibt, daß viele Amerikaner in der Tat der Forderung nach Vernunft und Anstand leidenschaftlich Ausdruck gaben.
T.J. O'Keefe, April 1992

 

Vorwort

Ein Jahr nach der Veröffentlichung der Potsdamer Erklärung, verließ Außenminister Byrnes plötzlich die Pariser Friedenskonferenz und ging nach Stuttgart, wo er versuchte, dem deutschen Volk die amerikanische Politik einem besiegten Reich gegenüber zu rechtfertigen.

Diese Bereitschaft, einer deutschen öffentlichen Meinung Wert zuzubilligen, bezeichnete einen fundamentalen und willkommenen Wendepunkt in unserer offiziellen Haltung, weil wir zuvor unsere Mission in Deutschland unter äußerster Mißachtung dessen, was die Deutschen von uns denken könnten, durchführten.

Der Wechsel kam nicht aus einer neuerlich entdeckten Zuneigung für unsere besiegten Untertanen. Mr. Byrnes legte seinen Finger auf den wirklichen Grund, als er sagte: „Es ist nicht im Interesse des deutschen Volkes oder im Interesse des Weltfriedens, wenn Deutschland eine Schachfigur in einem militärischen Machtkampf zwischen dem Osten und dem Westen werden würde."

Das war genau das, was bereits passiert war. Zu spät stellten wir fest, daß, während wir geschäftig und blind das deutsche Volk mit der Durchführung eines der brutalsten Friedensprogramme, das jemals einer besiegten Nation aufgezwungen wurde, uns entfremdeten, war Rußland, das uns angestachelt hatte, stillschweigend bei der Vorbereitung, als sein Champion aufzutreten und ihm durch die Errichtung eines kommunistischen Reiches einen Weg zur Flucht vor uns anzubieten und es der Sowjetunion einzugliedern. Dies war im Juli in Paris von Molotow klargemacht worden.

Deutschland ist mehr als nur eine Schachfigur im Machtkampf zwischen dem hinsichtlich der Welt ehrgeizigen kommunistischen Rußland und dem Westen - es ist der Hauptpreis. Der Weltkommunismus war schon lange begierig auf Deutschland als dem leuchtendsten Juwel in seiner Krone. Der Kreml weiß und wir wissen, daß vor der vereinten Macht von Sowjet-Rußland und einem wiederbelebten Reich das ganze Europa fallen müßte.

Eine solche Möglichkeit kann von Britannien nicht toleriert werden, das, mit einem feindlichen Europa im Rücken, seine Existenz bedroht sehen würde.

Vereinigung von Sowjet-Rußland und einem sowjetisierten Deutschland würde Krieg bedeuten. Um Krieg zu vermeiden, müssen wir darum verhindern, daß Rußlands Plan Früchte trägt. Daher ist es nötig, daß wir Deutschland auf unsere Seite ziehen und es dort halten.

Die Situation erfordert eine gründliche Überprüfung unseres deutschen Programms, die gefolgt sein muß von Änderungen, die erforderlich sind, einen anständigen Frieden herzustellen und die Deutschen davon abzuhalten, aus Verzweiflung zu den Russen überzugehen.

Die Zeit ist gekommen, vergangene Fehler offen zuzugeben und mutig den harten Tatsachen ins Auge zu sehen. Es ist für das amerikanische Volk notwendig, sich mit dem, was vorgegangen ist, vertraut zu machen und dafür zu sorgen, daß ordentliche Schritte zur Berichtigung unternommen werden und umgehend unternommen werden.

Dieses Buch ist als Beitrag zu diesem Zweck gedacht. Es legt mit einfachen Worten dar, was sich in Deutschland zugetragen hat, weil diese Kenntnis unbedingt erforderlich ist, sowohl um den deutschen Gesichtspunkt zu verstehen, als auch sich mit dem status quo bekanntzumachen, von dem aus wir mit Hilfsmaßnahmen weitergehen müssen. Es umreißt die Natur von Rußlands Plan zusammen mit einer Beschreibung der Fehler, die wir dadurch gemacht haben, daß wir so weit in die Falle gegangen sind. Und schließlich bringt es einige Vorschläge für eine Friedensregelung mit Deutschland, die zugleich gerecht und dauerhaft sein würde.

 

Einführung

 In Jalta auf der Krim trafen sich die Herren Churchill, Roosevelt und Stalin, um das Schicksal Europas zu entscheiden und gaben in ihrer gemeinsamen Erklärung feierlich bekannt: "Es ist nicht unsere Absicht, das deutsche Volk zu vernichten."

Und in Potsdam erklärten die Repräsentanten der Großen Drei abermals in einer gemeinsamen Bekanntgabe, die von den Herren Stalin, Truman und Attlee unterschrieben wurde, öffentlich: "Es ist nicht die Absicht der Alliierten, das deutsche Volk zu vernichten oder zu versklaven."

Trotz dieser und anderer Versicherungen, bedeuteten die Potsdamer Entscheidungen, daß die Deutschen auf sich selbst gestellt sein würden und, nachdem die notwendigen Mittel fürs Überleben zerstört worden waren, Hilfe von außen zu verbieten. Das konnte nur ein Ergebnis haben: Deutschland und die Deutschen auszulöschen.

Das Leben jeder Nation wird durch drei Hauptsäulen gestützt: Land (alle natürlichen Quellen), Arbeit (Muskeln und Hirn) und Kapital (Produktionsanlagen und Ausstattungen). Wenn man eine davon zerstört, wird die Nation in eine Katastrophe gestürzt.

Wir sind schuldig, in Deutschland alle drei zerstört zu haben.

Der Krieg startete den Prozeß, indem die Blüte von Deutschlands Manneskraft zerstört, Städte, Fabriken, Eisenbahnlinien zertrümmert wurden und der Boden durch die fünf Jahre lange Einstellung von Düngerproduktion erschöpft war. Und ein gleichermaßen unterdrückender Krieg ist gegen das deutsche Volk seit seiner bedingungslosen Kapitulation durchgeführt worden. Die Kraft des den Unterhalt bestreitende Landes wurde durch den Verlust lebenswichtiger Gebiete unterminiert, was gefolgt war von Überbevölkerung durch den Zustrom von Millionen von Deutschen, die aus den verlorenen Gebieten und aus der Tschechoslowakei und Polen in das geschrumpfte Reich ausgewiesen wurden. Industrielle Kapitalquellen wurden durch den Verlust aller Produktionsstätten in den von den Eroberern eingenommenen Gebieten sowie einem gigantischen Plünderungsprogramm weiterhin verringert, das höflich als "Deindustrialisierung" und "als eine Art Wiedergutmachung" bezeichnet wurde. Die Arbeitskräfte waren weiterhin durch die Versklavung von Millionen und von weiteren Millionen, die im Zuge der "Denazifizierung" aus verantwortungsvollen Posten entfernt wurden, verringert und durch Unterernährung, die die arbeitenden Menschen an ihren Arbeitsplätzen in Ohnmacht fallen ließ, geschwächt worden. Sogar die deutsche Rasse selbst war durch ein Programm von Massenverstößen gegen die Mutterschaft, die bedingungslos kapituliert hatte, angegriffen worden.

Das Ergebnis ist, daß Deutschland nun erschöpft am Boden liegt und seine Menschen dem Hungertod ausgeliefert sind. Als sie anfingen, in Massen zu sterben, wurde endlich entschieden, daß es nötig war, Nahrungsmittel einzuführen - leider kaum genug, die großen Massen von Menschen in der Zwielichtzone zwischen Leben und Tod zu halten. Ihre Agonie und Verzweiflung wurden bis zur höchstmöglichen Grenze des menschlich Ertragbaren aufrechterhalten.

Die folgenden Seiten zeichnen auf, was Time Magazin zutreffend als "Den entsetzlichsten Frieden der Geschichte" bezeichnet hat, einen Frieden, der voll und ganz erklärt, warum viele Deutsche bereit sind, sich dem Kommunismus zuzuwenden. Weil, seltsamerweise, unser modernes Zeitalter, das uns die Atombombe brachte, ebenfalls die Geburt von Nationen mit sich gebracht hat, die auf Kosten ihrer Alliierten in der Lage sind, aus der Produktion menschlichen Leidens Profit zu ziehen.

 

 

Kapitel 1

Kriegszerstörung

Die Zerstörung des Reiches durch totale Kriegführung war allein schon genug, ernstliche Zweifel an Deutschlands Fähigkeit aufkommen zu lassen, nach dem Kriege zu überleben. Niemals zuvor in der Geschichte sind die lebenserhaltenden Resourcen einer Nation so durch und durch zerstört worden. Als er vom Sieg in Europa zurückkehrte, erklärte General Bradley, "Ich kann Ihnen sagen, daß Deutschland bis zum äußersten zerstört worden ist."

Die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation hatte die Deutschen gezwungen, bis zum bitteren Ende zu kämpfen, bis ihre Städte in mit Toten angefüllte Trümmer pulverisiert und die Fabriken, Eisenbahnen, Kanäle, Dämme, Starkstromanlagen, Kommunikationsanlagen, Gebäude, Häuser - alle freistehenden Einrichtungen - in Haufen von verbogenen, schwelenden Ruinen verwandelt worden waren.

Der glühende Eifer der Alliierten, alles was deutsch war zu zerstören, war von General Eisenhower mit der Ruhr-Offensive zum Ausdruck gebracht worden.

"Unsere Hauptabsicht," erklärte er, "ist die Eliminierung von so vielen Deutschen wie möglich. Ich erwarte, daß jeder Deutsche westlich des Rheins und in dem Gebiet, das wir angreifen, eliminiert wird."

Die Fähigkeit der Alliierten zu vernichten wurde überwältigend, nachdem der amerikanische Industriekoloß von Friedens- in Kriegsproduktion umgewandelt worden war. Die amerikanische Produktion übertraf bald die aller anderen kriegführenden Teilnehmer zusammengenommen und wurde zweimal so groß wie die Kapazität der dem Untergang geweihten Achsenmächte. Erstaunt über die amerikanische Stärke, bekannte Hermann Göring seinen Gefängniswärtern gegenüber: "Die industrielle Kraft Amerikas ist etwas, das sich niemand im Traum hätte vorstellen können."

Einen Blick auf Amerikas zerstörende Kraft, als es sich dem grausamen Geschäft der Massenherstellung von Tod und Zerstörung verschrieb, gewährt folgende Beschreibung eines Kriegskorrespondentenvon der Frontlinie:

„Eine verheerende Welle von explodierendem, splitterndem Stahl zerriß die Erde vor uns, und es schien als sei das Ende der Welt nahe. Die Amerikaner sprengten einen Pfad für ihre Vorwärts-Offensive. Mann und Tier erzitterten in ihrem Pfad. Ganze Städte bröckelten auseinander. Leben schien von der Szene zu verschwinden. Es war die furchterregendste, zerstörerischste Kraft von Kriegführung, die Deutschland je erlebt hatte. Und es war ein Symbol für das, was kommen sollte, als die 1. US Armee diesen verheerenden Schlag innerhalb der Grenzen Deutschlands auslöste.

Stundenlang bombardierten mehr als 2.000 Bomber und Hunderte von Kanonen die deutsche Landschaft und brachten die Erde vor dieser mächtigen von Menschen hergestellten Kraft zum Tanzen. Wenn die Schweren und Halbschweren im Umkreis von Meilen kein Erdbeben erzeugten, bereitete unsere massierte Artillerie denen da draußen die Hölle. Sie feuerten durchschnittlich alle 15 Sekunden eine Runde und vernichteten jedes erdenkliche Hindernis auf dem Weg. Minenfelder gingen in die Luft, als wären sie von einem elektrischen Strom getroffen worden....“

„Groß wie sie war, die Zerstörung bei den Grundkämpfen verblaßte im Vergleich zu der, die durch unsere gigantischen Luftangriffe angerichtet wurde. Die beiden Atombomben, die auf Japan geworfen wurden, mögen dramatischer gewesen sein, sie konnten aber kaum zerstörender gewesen sein, als die Millionen von Phosphor-, Feuer- und die "großen Bomben", die auf Deutschland fielen. Zum Schluß benutzten wir 11-Tonner, von denen die Besatzungen sagten, daß ihre Flugzeuge über 100 Fuß in die Höhe sprangen, wenn die riesigen 25 Fuß großen Geschosse freigegeben wurden ..."

Während des Krieges wurde mehr Gewicht an Bomben auf Berlin geworfen, als auf ganz England. Der Ruin war so groß, daß General Eisenhower sich gezwungen sah zu sagen:

„Ich habe während des Krieges gesehen, wie viele große technische Aufgaben gelöst wurden - wie das Räumen des Hafens von Cherbourg - aber ich wüßte nicht, wo ich in Berlin mit dem Wiederaufbau anfangen sollte.“

Ein amerikanischer Autor, der bei der ersten Gruppe von Korrespondenten war, die die Erlaubnis hatte, mehr als 24 Stunden in der zerstörten Metropole zu verbringen, schrieb:

„Die Hauptstadt des Dritten Reichs ist ein Hügel von hohlen, ausgebrannten Gebäuden. Es ist eine Wüste mit hunderttausend Dünen von Ziegeln und pulverisiertem Mauerwerk. Darüber hängt ein durchdringender Geruch von Tod... Es ist unmöglich, bei einer Beschreibung die Zerstörung zu übertreiben... Die Innenstadt Berlins sieht nicht aus wie etwas, das ein Mensch hätte ersinnen können. Bei der Fahrt durch die berühmte Frankfurter Allee, sah ich kein einziges Gebäude, in dem man auch nur ein Geschäft zum Verkauf von Äpfeln hätte einrichten können.“

Viele deutschen Städte mit einer Bevölkerung von über 50.000 waren von 50 bis zu 80 Prozent zerstört.Dresden, so groß wie Pittsburgh, war vollkommen ausgelöscht und fast alle der 620.000 Einwohner unter den Ruinen begraben. Köln, mit einer Bevölkerung von 750.000 war in eine gigantische Wüste verwandelt worden. Hamburg mit seinen 1.150.000 Menschen wurde durch ungeheure Angriffe vernichtet, wo bei einem die Flammen eine Meile in den Himmel schossen und Hunderttausende von Zivilisten bei Straßentemperaturen von Tausend Grad lebend brieten. Frankfurt am Main, eine Stadt von 500.000, wurde in einen Schutthaufen verwandelt. Alle Städte und Industriegebiete, wie das Ruhrgebiet und das Saarland, wurden verwüstet.

Die Geschichte von Kassel ist typisch für die Tragödie, die andere befiel:

„Über Hundertmal rannten die Menschen von Kassel voller Angst zu den Luftschutzkellern, wenn riesige britische und amerikanische Flugzeuge ihre Bomben abwarfen. Bei der ersten schrecklichen Bombardierung, am 22. Oktober 1943, wurden fast 10.000 getötet. Es war zum größten Teil ein Angriff mit Brandbomben, die die ganze Innenstadt in Brand setzten. Tausende wurden durch die Gasdämpfe von großen Haufen brennender Kohle in ihren Luftschutzkellern getötet und wußten nicht, warum sie sich so schläfrig fühlten, und wachten nie mehr auf. ...

Ständig wurde die Stadt bombardiert. Weniger als 15.000 der 65.000 Wohnungen blieben bewohnbar. ... Und dann kam der letzte Angriff vom 8./9. Mai 1945. Es war bei weitem der größte. Vielleicht an die tausend Bomber, einer der größten Angriffe auf ganz Deutschland. ... Und dann, kurz vor Ostern, hörten wir, daß die amerikanischen Armeen kamen und wir wollten Kassel als offene Stadt erklären, sagte Helga Aspen, ein hübsches blondes Mädchen, das trotz allem geblieben war. "Aber," fügte sie bitter hinzu, "das Führerhauptquartier (Himmler) gab den Befehl, sie bis zum letzten Mann zu verteidigen."

Am 4. April 1945 ergab sich Kassel schließlich mit nicht mehr als 15.000 seiner 250.000 Einwohner noch lebend in der Stadt. Tausende lagen begraben unter den unzähligen Tonnen von Ziegeln, Gestein und verbogenem Stahl, die einmal Wohnungen, Geschäfte und Fabriken gewesen waren. ...

Diese umfassende Zerstörung von Städten und Produktionsstätten der am höchsten industrialisierten Nation Europas, war vom rein militärischen Standpunkt aus gesehen erfolgreich; es war jedoch auch ein Angriff auf die Lebensmöglichkeiten von Millionen von Arbeitern, weil die Zerstörung von Fabriken und Maschinen gleichzeitig eine Zerstörung von Arbeitsstellen ist, die elementare Lebensmöglichkeit.

Einige der deutschen arbeitslosen Millionen haben eine vorübergehende Anstellung mit der Räumung des Schutts und ähnliche Arbeiten. Aber echter Wiederaufbau ist unmöglich ohne die Herstellung ungeheurer Mengen von Baumaterial und neuen Maschinen, von denen z.Zt. nichts in Deutschland hergestellt werden kann, weil die erforderlichen Einrichtungen nicht mehr existieren. Es werden Fabriken und Maschinen gebraucht, die Deutschland nicht mehr hat, um Fabriken und Maschinen zu bauen. ...

 

 

Kapitel II

Ausrottung durch Überbevölkerung

 

Sogar 1937 war Deutschlands Lebensraum für die starke Bevölkerung zu klein und hatte natürliche Resourcen nur in Form von Ackerland und Vorkommen von Kohle und Pottasche. Das landwirtschaftlich genutzte Land war durch intensiven Anbau während der letzten 1.000 Jahren überbeansprucht, und der Boden hatte während und nach dem kürzlichen Krieg keinerlei Dünger erhalten. Sogar als es reichlich Dünger gab und die Gebiete noch in Ordnung waren, hatte Deutschland nie mehr als 80 Prozent der erforderlichen Nahrungsmittel und andere bäuerliche Produkte herstellen können. Der Rest mußte im Austausch für Kohle und andere Erzeugnisse eingeführt werden.

Als das landwirtschaftlich genutzte Land überbevölkert wurde, mußte Deutschland sich auf die Herstellung von Gütern umstellen. Durch Einfuhr von Eisenerz und Ausnutzung der Kohle- und Kali-Resourcen bis zum äußersten, hatte Deutschland die zweitgrößte Stahl- und Chemische-Industrie aufgebaut, die sodann die "Werkstatt Europas" bildete, den durchschnittlichen Lebensstandard Europas anhob und volle Zweidrittel der eigenen Bevölkerung versorgte.

Als Folge der Zerstörung durch totale Kriegführung und absichtliche alliierte Politik, waren diese industriellen Resourcen jetzt zum größten Teil verschwunden. Ohne abzuwarten, raubten die Eroberer rücksichtslos Land, das 28 Prozent des Lebensraumes darstellte und einen noch größeren Prozentsatz der Nahrung erbrachte und zwei der drei hauptsächlichen Kohleregionen einschloß. Um die Sache noch schlimmer zu machen, vertreiben sie Millionen von Deutschen aus den verlorenen Provinzen sowie aus Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei und anderswo in das verbleibende Reich, bringen eine große Anzahl von "Displaced Persons" in das geschlagene Deutschland hinein und, im Fall von Rußland und Frankreich, unterhalten große Besatzungsarmeen, die ebenfalls vom Land leben. Sowohl die "Displaced Persons" als auch die Besatzungsmächte erfreuen sich der Bevorzugung gegenüber den Deutschen dadurch, daß sie, was immer sie an Nahrung und anderen Gegenständen benötigen, einfach requirieren können, um in vergleichsweiser Bequemlichkeit und Luxus zu leben. Man kann sich die beklagenswerte Situation, die durch diese Aktionen geschaffen wird, gut vorstellen.

Die Atlantik Charta hatte versprochen:

„Keine territorialen Änderungen, die nicht mit den frei geäußerten Wünschen der betroffenen Menschen in Einklang stehen." - "Das Recht aller Menschen, die Regierungsform zu wählen, unter der sie leben wollen." - "Allen Nationen die Möglichkeit, in Sicherheit innerhalb der eigenen Grenzen zu leben." - "Ein Frieden.....der die Sicherheit garantiert, daß alle Menschen in allen Ländern ihr Leben in Freiheit und ohne Angst und ohne Mangel an notwendigen Dingen leben können."

Bei ihrem Beschluß in Jalta bestätigten die Großen Drei ihr Bekenntnis "zu den Prinzipien der Atlantik Charta" und sagten, daß sie "das Recht aller Menschen, die Regierungsform zu wählen, unter der sie zu leben wünschen, aufrecht erhalten würden." Doch in derselben Erklärung gestehen sie Rußland die östliche Hälfte Polens zu, und versprechen den Polen als Ersatz "Übernahme beträchtlicher Gebiete" in Ostdeutschland - alles ohne Rücksicht auf "die Wünsche der betroffenen Menschen," "frei geäußert" oder sonstwie.

Wenn Jalta auch vorschreibt, daß die genaue Größe der Gebiete, die Polen erhalten soll, einer endgültigen Entscheidung bei der Friedenskonferenz vorbehalten werden muß, konfrontierte Rußland in Potsdam die beiden westlichen Alliierten mit einem gebietsmäßigen fait accompli. Es hatte ein Drittel Ostpreußens als eigene dauernde Aneignung in Besitz genommen und der polnischen Marionette die ganzen deutschen Gebiete östlich der Oder und Neiße gegeben. Sogar der drastische Morgenthau-Plan hatte nur verlangt, daß Polen der Teil Ostpreußens zugestanden werden solle, der nicht von Rußland in Besitz genommen wurde sowie das oberschlesische Kohle- und Industriegebiet. Jedoch zusätzlich zu diesen Gebieten hatte Polen sich nun das deutsche Posen, ganz Pommern und Niederschlesien angeeignet sowie den östlichen Teil Brandenburgs - den besten Teil des Brotkorbes des Reiches. Beim Drängen der beiden Alliierten, diese Aneignungen als dauernd zu akzeptieren, argumentierte Rußland, daß bei der Invasion der Roten Armee so viele deutsche Bewohner geflohen seien, es nun, um die Gebiete wieder produktiv zu machen, erforderlich sei, diese in die russische und polnische Wirtschaft entlang den bereits gezogenen Linien einzugliedern.

Rußlands Aneignung von Königsberg und des anschließenden ostpreußischen Gebietes wurde in Potsdam akzeptiert, und es wurde dem seither auch nicht widersprochen. Die Hauptstadt Ostpreußens wurde in Kaliningrad umbenannt und in einen für die Sowjetunion höchst wertvollen Warmwasserhafen ausgebaut, die meisten deutschen Bewohner wurden vertrieben, und die ganze Region wurde durch und durch russifiziert.

Was das deutsche Land betrifft, das die Polen besetzen, entscheidet Potsdam, daß "die endgültige Festlegung der westlichen Grenze Polens einer Friedensregelung vorbehalten bleiben solle"; es erlaubt jedoch, daß die Gebiete zwischenzeitlich "unter der Verwaltung des polnischen Staates bleiben." Dieses Arrangement scheinbar als eine de facto Anerkennung ihres Rechtes auf dieses Gebiet betrachtend, fuhr Polen fort, Millionen von deutschen Bewohnern zu enteignen und zu vertreiben und sie durch Polen zu ersetzen.

Wenn auch Moskau Polen glauben ließ, daß es die fraglichen deutschen Provinzen behalten konnte, begannen deutsche Kommunisten mit sowjetischer Rückendeckung im Frühjahr 1946 den Deutschen gegenüber anzudeuten, daß es möglich sei, daß das ganze Land oder ein Teil desselben zurückgegeben und Polen selbst wieder zwischen Rußland und Deutschland aufgeteilt werden könnte, wenn das Reich einverstanden sei kommunistisch und Mitglied der Sowjetunion zu werden. Marschall Schukov hatte im April deutschen Kommunisten gegenüber einen solchen Vorschlag geäußert, und im Juli hatte Molotow in Paris dieser Taktik zugestimmt, als er sich, zur Bestürzung seiner westlichen Alliierten, klar für ein gebietsmäßig vereinigtes, zentralisiertes, starkes Reich aussprach. Er lehnte insbesondere jegliche territorialen Amputationen im Westen ab und, wenn er auch den Gegenstand nicht berührte, erlaubte die Schlußfolgerung, daß einige oder alle östlichen Gebiete zurückgegeben werden könnten.

Der Schlag kam als unangenehme Überraschung besonders für Frankreich und die Vereinigten Staaten, deren "harte Friedens"-Programme, die, wie sie annahmen, Rußlands herzlichen Beifall gefunden hatten, schwere Amputationen des Reiches verlangten. Es wurde klar, daß Rußland die Programme nur solange befürwortete, wie seine westlichen Freunde sie durchführen und sich dadurch das deutsche Volk auf Dauer entfremden würde.

Als schließlich klar wurde, daß wir dem russischen Versuch, deutsche Sympathie und Unterstützung zu erhalten, gleiches entgegenzusetzen hätten, machte Mr. Byrnes es den Deutschen in Stuttgart klar, daß, wenn auch die Vereinigten Staaten die polnische Forderung nach deutschem Gebiet weiterhin unterstützen würden, sie nicht notwendigerweise auch in Erwägung zögen, die westliche polnische Grenze auf Dauer an der Oder festzulegen. Er hatte die klare Absicht, die Vereinigten Staaten in eine Position zu bringen, jedem Angebot seitens der Russen, den Deutschen alle oder Teile der verlorenen östlichen Gebiete zurückzugeben, entsprechend zu begegnen. Am Tag darauf versammelte sich eine Menschenmenge, die geballten Fäuste gereckt, vor der Residenz des amerikanischen Botschafters in Warschau und rief: "Nieder mit den Verteidigern Deutschlands!"

Ein Sprecher der polnischen Marionetten-Regierung warnte öffentlich davor, daß Polen "kämpfen wird", wenn der Versuch gemacht werde, die westliche Grenze auf die Ostseite der Oder zu verschieben. Wenig später erklärte Stalin, daß er Polens gegenwärtige Grenzen als dauernd ansehe. Mit der auf diese Weise matt gesetzten Situation und auf eine Friedensregelung wartend, bleibt Polen im Besitz der umstrittenen Gebiete.

In der Zwischenzeit führte Frankreich einen erbitterten Kampf, Deutschland lebenswichtige Gebiete abzunehmen. Es bestand darauf, daß das Reich durch wirtschaftliche und politische Zergliederung auf Dauer geschwächt werden müsse, verlangte, daß die Ruhr abgetrennt und internationalisiert, das Rheinland in einen selbständigen Staat umgewandelt werde und Frankreich die Erlaubnis bekomme, die reichen Kohle- und Industrieregionen der Saar zu annektieren. Indem es die Regelung dieser Fragen und seine maßlosen Forderungen über alle bilateralen Abmachungen und Bündnisse stellte, versuchte es die Regelung zu erzwingen, indem es alle Versuche der Alliierten, Deutschland als wirtschaftliche Einheit zu sehen, blockierte.

Vor dem Molotow Schlag in Paris, waren Frankreichs Forderungen gegen Deutschland durch französische Kommunisten mit Moskaus Rückendeckung unterstützt worden. Doch gerade als es den stärksten Versuch unternahm, die Zustimmung der Alliierten bei seinen ernstlichen Absichten bezüglich Westdeutschlands zu erhalten, ließ Molotow es plötzlich im Stich und machte den unvorhergesehenen Vorschlag für deutsche territoriale Einheit und Unterstützung. Indem er die vorgeschlagene Industrialisierung der Ruhr glatt ablehnte und einbeziehend, die französische Annexion der Saar, zitierte er aus Stalins Rede vom 2. November 1942, in der dieser gesagt hatte, es ist "genau so unmöglich, Deutschland zu zerstören, wie Rußland." Er lehnte jeden "alamode" Plan, das Reich zu zergliedern oder es in Weideland zu verwandeln, oder, wie vorgeschlagen, in eine Föderation oder Konföderation umzuwandeln ab, er verlangte Viermächtekontrolle und Verwaltung der Ruhr.

Trotz dieser scharfen Ablehnung territorialer Änderungen in Westdeutschland, versprachen die Vereinigten Staaten, im Gegenzug für ein französisches Versprechen, die Behandlung Deutschlands als wirtschaftliches Ganzes nicht länger zu blockieren, französische Forderungen hinsichtlich der Saar zu unterstützen, woraufhin Frankreich begann, sich durch die Aneignung anschließender Gebiete zu vergrößern. Aber in Stuttgart folgte Mr. Byrnes, nachdem er das Versprechen, die französische Forderung nach der Saar zu unterstützen, wiederholt hatte, Mr. Molotows Beispiel und lehnte die Abtrennung der Ruhr und des Rheinlandes ab. Sein Widerstand, unterstützt sowohl von Rußland als auch Britannien, wird bei zukünftigen französischen Forderungen unzweifelhaft erhebliche Mäßigung zur Folge haben.

Byrnes erklärte, daß, abgesehen von der Saar und den östlichen Gebieten, die, wie bei der Friedenskonferenz beschlossen, an Rußland und Polen gehen,

„ ...die Vereinigten Staaten keinen Übergriff auf Gebiet unterstützen werden, das unbestreitbar deutsch ist oder irgendeine Teilung Deutschlands unterstützen, die nicht wirklich von den betroffenen Menschen gewünscht wird. Soweit es den Vereinigten Staaten bewußt ist, wünschen die Menschen an der Ruhr und im Rheinland, im restlichen Deutschland zu verbleiben. Und die Vereinigten Staaten werden sich diesem Wunsch nicht widersetzen.“

Mit den genannten Ausnahmen wandte Mr. Byrnes auf Deutschland die Prinzipien der Atlantik Charta an. Es sollte keine Ausnahmen geben. Wenn diese Prinzipien die Ruhr und das Rheinland betreffen, was sie auch tun, so betreffen sie in gleicher Stärke die Saar und die deutschen Gebiete östlich der Oder-Neiße Linie. Solche Prinzipien können nicht nur als angenehme Trumpfkarten in dem schmutzigen Spiel der Machtpolitik benutzt werden ohne die Welt davon zu überzeugen, eingeschlossen die Deutschen, daß unser Standpunkt ohne Prinzip, von Natur aus widersprüchlich und voreingenommen ist, daß ihnen demzufolge zu Unrecht Gebiete vorenthalten werden, die für ihre Existenz lebenswichtig sind.

Die Deutschen haben lange unter Überbevölkerung gelitten. In früheren Jahren suchten sie Erleichterung durch Kolonien und Auswanderung in großem Umfang zu bekommen, was uns übrigens das starke deutsche Element in unserer eigenen Bevölkerung gebracht hat. Später gingen sie zu intensiver Industrialisierung über. Nach dem I. Weltkrieg wurden ihnen die Kolonien abgenommen, Auswanderung wurde durch Hindernisse wie Einwanderungsquoten erschwert, und ihr Heimatland wurde von 208.830 auf 181.699 Quadratmeilen reduziert. Nach dem II. Weltkrieg wurde die Auswanderung überhaupt verboten, und alle Deutschen in Europa werden in einem Heimatland zusammengepfercht, das weiterhin auf nur 133.000 Quadratmeilen verkleinert wurde.

Wenn auch Deutschlands Bevölkerung nur halb so groß ist wie unsere, war das Gebiet im Jahre 1937 nur ein Sechzehntel der Größe unseres Gebietes oder ungefähr so groß wie die Gebiete von Michigan, Indiana, Ohio und Pennsylvania zusammengenommen. Seit den gegenwärtigen Verlusten an Polen, Rußland und Frankreich, muß man ein Gebiet von der Größe Pennsylvanias abziehen, was bedeutet, daß die 70 Millionen Deutschen in ein Gebiet gezwängt werden, das nicht größer ist als Michigan, Indiana und Ohio.

Man muß sich vorstellen, daß die Hälfte der Bevölkerung der Vereinigten Staaten gezwungen würde, in diesen drei Staaten zu leben, in denen die Städte, Fabriken, Eisenbahnen und anderen Herstellungsstätten vernichtet wurden!

Die sich daraus ergebende Zusammendrängung der Bevölkerung ist ungeheuer. Denkende Menschen in Frankreich sind zu recht besorgt, daß es eine weitere Verletzung ihres Gebietes nach sich ziehen könnte, hervorgerufen von Millionen verzweifelter Deutscher, die sich einer Vernichtung durch Überbevölkerung gegenübersehen.

Massenvertreibung von Auslandsdeutschen in das geschrumpfte Reich

Die gewaltsame Vertreibung von Deutschen aus den verlorenen deutschen Gebieten und sonstwo in Osteuropa, ist eines der schwärzesten Seiten der Geschichte.

Potsdam gibt die Erlaubnis, indem es sagt, .... es muß ein Transfer der deutscher Bevölkerung, die in Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn verblieben sind, durchgeführt werden.

Es wird jedoch hinzugefügt ... jeder Transfer, der stattfindet, sollte geordnet und auf humane Art und Weise durchgeführt werden.

Ca. 15 Millionen Menschen werden durch diese Anordnung zu Opfern gemacht: Eine halbe Million aus Ungarn, fast drei Millionen aus der Tschechoslowakei, und die meisten der in den von Rußland und Polen in Besitz genommenen deutschen Gebieten Verbliebenen.

Potsdam verlangt die Annullierung aller Nazi Gesetze, die sich auf Diskriminierung auf Grund von Rasse beziehen und erklärt: "Keine solche Diskriminierung, ob legal oder nicht, wird toleriert." Doch diese erzwungene Auswanderung deutscher Bevölkerungen gründet sich genau auf rassische Diskriminierung. Die betroffenen Menschen sind zumeist Frauen und Kinder einfacher Bauern, Arbeiter und Handwerker, deren Familien seit Jahrhunderten in den Häusern gewohnt haben, aus denen sie jetzt hinausgeworfen werden und deren einzige Straftat ihr deutsches Blut ist. Wie "geordnet und human" ihre Verbannung war, ist jetzt in den Archiven festgehalten.

Winston Churchill übertrieb nicht, als er, sich auf die Vertreibung ca. drei Monate nach dem D-Day beziehend, das House of Commons unterrichtete:

„Es ist nicht unmöglich, daß sich hinter dem Eisernen Vorhang, der zur Zeit Europa teilt, eine Tragödie ungeheuren Ausmaßes abspielt.“

Das konservative Mitteilungsblatt Review of World Affairs zitiert aus einem vertraulichen Memorandum eines angesehenen europäischen Wirtschaftsexperten:

„Seit Ende des Krieges wurden in Ostdeutschland und Südosteuropa ca. 3.000.000 Menschen, zumeist Frauen und Kinder und ältere Männer getötet; ca. 15.000.000 Menschen wurden deportiert oder mußten aus ihren Häusern fliehen und sind noch unterwegs. Ungefähr 25 Prozent dieser Menschen, über 3.000.000, sind verschwunden. Ca. 4.000.000 Männer und Frauen wurden nach Osteuropa und Rußland als Sklaven deportiert. ... Es scheint so, als sei die Eliminierung der deutschen Bevölkerung aus Osteuropa - wenigstens 15.000.000 Menschen - in Übereinstimmung mit den Beschlüssen in Jalta geplant worden. Churchill hatte zu Mikolajczyk gesagt, als letzterer während der Verhandlungen in Moskau dagegen protestiert hatte, Polen zu zwingen, Ostdeutschland zu integrieren: "Machen Sie sich keine Sorgen um die fünf oder mehr Millionen Deutschen. Stalin wird sich darum kümmern. Sie werden keine Last damit haben. Sie werden aufhören zu existieren."

Dr. Lawrence Meyer, leitender Sekretär der Lutherischen Kirche der Synode von Missouri, sagte nach einer Tour durch Deutschland:

„Ca. 16.000.000 deutsche Flüchtlinge östlich der Oder werden aus ihren Häusern vertrieben. Es wird geschätzt, daß 10.000.000 bereits ausgetrieben wurden. Die menschliche Tragödie und das Leid, das durch diese "Volkswanderung" verursacht werden, sind in der Geschichte ohne Beispiel. Hunger, Kälte, Krankheit und Tod ist das Schicksal von Millionen.“

Ein authentischer Augenzeugenbericht über das körperliche Elend der meisten der Flüchtlinge ist wie folgt wiedergegeben:

"Ein großer Schleppkahn wird langsam über die Oder gezogen. Darauf liegen auf Stroh ca. 300 Kinder im Alter von 2 bis 14 Jahre. In der ganzen Gruppe gibt es kaum ein Zeichen von Leben. Ihre hohlen Augen, ihre geschwollenen Bäuche, Knie und Füße sind deutliche Zeichen von Verhungern. Sie sind nur die Vorhut von Hunderttausenden - Millionen von heimatlosen, zerstörten, hungrigen, kranken, hilflosen, hoffnungslosen menschlichen Wesen, die nach Westen flüchten - westlich der Oder und Neiße. Vertrauen in Gott - in seine Güte und Barmherzigkeit - ist die einzige Hoffnung der heutigen Deutschen. Und Gott sei Dank ist in vielen noch der Glaube an Gott, gegen den während der vergangenen Dekade die Furien der Hölle vergeblich angestürmt sind."

Korrespondenten der Chicago Daily News gegenüber beschrieben russische Offiziere die Vertreibung aus Polen und der Tschechoslowakei wie folgt:

„Die Polen haben östlich der Oder alle Deutschen ausgeräumt, und jetzt steht dieser ganze Besitz jedem Polen, der ihn will, zur Verfügung.

Die Tschechen haben sich auf ihre eigene Weise um die Deutschen im Sudetenland gekümmert - und es ist nicht schön. Sie treiben sie zusammen nur mit dem, was sie tragen können und setzen sie in Bewegung.“

Nachdem er 14 Monate als Direktor des Koordinierungsbüros von AMGs Regionaler Regierung gedient hatte, sagte Dr. James K. Pollock nach seiner Rückkehr auf seinen Posten als Professor für politische Wissenschaften an der Universität von Michigan im August 1946, daß die meisten der 2 1/4 Millionen Vertriebenen aus Ungarn und dem Sudetenland alte Frauen und Kinder sind. Er sagte:

„Die Deutschen, die wir bekommen, sind zumeist aus dem Sudetenland oder Deutsche, deren Familien seit ca. 500 Jahren in Ungarn lebten. Sie kommen in schrecklichem Zustand an. Den Frauen wurden sogar die Eheringe abgenommen bevor sie fortgehen mußten. In vielen Fällen haben sie nur die Kleider, die sie anhaben.“

Ein Offizier kommt zur Tür der Opfer und befiehlt, daß sie in ein paar Stunden gehen müssen und nur 30 bis 100 Pfund Gepäck mitnehmen können, aber nichts von Wert, das ihnen vielleicht helfen könnte, anderswo einen neuen Anfang zu machen. Der Besitz, den sie zurücklassen müssen, wird vom Staat konfisziert. Jeder arbeitsfähige Mann, der gefunden wird, wird in die Sklaverei geschickt. Die anderen beginnen dann ihre gefährliche Flucht in das übervölkerte Deutschland, vollkommen ohne gesetzlichen Schutz, Gegenstand jeder Art von Mißbrauch, den man sich nur vorstellen kann, eingeschlossen Raub, Prügel, Vergewaltigung und Mord.

Ein Bericht im Dezember 1945 gibt eine Vorstellung von dem traurigen Zustand der Verbannten in dem neuen Polen, wo Hunderttausende aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben wurden und nun ziellos umherwandern. Frühere deutsche Städte wie Breslau, werden als fast von den Deutschen entvölkert beschrieben, mit Polen, die nun ihren Platz einnehmen. Der Bericht fährt fort:

„Hunderttausende von Menschen in Polen sind ständig in Bewegung, ruhelos auf der Suche nach einer Stelle, an der sie in dem kriegszerstörten Land etwas zum Leben ausgraben können. Auf jeder Eisenbahnstation und Kreuzung warten Männer, Frauen und Kinder auf Transporte. Gruppen von menschlichen Wesen, fast versteckt unter Paketen und Büchsen und anderen Überbleibseln dessen, was einmal ihre Häuser und Wohnungen gewesen sein müssen, warten an Straßenrändern oder in zerstörten Dörfern auf irgendeinen Transport, der sie anderswohin bringen kann. Leben mit Geburt und Tod geht sogar in diesen nomadischen Strömen weiter, und überall sieht man die Frauen sich um die Kranken kümmern oder Babies nähren.“

Ein Augenzeugenbericht über die Ankunft eines Zuges in Berlin, der Polen mit genau 1.000 Flüchtlingen verlassen hatte.

„Neunhundert und neun Männer, Frauen und Kinder schleppten sich und ihr Gepäck im Lehrter Bahnhof aus einem russischen Zug, nachdem sie 11 Tage in Viehwagen von Polen aus unterwegs waren.

Soldaten der Roten Armee trugen 91 Leichen aus dem Zug, während Verwandte schrien und weinten, als ihre toten Körper auf amerikanische geliehene Lastwagen verfrachtet und zur Beerdigung in einer Grube in der Nähe eines Konzentrationslagers fortgefahren wurden.

Der Flüchtlingszug war wie eine makabere Arche Noah. Jeder Waggon war vollgestopft mit Deutschen...die Familien bringen den ganzen irdischen Besitz in Säcken, Taschen und Koffern mit...Säuglinge leiden am meisten, weil ihre Mütter nicht in der Lage sind, sie zu nähren, und diese werden häufig wahnsinnig, wenn sie die Kleinen vor ihren Augen langsam verhungern sehen. Heute mußten vier schreiende, gewalttätige, wahnsinnige Mütter mit Stricken gefesselt werden, um zu verhüten, daß sie andere Passagiere anfielen.“

"Viele Frauen versuchen, ihre toten Babys mitzunehmen," sagte ein russischer Eisenbahnbeamter. "Wann immer wir eine weinende Frau sehen, durchsuchen wir die Bündel, um sicher zu sein, daß sie kein totes Kind bei sich hat."

Der Korrespondent der New York Daily News, Donald Mackenzie, berichtet ebenfalls von Berlin:

„In dem windigen Innenhof des Stettiner Bahnhofs saß eine Menge deutscher Flüchtlinge, Teil von 12.000.000 bis 16.000.000 Enteigneter aus Ostpreußen und Schlesien in Gruppen in peitschendem Regen und erzählte die Geschichte ihres elenden Pilgerzuges, in dem mehr als 25 Prozent am Straßenrand starben und die Verbliebenen so unterernährt waren, daß sie kaum die Kraft hatten zu gehen.

Schmutzig, ausgezehrt und ihre geringen verbliebenen Besitztümer in Stoffetzen verpackt bei sich, wandten sie sich ab, wenn man sich ihnen in der Eisenbahn-Endstation näherte, in der Erwartung, geschlagen, beraubt oder schlimmeres zu werden. An diese Erwartung hatten sie sich gewöhnt.

Eine Krankenschwester aus Stettin, eine gutaussehende Blondine, erzählte, wie ihr Vater von russischen Soldaten erstochen wurde, die, nachdem sie ihre Mutter und Schwester vergewaltigt hatten, versuchten in ihren Raum einzubrechen. Sie entkam und versteckte sich mit vier anderen Frauen vier Tage lang in einem Heuhaufen....

Im Zug nach Berlin war sie einmal von russischen Truppen und zweimal von Polen geplündert worden.... Frauen, die sich widersetzten wurden erschossen, sagte sie, und bei einer Gelegenheit sah sie einen Wachmann ein Kleinkind bei den Beinen nehmen und seinen Schädel gegen einen Pfosten schlagend, weil das Kind geschrien hatte, während der Wachmann seine Mutter vergewaltigte.

Ein alter Bauer aus Schlesien sagte .... Opfer wurden aller Sachen beraubt, die sie hatten, sogar ihrer Schuhe. Alle gesunden Mädchen und Frauen wurden im Zug vergewaltigt und dann beraubt, sagte der Bauer.“

Der Präzedenzfall für diese unmenschlichen Vertreibungen war lange vor Potsdam in Rumänien gesetzt worden, bei dem, einem diplomatischen Bericht aus Bukarest zufolge, 520.000 rumänische Bürger deutscher Abstammung, Männer zwischen 17 und 45 Jahren und Frauen zwischen 18 und 30 Jahren, wie Sklaven zusammengetrieben und nach Sowjet-Rußland transportiert worden waren. Das Dokument sagte, "es gab herzzerbrechende Szenen und viele zogen Selbstmord einem unbekannten Schicksal in Sowjet-Rußland vor."

Die Vereinigten Staaten leisteten ihren eigenen direkten Beitrag dazu, indem sie mehr als 16.000 Menschen deutscher Herkunft aus den lateinamerikanischen Ländern auswiesen, wozu sie die Genehmigung erhielten, indem sie von Washington aus verschiedene Arten von Druck auf diese Länder ausübten, wiesen sie ohne Prozeß in diesem Land aus, hielten sie hier ohne Verbindung zur Außenwelt und immer noch ohne Prozeß, um sie schließlich aus dieser Hemisphäre zu deportieren, wo viele von ihnen von England und Frankreich in die Sklaverei geschickt wurden.

Diese Massenvertreibungen eingeborener Bevölkerungen sind so verwerflich wie nur irgend etwas sein könnte, dessen die Nazis beschuldigt werden, und haben seitens der Deutschen tiefen Groll durch alle Klassen hervorgerufen. Wenn Amerika seine Hände sauber gehalten hätte, würde die deutsche Achtung uns gegenüber gestiegen sein.

Wie die Dinge stehen, beschuldigen die Deutschen uns fast ebenso wie die Russen und Polen. Unsere Hände sind ebenfalls mit dem Blut von Millionen unschuldiger Opfer dieses brutalen, durch und durch unamerikanischen Programms befleckt.

 

 

Kapitel III

Die Arbeitssäule wird niedergerissen

 

Die Angriffe der Alliierten auf das deutsche Arbeitspotential erfolgten entlang dreier Hauptfronten: Versklavung, Entnazifizierung und körperliche Unfähigkeit durch Unterernährung. Unsere gegenwärtige Diskussion wird sich mit den ersten beiden Punkten befassen; der Punkt Verhungern wird später gesondert behandelt.

Präsident Roosevelt versprach am 21. Oktober 1944, daß "das deutsche Volk nicht versklavt werden soll, weil die Vereinigten Staaten sich nicht mit Sklaverei befassen." Im vorausgegangenen Monat in Quebec hatte er jedoch auf Mr. Churchill starken Druck ausgeübt, um dessen Annahme des Morgenthau-Plans zu erreichen." Boris Izakov von der Prawda schrieb, daß, als im folgenden Februar in Jalta der Vorschlag gemacht wurde, die deutschen Arbeiter zu zwingen, die kriegszerstörten Gebiete wieder aufzubauen, "Präsident Roosevelt dies eine gesunde Idee nannte." Und bei diesem Treffen bestand Mr. Roosevelt auf dem Morgenthau-Plan, und erhielt Mr. Stalins verdächtig schnelle Annahme.

Wenn auch in Potsdam wieder hoch und heilig versprochen wurde, daß "Es nicht die Absicht der Alliierten sei .....das deutsche Volk zu versklaven," waren Tausende von Deutschen bereits in Richtung Osten auf dem Marsch in die weitgeöffneten russischen Sklavenlager. Mehr als einen Monat früher, am 29. Juni 1945, war folgendes veröffentlicht worden:

Deutsche Gefangene in russischen Händen werden auf vier bis fünf Millionen geschätzt. Als Berlin und Breslau sich ergaben, wurden die langen grau-grünen, niedergeschlagenen Kolonnen nach Osten in Marsch gesetzt ....in Richtung auf riesige Depots in der Nähe von Leningrad, Moskau, Minsk, Stalingrad, Kiew, Charkow und Sewastopol. Alle fähigen Männer mußten ca. 22 Meilen am Tag marschieren. Die körperlich behinderten kamen auf Handkarren oder Karren, die von überzähligen Tieren gezogen wurden..... Sie werden gezwungen, russische Städte und Dörfer wieder aufzubauen, die zerstört wurden. Sie werden nicht eher nach Hause zurückkehren, bis ihre Arbeit getan ist.

Es war schon seit langem ein offenes Geheimnis, daß Rußland unter der Leitung des NKWD (Geheimpolizei) eine ungeheure Armee von russischen Sklaven unterhielt, deren Anzahl bei 10 Millionen liegt und hauptsächlich aus "politisch Unzuverlässigen" besteht." Das Vorhandensein und die Wichtigkeit dieser ungeheuren Anzahl von Sklaven, erklärt unter anderem die Einträglichkeit von Rußlands vielen "Säuberungen": Sie sind in der Hauptsache ein Mittel, Gefangene für die Versklavung zusammenzutreiben. Es überrascht darum nicht, daß die Sowjetunion sogleich die Gelegenheit ergriff, Millionen besiegter feindlicher Zivilisten zu versklaven und seine Verbündeten veranlaßte das gleiche zu tun. Ein paar verkrüppelte und kranke Deutsche, die das Martyrium überlebten, wurden aus den russischen Sklavenlagern nach Berlin zurückgesandt, wo amerikanische Korrespondenten Berichte über das, was passierte, aus erster Hand erhielten.

Am 10. September 1946 gingen deutsche weibliche Angestellte des Roten Kreuzes morgens um 9 Uhr zu einem Zug mit 20 Waggons voll von zurückkehrenden Zwangsarbeitern. Als die versiegelten Waggons von bewaffneten Wachmannschaften, die oben auf den Waggons mitgefahren waren, geöffnet wurden, standen die Angestellten des Roten Kreuzes abgemagerten Männern mit schorfigen Gesichtern in Lumpen gegenüber, die um Wasser baten oder hysterisch um Hilfe bei der Entfernung der Toten riefen. Eine Berufsschwester erzählte die Geschichte:

„Sie waren für die ca. 60 Meilen von Frankfurt an der Oder fast eine Woche lang in dem Zug unterwegs. Es hatte Tote durch Verhungern gegeben und fast alle der 800 oder 900 Personen im Zug waren krank oder verkrüppelt. Zu 40 bis 50 in jeden dieser kleinen Viehwagen gestopft, mußten während der Heimreise die Kranken neben den Toten schlafen. Ich habe sie nicht gezählt, bin aber sicher, daß wir mehr als 25 Leichen hinaustrugen. Andere mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Ich fragte einige der Männer, ob die russischen Wachen oder Doktoren sich während der Fahrt in irgendeiner Weise um die Kranken gekümmert hätten. Sie sagten: Nein."

Die tägliche Nahrung in russischen Sklavenlagern besteht aus Suppe und Lektionen über die Herrlichkeit des Kommunismus sowie die Übel westlicher Demokratie. Das geringste ungehorsame Verhalten wird mit solch harter Arbeit bestraft, daß ein Drittel der Schuldigen innerhalb von drei Wochen an Erschöpfung sterben. Ein Zehntel der Sklaven starb während des ersten Jahres, wie die Zurückgekehrten berichten. ...

Als der Krieg zu Ende war, erfreuten wir uns in der deutschen Wertschätzung gegenüber den Russen eines entschiedenen Vorteils. Da den deutschen Soldaten die Brutalität des NKWDs bei der Behandlung von Sklaven bewußt war, taten sie ihr bestes zu vermeiden, in die Hände der Roten Armeen zu fallen und zogen statt dessen vor, sich den Briten oder Amerikanern zu ergeben. Deutsche Gefangene, die den Russen übergeben werden sollten, begingen oft Selbstmord. ...

Dem Internationalen Roten Kreuz zufolge hatte Frankreich im August 1946 680.000 frühere deutsche Soldaten, die Sklavenarbeit verrichteten. 475.000 davon waren von den Vereinigten Staaten gefangengenommen und später den Franzosen zur Zwangsarbeit übergeben worden.

Die Behandlung der Sklaven-Untertanen seitens der Franzosen ist für das zivilisierte Gewissen empörend. Ein Artikel im Figaro mit dem Titel "Wir sollten ihnen nicht gleichen", bringt folgendes zum Vorschein:

In gewissen Lagern für deutsche Kriegsgefangene.....kann man lebende Skelette sehen, fast denen in deutschen Konzentrationslagern ähnlich, und es gibt zahlreiche Tote durch Unterernährung. Wir hören, daß Gefangene brutal und systematisch geprügelt werden und daß einige zum Minen entschärfen eingesetzt werden, so daß sie früher oder später zum Tode verdammt sind.

Natürlich weisen Leute auf Gestapofolter, Gaskammern und Berge von Leichen hin, die in den Internierungslagern in Deutschland gefunden wurden. Aber diese Greuel sollten nicht zum Thema von sportlichen Wettkämpfen werden, bei denen wir versuchen, die Nazis zu übertreffen .... Wir müssen den Feind beurteilen, aber wir haben die Pflicht, ihm nicht zu gleichen.

Louis Clair, der seine Fakten aus zahlreichen zuverlässigen Quellen zusammentrug, schreibt in The Progressive von "den schrecklichen Zuständen in den französischen Lagern für deutsche POWs (Kriegsgefangene)". Er sagt:

„In einem Lager im Sarthe Distrikt für 20.000 Gefangene, erhalten die Insassen 900 Kalorien pro Tag; dadurch sterben täglich 12 im Krankenhaus. Vier bis Fünftausend sind überhaupt nicht arbeitsfähig. Kürzlich kamen Züge mit neuen Gefangenen an: Einige Gefangene waren während der Fahrt gestorben, andere hatten versucht sich am Leben zu erhalten, indem sie Kohle aßen, die in dem Güterzug lagen, mit dem sie kamen.

Im Lager Orleans erhielt der Kommandeur 16 Franken pro Tag pro Kopf oder Gefangenem zum Kauf von Nahrung, er gab jedoch nur neun Franken dafür aus, so daß die Gefangenen verhungerten. Im Charentes Distrikt sind 2.500 der 12.000 Lagerinsassen krank.

Ein junger französischer Soldat, der gerade von einem Nazilager zurückkam, schreibt einem Freund:

"Ich sehe die, die uns so sehr leiden ließen, an Hunger sterben, auf kaltem Zementboden schlafen, auf keine Weise gegen Regen und Wind geschützt. Ich sehe Kinder von 19, die mich bitten, ihnen eine Bescheinigung zu geben, daß sie gesund genug sind, um in die Französische Fremdenlegion einzutreten ..... Ja, ich, der sie so sehr haßte, kann heute nur Mitleid für sie empfinden."

Ein Zeuge berichtet über ein Lager in Langres: "Ich habe gesehen, wie sie in den Straßen der Stadt mit Gewehrkolben geschlagen und mit Füßen getreten wurden, weil sie durch Überarbeitung zusammenbrachen. Jede Woche sterben zwei oder drei von ihnen an Erschöpfung."

In einem anderen Lager in der Nähe von Langres, sterben 700 Gefangene langsam an Hunger; sie haben kaum Decken und nicht genug Stroh, auf dem sie schlafen könnten; im Lager ist eine Typhusepidemie ausgebrochen, die sich bereits auf das benachbarte Dorf ausgedehnt hat. In einem anderen Lager erhalten Gefangene nur eine Mahlzeit am Tag, aber es wird von ihnen erwartet, daß sie weiterarbeiten. Anderswo sind in der letzten Zeit so viele gestorben, daß der Friedhof gefüllt war und ein anderer Friedhof eingerichtet werden mußte.

In einem Lager, in dem Gefangene an der Beseitigung von Minen arbeiten, kommen die regelmäßigen Nahrungslieferungen nur jeden zweiten Tag an, so daß "Gefangene sich selbst eine Suppe aus Gras und etwas gestohlenem Gemüse zubereiten." Alle Gefangene in diesem Lager sind an Tuberkulose erkrankt. Hier und anderswo unterscheidet sich die Behandlung in keiner Weise von der Brutalität der Nazis. Es wurde von vielen Fällen berichtet, wo Männer so schrecklich geprügelt wurden, daß ihre Glieder gebrochen waren. Es gibt schriftliche Eidesstattliche Versicherungen, die unter Beweis stellen, daß kommandierende Offiziere von bestimmten Lagern die ganzen Lieferungen, die von Beamten der amerikanischen Armee zur Verfügung gestellt wurden, auf dem Schwarzen Markt verkauften; Und so weiter... Das sind die Tatsachen.“

Nachdem wir die ersten 320.000 Gefangenen geliefert hatten, schickten die Franzosen 2.474 davon zurück mit der Behauptung, wir hätten ihnen Schwächlinge gegeben. Korrespondenten beschrieben sie als "eine Bettlerarmee von bleichen, dünnen Männern, die in mit Ungeziefer verseuchte Lumpen gekleidet waren." Alle wurden als arbeitsunfähig bezeichnet - Dreiviertel von ihnen wegen Unterernährung - und 19 Prozent mußten ins Krankenhaus eingewiesen werden. Der Fotograf der Associated Press, Henry Griffin, der Aufnahmen von den aufgehäuften Leichen in den deutschen Konzentrationslagen gemacht hatte, eingeschlossen Buchenwald und Dachau, sagte von den Männern: "Der einzige Unterschied, den ich zwischen diesen Männern und jenen Leichen sehen kann, ist, daß diese hier atmen."

Das Rote Kreuz, das aufgefordert wurde, die Angelegenheit zu untersuchen, berichtete, daß die Gefangenen eine unmenschliche Behandlung erhielten. Auf unsere Drohung hin, keine weiteren Transporte zu senden, protestierten die Franzosen und sagten, sie brauchten mehr Gefangene, weil sie sonst schwere finanzielle Einbussen erleiden würden. Es kam dann heraus, daß die französische Regierung die Männer an französische Arbeitgeber auslieh und dafür normale Gewerkschaftslöhne forderte, im Durchschnitt 150 Franken pro Tag pro Mann. Davon zahlte die Regierung jedem Gefangenen 10 Franken, gab für tägliche Unkosten vielleicht weitere 40 Franken aus und behielt einen täglichen Gewinn von 100 Franken für jeden Sklaven. Insgesamt machte die französische Regierung an ihren deutschen Sklaven einen Gewinn von über 50 Milliarden Franken im Jahr! Kein Wunder daß sie aufgebracht waren, als wir drohten, keine mehr zu übergeben.

Als wir die Lieferungen wieder aufnahmen, gaben wir uns große Mühe sicherzustellen, daß die Gefangenen sich in zufriedenstellendem Zustand befanden. Die Männer mußten sich in einer Reihe aufstellen und wurden dann untersucht, ihr Mund geöffnet und inspiziert, ihre Brust beklopft, ihre Gelenke untersucht und ihre Augen, Ohren und Zähne in Augenschein genommen, als seien sie Pferde, die zum Verkauf angeboten wurden. Man hörte GIs, die Zeugen dieses Spektakels waren, die Bemerkung machen: "Mann! Ich hoffe, daß wir nie einen Krieg verlieren."

Im Sommer 1946 zeigte sich eine hoffnungsvolle Entwicklung, die dem Sklavenhandel in Frankreich ein Ende bereiten könnte. Es begann damit, daß Gefangene, die frisch aus amerikanischen Kriegsgefangenenlagern zurückkamen, nicht nur ablehnten, in französischen Kohlebergwerken zu arbeiten, sondern Gefangene, die bereits dort waren, aufforderten, ihrem Beispiel zu folgen. Einen Monat später wurden einige dieser Gefangenen freigelassen und dann zu normalen Gewerkschaftslöhnen wieder eingestellt, offen gesagt, als Maßnahme, um die Produktion zu erhöhen. Die Erfahrung lehrt, daß in dieser modernen Welt Männer zumindest dann, wenn sie frei sind, reichlicher und gewinnbringender produzieren, als wenn sie versklavt sind.*

(* Am 5. Dezember 1946 wurde bekanntgegeben, daß die amerikanische Regierung verlangt hatte, daß die 674.000 deutschen POWs, die nach Frankreich, Belgien, die Niederlande und Luxemburg weitergegeben worden waren, bis Oktober 1947 in die Heimat repatriiert werden sollten. Frankreich hatte sich einverstanden erklärt, seine 620.000 davon zu entlassen, hatte jedoch keine endgültige Zusage wegen des Termins gemacht. Die französische Regierung gab auch bekannt, daß die Vereinigten Staaten, in einem Memorandum vom 21. Dezember 1945, ausdrücklich festgelegt hatten, daß die von der amerikanischen Armee gefangengenommenen und Frankreich übergebenen Deutschen, bewegliches Vermögen sei, das von Frankreich als Teil seiner Kriegsreparationen unbegrenzt für Zwangsarbeit benutzt werden könne. Inzwischen gelangten weitere Berichte in die Presse, daß die Zustände in den französischen Sklavenlagern so schlecht blieben oder schlimmer wurden als vorher - Hungerrationen, wenig Schutz vor den Elementen oder Krankheiten, in schmutzigen, ungezieferverseuchten Quartieren.)

Dem Roten Kreuz zufolge hatte Großbritannien im August 1946 460.000 deutsche Gefangene, die als Sklaven dort arbeiteten, und, wie in Frankreich, stattliche Gewinne für das Kriegsministerium erbrachten. Wenn sie unsere Häfen verließen, ließ man die Gefangenen glauben, daß sie nach Hause geschickt würden! Als sie dann bei der Ankunft in britischen oder französischen Häfen erfuhren, daß sie für unbegrenzte Zeit als Sklaven arbeiten mußten, wurden sie mißmutig. Wie ein britischer Offizier sagte, "Wir brauchen mehrere Wochen um sie umzudrehen und bis sie anfangen, schwer zu arbeiten."

Es wurde berichtet, daß ein britischer Bauunternehmer, der deutsche Sklaven für fachmännische Arbeit beschäftigte, gesagt haben soll:

Wenn man sieht, wie gut die ihre Sache machen und bedenkt, welch schrecklichen Kuddelmuddel es bei unserem eigenen Arbeitsministerium - wir nennen es das Ministerium für O.C. (kurz für organisiertes Chaos) - gibt, fängt man an sich zu fragen, wie wir überhaupt den Krieg gewonnen haben.

Unter anderen Projekten, mußten die Gefangenen in Kensington Gardens ein Lager für die Feier des britischen Sieges bauen, in dem 24.000 Mann der Truppen des Imperiums untergebracht werden sollten, die in der Siegesparade des Imperiums mitmarschierten. Ein Vorarbeiter bemerkte: "Ich denke, die Jerries bereiten die Feier ihres eigenen Untergangs vor. Es scheint aber, daß es ein bißchen stark aufgetragen ist."

Die britische Regierung macht an ihren Sklaven einen jährlichen Nettogewinn von über $ 250.000.000.  . . .  Im März 1946 arbeiteten 140.000 Gefangene auf Bauernhöfen, für welche die Regierung $ 14 pro Woche pro Gefangenem einzog, 24.000 für Aufräumungsarbeiten von Gebäuden und sonstigen Bombenschäden, 22.000 an der Eisenbahn, meist als zweite Hand, zur Erledigung gelegentlicher Arbeiten, wie Unkraut aus der Themse ausgraben oder als Dienstboten für GI-Bräute, die auf Einschiffung nach Amerika warteten.

Den Eröffnungen von Mitgliedern des britischen House of Commons zufolge, wurden während des Winters 1945-46 in britischen Lagern in Belgien 130.000 frühere deutsche Offiziere und Mannschaften unter Bedingungen gehalten, die britische Offiziere als:

.... nicht viel besser als Belsen beschrieben. Die Gefangenen hielten sich den Winter über in Zelten auf und schliefen auf dem nackten Boden nur mit einer Decke. Sie sagen, daß sie unterernährt sind und von den Wachen geprügelt und getreten werden. Viele haben keine Unterwäsche oder Stiefel.

Im Sommer flüchtete eine wachsende Anzahl Gefangener mit Hilfe britischer Zivilisten aus den britischen Sklavenlagern. Berichte über die Verfolgung durch die Militärpolizei erinnern an die Verfolgungen fliehender Sklaven in der Zeit vor dem Bürgerkrieg (USA). Mitte September hatte die Entrüstung der Öffentlichkeit einen solchen Grad erreicht, daß das britische Kriegsministerium ankündigte, daß Pläne ausgearbeitet würden, monatlich 15.000 zu entlassen, wobei denen Vorzug gewährt würde, die "echte demokratische" Überzeugungen zum Ausdruck gebracht hätten. Offiziere der Armee und Nazis würden unter dem Plan nicht nach Hause entlassen. Es wurden jedoch Versprechungen gemacht, die Zustände in den Lagern zu verbessern.

Der Bericht des Internationalen Roten Kreuzes vom August 1946 zeigte, daß unsere eigene Regierung, durch ihre militärischen Einrichtungen in der deutschen Zone, 284.000 Gefangenen als Zwangsarbeiter beschäftigte, 140.000 davon in der Besatzungszone, 100.000 in Frankreich, 30.000 in Italien und 14.000 in Belgien.

Wie das Rote Kreuz berichtet, sind Länder, die ebenfalls Sklaven halten: Jugoslawien 80.000, Belgien 48.000, Tschechoslowakei 45.000, Luxemburg 4.000, Holland 1.300.

Diese Millionen von Deutschen ihren Familien fernzuhalten, ist ein direkter Angriff gegen deutsches Heim und Familie und dient in dieser Hinsicht nur dem Kommunismus. Doch das Band, daß die Männer an ihre Lieben bindet, ist stark geblieben. Ein Bericht aus Genf erzählt eine bewegende Geschichte.

Hunderte von Tonnen von Paketen, die von deutschen Gefangenen in den Vereinigten Staaten während der letzten drei Jahre über das Internationale Rote Kreuz an ihre Verwandten im Reich abgeschickt wurden, verstopfen hier die Lagerhäuser. Die Genfer Organisation ist nicht in der Lage, diese weiterzuleiten, weil kein zentrales Rotes Kreuz in Deutschland erlaubt ist. Andere Hunderte von Tonnen werden in New York festgehalten und warten auf eine Entscheidung.

"Der Inhalt der Pakete erzählt eine traurige Geschichte," sagte Oberst T.F. Wessels, Kommandeur der Militärpolizei im Hauptquartier der US-Armee in Frankfurt, Deutschland. Sie enthalten hauptsächlich Spielzeug aus Holz, das von den Gefangenen mühsam handgearbeitet und an ihre Kinder geschickt wurde, und sogar handgemachte Schuhe für ihre Frauen und Mütter. Viele deutsche Gefangene verzichteten darauf, zu rauchen und sandten ihre Zuteilung an Zigaretten und Süßigkeiten nach Hause. Viele schickten Bücher über das amerikanische Leben.

Seitens britischer Beamter wird ein Versuch gemacht, die Versklavung aus dem Grunde zu rechtfertigen, daß die Männer Kriegsgefangene sind und als solche nach der Genfer Konvention zur Arbeit gezwungen werden können. Es wird gesagt, daß der Krieg rechtlich noch nicht zu Ende sei, daß die Gefangenen noch immer Soldaten der deutschen Regierung seien und daß, wenn sie nach Deutschland zurückkehren, es die Verantwortung der deutschen Regierung sei, ihnen das Geld, das sich während der Zeit als sie Soldaten und Gefangene waren, angesammelt habe, auszuzahlen. Dieses Argument beruht auf der Grundlage, daß es eine deutsche Regierung gebe. Sie argumentieren aber auch, daß die Repatriierung der Gefangenen, die laut Genfer Konvention erfolgen soll, sobald die Feindseligkeiten eingestellt sind, nicht erfolgen könne, weil es keinen Waffenstillstand oder Friedensvertrag mit Deutschland gegeben habe, und daß zur gegenwärtigen Zeit auch keiner unterzeichnet werden kann, weil es keine deutsche Regierung gebe.

Durch ähnliches doppelzüngiges Gerede rechtfertigen sie die Nahrungsrationen der Gefangenen, die weit unter dem Armeestandard liegen, unter dem Vorwand, daß die Genfer Konvention, die Standard Armeerationen vorschreibt, mit dem II. Weltkrieg aufgehört habe zu existieren. Doch, wenn Repräsentanten der Presse die Gefangenenlager untersuchen wollen, lehnen die Briten lauthals ab mit dem Hinweis darauf, daß die Genfer Konvention solche Besuche von Gefangenenlagern verbiete.

Das Internationale Rote Kreuz, die höchste Autorität über dieses Thema, verdammt das Sklavensystem rundweg. Wie es aus Genf heißt:

Fast ein Jahr nach dem Frieden, verletzen die Vereinigten Staaten, Britannien und Frankreich die Abmachungen des Internationalen Roten Kreuzes, die sie im Jahre 1929 feierlich unterschrieben.

Eine heutige Untersuchung im Genfer Hauptquartier, zeigte, daß die Weitergabe von durch die amerikanische Armee gefangengenommenen deutschen Kriegsgefangenen in französische und britische Befehlsgewalt zur Zwangsarbeit nirgendwo in den Statuten des Internationalen Roten Kreuzes erlaubt wird, die bezüglich dieses Themas die höchste Autorität in der Welt sind.

Rußland lehnte es 1929 ab, an der Konferenz des Internationalen Roten Kreuzes teilzunehmen, und Japan unterzeichnete diese Konvention nie, daher waren weder Moskau noch Japan an die Regelungen bezüglich Kriegsgefangener gebunden.

"Die amerikanische Lieferung deutscher Gefangener an die Franzosen und Briten für Sklavenarbeit, wurde von Rußland bereits als Rechtfertigung dafür angeführt, deutsche Armeegefangene so lange zu behalten, wie sie in der Lage waren zu arbeiten," gab ein Beamter des Internationalen Roten Kreuzes an. Der Austausch gefangener feindlicher Soldaten unter den Siegern, wirft die Welt ins finstere Mittelalter zurück - als feudale Barone angrenzende Herzogtümer angriffen, um ihren Viehbestand wieder aufzufüllen.

Ein Beobachter des Roten Kreuzes verdammt die Versklavung mit diesen Worten:

Es ist ein ungeheuerliches System und ein böser Präzedenzfall, weil es weit offen für Mißbrauch und mit Schwierigkeiten verbunden ist, Verantwortung zu schaffen. Deutsche Soldaten waren nach dem üblichen Recht keine Sträflinge und konnten den Militärdienst ebensowenig verweigern, wie die Amerikaner. Es ist eindeutig Unrecht, sie aus politischen Gründen zu kaufen und zu verkaufen, wie die afrikanischen Neger vor einem Jahrhundert.

Mehr noch, es muß hervorgehoben werden, daß viele der Sklaven nie deutsche Soldaten waren. Viele waren deutsche Zivilisten, die während des Krieges in Amerika festgehalten wurden, eingeschlossen Seeleute, die vor unserem Eintritt in den Krieg festgenommen worden waren, frühere rechtmäßige Bewohner der Vereinigten Staaten und Personen, die aus Lateinamerika nach hier gebracht wurden, weil sie deutsche Ansichten hatten. Sogar antinazistische Deutsche, die freiwillig aus Amerika nach Deutschland zurückkehrten, um der Militärregierung beim Wiederaufbau der zerstörten Länder und Familie und Freunden in höchster Not zu helfen, wurden zur Versklavung geschnappt.

In scharfem Gegensatz zu unserer Behandlung von Kriegsgefangenen, stand die Behandlung amerikanischer Kriegsgefangener seitens der Deutschen. Allan Wood, Kriegskorrespondent des Londoner Express, sagte in einer Zusammenfassung der Behandlung der Kriegsgefangenen von deutscher Seite:

Die erstaunlichste Sache über Greueltaten in diesem Krieg ist, daß es so wenige gab. Ich bin nur wenigen Situationen begegnet, in denen die Deutschen die Gefangenen nicht nach den Regeln behandelt und das Rote Kreuz nicht respektiert hätten.

Leutnant Newton L. Marguiles, Stellvertretender Beisitzer in den Jefferson Kasernen, sagte am Montag, dem 27. April 1945 in St. Louis:

Selbst in Augenblicken größter Verzweiflung, gehorchten die Deutschen im allgemeinen der Konvention. Es stimmt, daß es an der Front Greueltaten gab - Leidenschaften entbrennen dort sehr leicht - aber es waren einzelne Vorfälle, keine Praktiken, und schlechte Leitung der Lager für gefangene Amerikaner war sehr ungewöhnlich.

Der Chef des Stabes, Gen. George C. Marshall, schrieb am 5. Januar 1945 an den Nationalen Befehlshaber der Amerikanischen Legion:

Unsere Behandlung der Kriegsgefangenen wird durch die Genfer Konvention geregelt, die unter anderem vorsieht, daß sie mit den gleichen Rationen in Qualität und Quantität versorgt werden, wie die amerikanischen Truppen in den Basislagern in diesem Land. Dies geschieht unter der vertraglichen Verpflichtung, und unsere in deutscher Hand befindlichen Soldaten erhalten im großen und ganzen entsprechende Behandlung.

Das Amerikanische Rote Kreuz berichtete 1945 offiziell, daß "99 Prozent der amerikanischen Kriegsgefangenen in Deutschland überlebt haben und auf dem Weg nach Hause sind."

Die deutsche Behandlung russischer Kriegsgefangener glich der russischen Behandlung deutscher Kriegsgefangener. Da Rußland die Genfer Konvention nicht unterzeichnet hatte, waren weder Rußland noch Deutschland an diese Bedingungen gebunden. Und es muß daran erinnert werden, daß Greueltaten in deutschen Konzentrationslagern keine Kriegsgefangenen betraf, sondern Menschen, die mutmaßlich Deutsche waren, Menschen, die überlebt haben und nun stolz sagen, daß sie Mitglieder des deutschen Untergrundes gewesen seien, Saboteure, die ihr bestes taten, den deutschen Kriegserfolg zu sabotieren und zu bekämpfen. Die Behandlung, die sie erhielten, wenn auch bedauerlich und unmenschlich, gleicht der Behandlung der politischen Gefangenen in Rußland. Wenn der eine verdammt wird, muß auch der andere verdammt werden, wenn es Gerechtigkeit geben soll. Wenn nicht, machen wir uns der Rangdiskriminierung schuldig, indem wir ein Verbrechen, das von einem begangen wurde, verdammen, und es gutheißen oder übersehen, wenn es von einem anderen begangen wurde. Wenn wir diesen Krieg wirklich geführt haben, um solchen Dingen ein Ende zu bereiten, so ist der Krieg nicht zu Ende, bis die Insassen der russischen Sklavenlager auch befreit worden sind. Wenn wir einen Krieg geführt haben, der eine halbe Billion Dollar gekostet hat, um nur diejenigen in deutschen Lagern zu befreien, und nicht die in russischen Lagern, ist eine Erklärung fällig.

Auf jeden Fall müssen wir uns fragen, was wir tun würden, wenn wir uns in einem Krieg z.B. gegen Rußland befänden und im Innern eine "Untergrund"-bewegung hätten, die sich bemüht, Kolumnisten der kommunistischen Fünfte Kolonne zu sabotieren.

Es ist ein Versuch unternommen worden, die Versklavung der Deutschen allgemein aus dem Grunde zu rechtfertigen, daß die Naziregierung von ausländischen Arbeitern Zwangsarbeit verlangte. Es stimmt, daß das Reich Millionen importierter Arbeiter hatte, es stimmt aber auch, daß, ausgenommen von besonderen Fällen, wie Kriegsgefangene, die unter die Genfer Konvention fielen, diese ausländischen Arbeiter zum größten Teil bezahlt und gut ernährt wurden.

Dr. James K. Pollock, der während 14 Monaten bei der Amerikanischen Militärregierung tätig war, sagte von Deutschlands "Zwangsarbeitern": "Ich glaube, daß es einigen dieser Leute besser ging, als zu jeder anderen Zeit in ihrem Leben." Eine große Menge von Beweisen zeigen, daß das wahr ist und daß gegenteilige alliierte Kriegspropaganda weitgehend übertrieben war. Abgesehen davon, gibt es keine Rechtfertigung für die Bestrafung des normalen Bürgers eines jeden Landes, für die Sünden seiner politischen Führer.

Der Chef der Kohle- und Bergbau Abteilung der Amerikanischen Militärregierung, Max. H. Forrester, antwortete im Juli 1946 auf die Frage: "Was haben die Deutschen getan, um so gute Produktionsleistungen von den Zwangsarbeitern zu erreichen, die wir mit Deutschen, die beim Bergbau arbeiten, nicht erreichen können?"  "Sie ernährten ihre Helfer, und sie ernährten sie gut."

Im Sommer 1946 trat die amerikanische Arbeitergewerkschaft streng gegen das Sklavensystem als einer fundamentalen Bedrohung der freien Arbeit in der ganzen Welt an. Indem sie die Aufmerksamkeit auf die Tarifgesetze richtete, die ausdrücklich die Einfuhr von Gütern, die ganz oder teilweise von Sträflingen, Zwangsarbeitern, Lehrlingen oder jeglicher anderen Form unfreiwilliger Arbeit hergestellt waren, aus dem Ausland untersagten, warnte der Sprecher der Gewerkschaft, Herbert Thatcher, in einer Rede im Radio davor, daß das System der Sklavenarbeit Handel und Produktion auf eine Stufe hinunterdrücken könne, die zu einem anderen Krieg führen könne. Er sagte, daß die Zustände von Sklavenarbeit in Britannien, Frankreich und Rußland "den Weltfrieden gefährden und den Welthandel zerstören." "Darum," schloß er, "ruft die amerikanische Arbeitergewerkschaft die Vereinigten Staaten auf, den Vereinten Nationen vorzuschlagen, daß alle Mitgliedsstaaten auf die Nutzung von Zwangsarbeit verzichten und sich einig darin sind, Erzeugnisse von Zwangsarbeit vom Welthandel zu verbannen."

Wir verhandelten und schlossen ein Abkommen mit den vier dominierenden Mächten der Welt, das zum ersten Mal klar und unzweideutig ausdrückte, was bis dahin, wie das Tribunal erklärte, stillschweigend im internationalen Recht verankert war, nämlich ..... Zivilbevölkerungen zu versklaven oder zu deportieren, ist ein internationales Verbrechen, und daß für die Durchführung solcher Verbrechen Einzelne verantwortlich sind.

Indem er die Nürnberger Urteile verteidigte, sagte Willis Smith of Raleigh, N.C. Präsident des Amerikanischen Anwaltsverbandes:

Die Zeit ist gekommen, wo Männer, die verbrecherische Dinge anordnen, selbst zu Verbrechern erklärt werden sollten. Seit wann sind Mord und Deportationen und Sklavenarbeit keine Verbrechen?

 

Entnazifizierung


Deutschland wurde unter Hitler durch die alleinige Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei regiert, die alle anderen Parteien als ungesetzlich erklärte. Das System war in dieser Hinsicht dem der Kommunisten in Rußland ähnlich, die nach dem Gewaltstreich im Jahre 1917 dem russischen Volk ein Einparteiensystem aufgezwungen haben und alle abweichenden politischen Meinungen als Verrat bezeichneten.

Indem sie den Parlamentarismus ablehnten, folgten die Nazis dem, was sie das Führerprinzip bezeichneten. Der "Führer" übte höchste Autorität aus; unter ihm breiteten sich lagenweise untergeordnete Führer fächerartig durch alle Teile der Gesellschaft aus, um die gesamte deutsche Nation unter zentralisierte Parteikontrolle zu bringen.

Nach der Übernahme fanden leitende Persönlichkeiten aus allen möglichen Berufszweigen es nötig oder zweckmäßig, in die Partei einzutreten oder sich einer oder mehrerer der angegliederten Organisationen anzuschließen. Unter den 7.500.000 Mitgliedern, waren fast alle Regierungsangestellten, professionellen Leute, Wissenschaftler, Techniker, Professoren, Lehrer, Autoren und Geschäftsleute, die als Geschäftsführer eingesetzt und unter schwerer Bestrafung, wie Konfiszierung von Eigentum, gezwungen wurden, sich an Parteilinie und Auftrag auszurichten. Büroangestellte, Handwerker und Techniker mußten sich, um im Beruf weiterzukommen, einordnen. Die Anzahl der Mitglieder wuchs während des Krieges und der Periode von wachsender Spannung kurz davor rapide. Partei und Nation wurden so eng miteinander verbunden, daß der Eintritt als Darstellung von Patriotismus gewertet wurde; abzulehnen zog Bestrafung für Illoyalität nach sich. Kurz gesagt, fast jedermann in Deutschland mit Denkvermögen, Fähigkeiten und Eignung für eine leitende Position gehörte der Nazipartei oder einer der angeschlossenen Organisationen an und gehorchte ihren Befehlen.

Indem sie die ganze Schuld für den Krieg Deutschland anlastetenund damit der Nazi Partei, den Krieg als einen Angriffskrieg erklärten und Angriff als ein Verbrechen gegen die Menschheit als ungesetzlich erklärten, haben Deutschlands Eroberer die Nazipartei, ihre Gliederungen und die ganzen Millionen von Mitgliedern zu Verbrechern gestempelt. Die Bestrafung, wenn sie, wie in Potsdam festgelegt, auf den Buchstaben genau ausgeführt wird, würde praktisch die Auflösung von Deutschlands Mittel- und Oberschicht bedeuten.

Die umfassende Belastung ruht auf einer schwachen Basis, wie sich in den Potsdamer Entnazifizierungserklärungen zeigt. In einem Atemzug ordnen sie an, daß alle "Diskriminierung ..... politischer Ansichten abgeschafft werden solle"; doch im nächsten Atemzug lösen sie die Nazipartei und ihre angeschlossenen Organisationen und Institutionen auf, verbieten die Verbreitung nationalsozialistischer Ansichten, ohne diese im besonderen zu identifizieren, und verlangen schwere Bestrafung aller Nazis, ganz einfach dafür, daß sie Nazis sind.

Potsdam ordnet an, daß "Naziführer, einflußreiche Naziunterstützer und hohe Beamte von Naziorganisationen und -institutionen ..... festgenommen und interniert werden" und daß alle Nazis von geringerer Bedeutung "aus öffentlichen und halböffentlichen Ämtern sowie früheren verantwortungsvollen Positionen in privaten Unternehmen entfernt werden sollen." . . .

Mit anderen Worten, wir machten uns daran, das Leben und den Ruf von drei Millionen Männern allein in unserer Zone zu ruinieren, weil diese, wie sie es sehen, einen "politischen Fehler" machten. ... Aber am wichtigsten war, daß der Zone und ihren Menschen die wirtschaftliche Nutzung vorenthalten wurde, die daraus erwachsen wäre, wenn diesen Männern erlaubt worden wäre, die Arbeit zu tun, die allein sie durch Talent, Training und Erfahrung in der Lage waren auszuführen. Die produktivsten Männer der Zone in Kolonnen zu stecken, wo sie mit Hacke und Schaufel arbeiten mußten und ihre Posten mit Unfähigen zu besetzen, war eine der Hauptursachen, die zu der wirtschaftlichen Lähmung in der Zone beitrugen.

Unsere Besatzungsbehörden wurden mit zwei sich gegenseitig widersprechenden Aufträgen konfrontiert, die sie oft in Situationen mit gegenteiligen Absichten brachten. In Potsdam wurde ihnen der Auftrag gegeben, genügend Produktion zur Versorgung der Besatzungskräfte und die "displaced persons" sicherzustellen, wobei genug übrigbleiben sollte, "das deutsche Volk in die Lage zu versetzen, ohne Hilfe von außen zu existieren." Bei dem Versuch, diesen Auftrag auszuführen, konnten z.B. einige unserer zonalen Beamten unterwegs sein, um nach ausgebildetem Personal für das unterbesetzte Eisenbahnsystem zu suchen. Doch zur gleichen Zeit kamen andere Beamte, die den Entnazifierungsauftrag durchzuführen hatten, diesen zuvor, schnappten Lokomotivführer und Zugpersonal und steckten sie ins Gefängnis, weil sie Nazis gewesen waren.

Es zeigte sich, daß die Organisierung der Entnazifierungsanordnungen eine Aufgabe von überwältigendem Ausmaß war. Das begrenzte Personal der Militärregierung mußte feststellen, daß es unmöglich war, die drei Millionen Nazis ordentlich zu registrieren, ihre Fragebogen auszufüllen, zu tabellarisieren und säuberliche Akten anzulegen. Noch konnten einzelne Prozesse und Anhörungen für so viele ordentlich durchgeführt werden, besonders wenn jeder Irrtum dazu beitrug, die ansteigende Flut deutschen Unwillens zu verstärken.

Da wir organisierten Widerstand befürchteten, führten wir, nach Art der Gestapo, die größten Massenrazzien in der Geschichte durch. Bei Tagesanbruch, ohne Warnung, hielten unsere Truppen jedes Fahrzeug in der Zone an, prüften die Papiere von Zivilisten und Soldaten und durchsuchten jedes deutsche Haus vom Keller bis zum Boden. Obwohl den verantwortlichen Männern zufolge, die deutsche Bevölkerung während 12 Jahren angeblich unter dem Einfluß und der Dominanz von Verbrechern und kriminellen Organisationen gestanden hatte, "ergab die Durchsuchung weniger Verbrechen, als vielleicht bei einer ähnlichen Aktion in einem vergleichbaren Gebiet in den Vereinigten Staaten zu Tage gekommen wären."

Da sich also herausstellte, daß es unmöglich war, den Entnazifierungsauftrag durchzuführen, wir diesen andererseits aber auch nicht fallenlassen konnten, beauftragten wir kurzerhand die Deutschen damit.  . . .

 

Weniger als vier Wochen später verkündete das Nürnberger Tribunal sein Urteil, das von so großer Tragweite war. Das Tribunal, daß gewiß keiner richterlicher Neutralität oder Milde beschuldigt werden kann und die Fälle auf vier alles umfassende Punkte konzentrierte, verurteilte 12 von 22 Erznazis zum Tode, drei zu lebenslänglichem Gefängnis, vier zu Gefängnisstrafen von 10 bis 20 Jahren, und erklärte drei für unschuldig. Wenn drei der höchsten Nazis frei von Schuld und vier andere nur teilweise schuldig waren, konnte der größte Teil der Parteimitglieder überhaupt nicht ernstlich schuldig sein. Das bedeutet, daß die Entnazifizierungsverordnungen, die alle Nazis ohne Prozeß verurteilen, durch und durch ungerecht sind.  . . .

Aber das Urteil, das in Potsdam ausgesprochen wurde, war noch schlimmer, weil dort ein allgemeiner Schuldspruch verkündet wurde, ohne den geringsten Vorwand für einen Prozeß, Beweise oder Zeugenaussagen. Unter den gegenwärtigen Entnazifizierungsgesetzen sind alle Nazis immer noch schuldig, es sei denn, sie können angesichts eines Verfahrens, das die Verletzung akzeptierter Beweisregeln erlaubt, ihre Unschuld beweisen.  . . .

Das Nürnberger Tribunal stellte auch verschiedene Naziorganisationen vor Gericht, um festzustellen, ob sie und die Mitglieder kriminell waren oder nicht. Die SS, Gestapo, SD - Elitewache, Geheimpolizei und Sicherheitspolizei - und die höheren Ränge der Naziführung wurden als verbrecherische Organisationen erklärt. Das bedeutet, daß 400.000 Mitglieder, um freigesprochen zu werden, nachweisen müssen, daß ihr Beitritt erzwungen wurde und sie nichts von der Kriminalität wußten. Die Bestrafung reicht bis zur Todesstrafe. Andererseits wurde die SA - Original Sturmtruppen - von der Verschwörung zu einem Angriffskrieg freigesprochen, und der Generalstab, das Höchste Kommando und die Braunhemden wurden für nicht schuldig befunden. Daher konnte die breite Masse des deutschen Volkes nicht schuldig sein und sollte auch nicht bestraft werden.

Das Entnazifizierungsprogramm im allgemeinen und der Nürnberger Prozeß im besonderen verletzen unsere traditionellen Vorstellungen von Recht; in Wirklichkeit verkörpern sie das kommunistische und nazistische Konzept der Rechtsprechung - die Beseitigung ideologischer Gegner. Wie die wöchentliche Barron's sagt:

..... bestraft wird einseitig nur der Besiegte. Abgesehen davon, daß sie nicht die gleichen spektakulären Greuel begingen, haben die Russen doch schließlich in Polen das gleiche getan wie die Nazis. In den Augen der Welt haben wir die kommunistische Ansicht von Justiz übernommen.

Schlimmer noch, wir haben den Kommunisten, deren schlimmste Lehren mit denen der Nazis übereinstimmen, erlaubt, weiter zu predigen und zu agitieren und sogar Eingang in Schlüsselpositionen unserer eigenen Militärregierung zu finden. Als wir ankamen, waren die Deutschen streng antikommunistisch; seither sind sie aus unserer Zone in die russische geflohen, wo sie in der kommunistischen Partei und sogar in der Roten Armee willkommen geheißen werden, in deren Rängen sie eines Tages die Möglichkeit haben mögen, sich an uns zu rächen.

Die Entnazifizierung in der russischen Zone war weit aufgeklärter und wirtschaftlich weniger störend. Die starken Männer im Kreml konnten die Verdammung aller Nazis als Verbrecher kaum ernst nehmen, weil sie sehr genau wußten, daß ihre eigene Partei, die Rußland weitgehend so regiert, wie die Nazipartei Deutschland regierte und die denselben blinden Gehorsam ihrer Mitglieder verlangt, jeden Aktes, dessentwegen wir die Nazis so streng verurteilen, schuldig ist: Aggressionskriege gegen friedliche Nachbarn, Nervenkrieg, Konfiszierung von Eigentum ganzer Klassen ohne Entschädigung der Eigentümer, Verletzung von Verträgen und Übereinkünften, Feindseligkeit gegen Religion, Greuel in Konzentrationslagern, Sklavenarbeit, Plünderung und Mißhandlung eroberter Länder, die Benutzung von Fünften Kolonnen und Quislingen, Regierung einer Partei durch Terror mit Hilfe von zivilen Informanten und dem System einer brutalen Geheimpolizei, Beschränkung von Menschenrechten und Freiheit des Einzelnen auf jede Art und Weise, und sogar das Ziel, die Welt zu erobern.

Die Russen wissen das, und die Deutschen ebenfalls. Wenn wir es bei dem einen entschuldigen und den anderen bestrafen, werden wir in den Augen beider lächerlich.

Die Haltung des Kremls hinsichtlich Entnazifizierung wurde bereits vor Jahren ausgedrückt und hat sich wahrscheinlich seither nicht geändert. Rußland, als Partner von Hitler, hatte gerade Polen angegriffen, besiegt und geteilt, und Hitler hatte vorgeschlagen, daß, da der Grund, dessentwegen der Krieg geführt wurde, nun beseitigt sei, alle Beteiligten den Kampf einstellen und eine allgemeine Entwaffnungskonferenz einberufen sollten. Britannien und Frankreich hatten mit der kurzen Bemerkung abgelehnt, daß sie weiterkämpfen würden, um den "Hitlerismus zu vernichten." Der Kreml äußerte sich abschätzig. Seine Reaktion, die wahrscheinlich immer noch seine innere Überzeugung ist, wurde von der Associated Press aus dem streng zensierten Moskau (am 9. Oktober 1939) wie folgt berichtet:

In einem Leitartikel in der Regierungszeitung Iswestia stellte sich Sowjet-Rußland hinter Adolf Hitlers Friedensgeste, indem es Großbritannien und Frankreich beschuldigte, mit der Absicht, einen Krieg zu führen, um den "Hitlerismus zu vernichten," "ins Mittelalter zurückzukehren."

Das Potsdamer Abkommen, das die "Vernichtung des Hitlerismus" vorsah, war jedoch für den Kreml sehr nützlich, weil es die Basis für die Beseitigung der deutschen "Bourgeoisie" bot und damit die Bühne freimachte, Deutschland endgültig kommunistisch zu machen. Die notwendige Enteignung von Besitz wurde durch die Konfiszierung der Holdings der Nazis, abwesender Flüchtlinge, "Kriegsgewinnler" und anderer Klassen künstlicher Krimineller erreicht. Wenn jedoch ein nomineller Nazi in der russischen Zone enteignet worden ist, wird ihm die Möglichkeit geboten, sich reinzuwaschen. Wenn er sechs Monate bei Räumungsarbeiten zufriedenstellend gearbeitet hat, wird ihm sein Arbeitsplatz zurückgegeben. Entnazifizierung wird dadurch mit "Aufbau" verbunden. Kleinere Täter wurden vor deutsche Gerichte gebracht, und reuige Nazis werden aufgefordert, in die kommunistische Partei einzutreten. Reuters zufolge, wurde Offizieren des deutschen Militärs angeboten, in die Rote Armee einzutreten. Wenn Offiziere die Zonengrenze überschreiten, werden sie symbolisch "festgenommen," kommen in Quarantänelager und werden aufgefordert, sich einzutragen. Wenn sie annehmen, erhalten sie besondere Behandlung. Mit anderen Worten, die Vereinigung der Roten- und der Naziarmee hat begonnen.

Rußland nimmt in seiner Zone die vielen gemeinsamen Punkte zwischen dem eigenen und dem Nazisystem unter Hitler wahr. Manche Deutschen bemerken, daß der "Kommunismus nichts anderes sei, als Nationalsozialismus unter anderem Namen." Während wir weiterhin auf den Übeln des Nazismus herumhämmern, den wir scheinbar als etwas Einmaliges betrachten, stimmt Rußland, das unser Militärpersonal nicht kritisieren darf, diese Übel mit dem eigenen System ab und ermöglicht so die gewünschte Umwandlung vom einen in das andere.

Mit der Beseitigung der "Bourgeoisie" in unserer Zone, haben wir in die Hände des Kremls gearbeitet, weil diese Aktion das Haupthindernis zu einer Errichtung der "Diktatur des Proletariats" und einer endgültigen Integration der Zone in die Sowjetunion - den eigenen Vereinten Nationen des Kremls - beseitigt ist. Unsere ganze Entnazifizierungsprozedur war für Moskau höchst befriedigend, weil, je größer das Chaos, die Verzweiflung und die Empörung sind, die wir hervorrufen und je größer die Ablehnung des deutschen Volkes wird, um so stärker wird der Griff des Kommunismus' und um so näher kommen wir dem Punkt, alles zu verlieren, wofür wir den Krieg geführt haben.  – (Abschnitt wegen Platzersparnis stark gekürzt. H.Koch)

 

Kapitel IV

Der Angriff auf deutsches Kapital

 

Plünderung

Die Plünderung Deutschlands nach der bedingungslosen Kapitulation, wird in die Geschichte als einer der schändlichsten Akte in moderner Zeit eingehen. Der Umfang spottet jeder Beschreibung und das Ausmaß ist unvorstellbar.

Die alliierten Armeen strömten mit blutunterlaufenen Augen nach Deutschland hinein und mit der aus der Propaganda erwachsenen Überzeugung, daß die Deutschen der menschlichen Rasse nicht mehr angehörten und des gesetzlichen Schutzes und zivilisierter Einrichtungen, wie des Eigentumsrechts und der Sicherheit der Person nicht mehr wert waren. Es wurde nicht als Plünderung angesehen, sondern ganz einfach, als sich etwas vom Eigentum der Deutschen zu nehmen, das diese verwirkt hatten, weil sie Deutsche waren.

Russische Soldaten waren besonders heißhungrig, und ihr Appetit auf Plünderung wurde nur durch die Beschränkung ihres eigenen Rechts, Eigentum zu besitzen, gezügelt. Sachen, die russische Soldaten behalten konnten, wie Armbanduhren, stahlen sie, sobald sie sie sahen, sogar von den Armen der Yankees.

Die schwere Plünderung durch die Russen wurde offiziell, systematisch und gründlich durchgeführt. In jedes Haus und jede Wohnung wurde eingedrungen, durchsucht und alles, was zugleich wertvoll und beweglich war - Juwelen, Silber, Kunstwerke, Kleidung, Haushaltsgegenstände, Geld, wurde mitgenommen. Sie durchwühlten Warenhäuser, Geschäfte und Lagerhäuser. Von den Farmen wurden Tiere, Maschinen, Vorräte an Samen, Futter, Wein und Vorräte an Nahrungsmitteln mitgenommen. Telefone wurden aus den Wohnungen entfernt, Telefon- und Telegrafenleitungen sowie Einrichtungen wurden abmontiert. Autos, Motortrucks, sogar Feuerwehrwagen wurden beschlagnahmt. Alles, was nicht festgenagelt war, wurde mitgenommen. Weil der Lebensstandard der Deutschen auf den europäischen Durchschnitt heruntergebracht werden mußte.

Die russischen Besatzungsarmeen, in der Größe gleich der der gesamten Besatzungskräfte der Westmächte, leben auf Kosten des Landes und bezahlen für Requisitionen mit Papier-Besatzungsmark. Maßlos übertriebene Besatzungskosten dienen dem Kreml als wirkungsvolles Mittel, das Territorium auszubeuten. Die Belastungen in der sowjetischen Zone Österreichs sind relativ größer als diejenigen, die die Deutschen in Frankreich, Belgien. Holland, Griechenland und anderswo auferlegten. Und das, trotz des Versprechens, Österreich den "Befreiten Status" zuzuerkennen.

Alle Alliierten haben ungeheure Mengen an Militärgeld herausgegeben, das die Deutschen gezwungen sind, als "Zahlungsmittel" anzunehmen. Vorsichtig geschätzt, haben sie insgesamt zwischen 15 und 20 Milliarden Besatzungsgeld in das Land gepumpt gegenüber einer normalen Währungszirkulation zwischen 7 und 9 Milliarden. Das bedeutet, daß sich die vier Mächte zwischen 2 und 4 Milliarden Dollar an deutschem Besitz angeeignet haben als Gegenwert für das Drucken von Geld, das als Zahlungsmittel ausgegeben wurde.  . . .

So übergewichtig, wie die amerikanischen Kräfte in den Armeen waren, die gegen den Westen und Süden Deutschlands kämpften, so war die Übergewichtigkeit der plündernden Amerikaner. Der Auslandskorrespondent der Chicago Daily News, der der 3. US Armee zugeteilt war, schrieb im Mai 1945, als Deutschland sich ergab:

Ich war überrascht über die nachlässige Art und Weise, in der das geplünderte Gut behandelt wurde und große Bestände an Nahrungsmitteln den rücksichtslos einfallenden Plünderern überlassen wurden.

Einige Tage später telegrafierte er:

Von komplizierten Zeiss-Objektiven über Butter und Käse bis zu teuren Autos im Wert von Millionen von Dollar wird alles vernichtet, weil die Armee kein System für die Bergung wertvollen Feindmaterials ausgearbeitet hat.

Was Besitztum des Feindes angeht, sind die Fronttruppen rauh und zu allem bereit. Natürlich nehmen sie alles, was sie finden können, wenn es interessant aussieht, und, weil sie in den Frontlinien sind, sagt niemand etwas.

Es gibt keine M.P.s in den Frontlinien.

Aber was die Truppen an der Front nehmen, ist nichts im Vergleich zu dem Schaden, der durch den mutwilligen Vandalismus einiger der folgenden Truppen angerichtet wird.

Sie scheinen alles zu ruinieren, eingeschlossen die einfachsten persönlichen Gegenstände der Leute, in deren Häuser sie eingewiesen sind.

Heute hatten wir zwei weitere Beispiele dieser Art, die Tränen in die Augen eines jeden bringen würden, der materielle Werte zu schätzen weiß.

Zunächst fand ich zwei Güterwagen mit wunderbaren Zeiss-Entfernungsmessern für Gewehre, Tausende von seltenen Linsen im Wert von grob gerechnet vielleicht $ 1.000.000.

Die meisten Sachen, die wir hier sahen - viele über die Gleise verstreut - waren nicht zu schätzen, und Werte in Tausenden von Dollar wurden verstreut, als die G.I.s die Güterwagen nach Ferngläsern und anderen Gegenständen durchkämmten, von denen man annahm, daß sie leicht zu verkaufen sein würden. Jeder mit auch nur einer Ahnung von Präzisionsinstrumenten, würde sich die Augen ausgeweint haben, Instrumente im Wert von $ 500 bis $ 1.000 einfach als Plunder herumgestreut liegen zu sehen.

Später besuchte ich ein Lagerhaus, das voll war von Textilien, und es sah aus wie ein Schweinestall.

Es lagen immer noch Tausende von Metern bedruckter Baumwolle und künstlicher wollener Güter herum, aber viel mehr war von dem einen oder anderen geplündert worden. – Soweit das Telegramm.

In einem Fall führte die Plünderung zu Festnahmen und Prozessen. Ein WAC Hauptmann und ein Oberst waren in Amerika festgenommen und in Frankfurt, Deutschland, vor ein Gericht gestellt worden, weil sie Juwelen, zumeist vom Hause Hessen, aus einem Schloß mitgenommen hatten, das Prinzessin Margarete von Hessen, einer Enkelin Königin Victorias, gehörte.  . . .

Es ist bestens bekannt, daß wir aus deutschen Museen ca. 200 Meisterstücke mitgenommen haben in der Absicht, sie zu behalten. Die Empörung der Öffentlichkeit war so stark, daß Präsident Truman sich veranlaßt sah, schnellste Rückgabe zu versprechen. Aber niemand wurde angeklagt oder festgenommen.

Der amerikanische Kommandant der Militärpolizei, Oberstleutnant Gerald F. Beane, dessen Aufgabe es ist, sich um Verbrechen zu kümmern, die durch unsere Soldaten begangen wurden, sagt in einem offiziellen Bericht, der Ende 1945 in Berlin veröffentlicht wurde, über die Natur und das Ausmaß von Kriminalität in unserer Besatzungsarmee, daß die am meisten von unseren Soldaten begangenen Verbrechen Diebstahl und Raub seien.  . . .

Der größte Teil dieser Art Plünderung hörte während des ersten Besatzungsjahres auf, danach wurden die Methoden raffinierter und indirekter. Ende 1946 wurden die GIs aufgefordert, deutschem Besitz zu kaufen, der zu der Zeit für fast nichts zu haben war, aber später großen Wert haben konnte.  . . .

Aber die Art der eben geschilderten Plünderung, obwohl sie einen Wert von Hunderten von Millionen hat und durch die den deutschen Menschen Erleichterungen und Notwendigkeiten gestohlen wurden, die sie während der schrecklichen Zeit, durch die sie hindurch müssen, so dringend brauchten, ist jedoch nur geringfügiger Diebstahl im Vergleich zu dem gigantischen Programm industrieller Plünderung, das in Potsdam beschlossen wurde.

 

Wirtschaftlicher Kannibalismus

Potsdam verfügt, daß eine zukünftige deutsche Produktion durch den Alliierten Kontrollrat so begrenzt werden soll, daß der durchschnittliche deutsche Lebensstandard den durchschnittlichen Lebensstandard anderer europäischer Länder nicht übersteigt, ausgenommen Britannien und Rußland, und daß die "Produktionskapazität, die nicht für die erlaubte Produktion benötigt wird" von den Eroberern als Beute genommen oder zerstört werden soll. Die am Boden liegende deutsche Wirtschaft muß ausgeblutet und gevierteilt und das Fleisch anderen Ökonomien zugeführt werden, ein Projekt, das passend "wirtschaftlicher Kannibalismus" genannt wird. . . .

Potsdam beschließt, ein Reparationsprogramm festzulegen, durch das ein großer Teil der knappen noch verbliebenen Produktionseinrichtungen zerstört oder abgebaut werden soll.  . . .

Bei der Durchführung des Potsdamer Auftrags, der eine "Eliminierung oder Kontrolle der ganzen deutschen Industrie verlangt, die zur Herstellung von militärischer Produktion benutzt werden könnte" und der Betonung auf "Entwicklung von Landwirtschaft und friedlicher inländischer Industrien," sind jedoch viele normale friedliche Industrien gänzlich verboten. Diese schließen den Schiffsbau, Herstellung und Benutzung von Flugzeugen, verschiedene Arten von Kugellagern, fast alle Typen von Werkzeugmaschinen, schwere Materialien, Aluminium usw ein . . .

Zukünftige Produktion einer großen Anzahl inländischer Industrien ist drastisch eingeschränkt. Elektrotechnik ist halbiert worden, Maschinenbau zu Zweidritteln gekürzt. Synthetische Textilien sind scharf gekürzt. Die chemische Produktion ist im ganzen auf 45 Prozent der alten Höhe reduziert . . .

Der deutschen Wissenschaft, auf die die deutsche Industrie stark angewiesen ist, wurde ein tödlicher Schlag versetzt. ... Potsdam ordnete die Kontrolle aller deutschen Forschungseinrichtungen und Labors etc. an, die mit wirtschaftlichen Tätigkeiten verbunden waren. In Übereinstimmung mit dieser Bestimmung wurde die deutsche Wissenschaft auf Anordnung des Kontrollrats unterdrückt. Forschung (in Deutschland) durch Wissenschaftler, die Nazis waren oder zur Entwicklung deutscher Waffen beigetragen hatten, ist verboten worden.  . . .

Mit anderen Worten, die deutsche Wissenschaft wurde vernichtet und mit ihr die Möglichkeit der Deutschen, mit den Siegern des Krieges wirtschaftlich zu konkurrieren.

Tatsächlich sind deutsche Wissenschaftler eine hochgeschätzte Form von Kriegsbeute geworden. Rußland, das als erstes ihren Wert erkannte, konnte das Verlangen und das Bestreben nicht unterdrücken, so viele wie möglich zu ergattern. Britannien, Frankreich und die Vereinigten Staaten folgten schnell seinem Beispiel und nahmen mit bemerkenswertem Erfolg an dem Wettkampf teil. Als wir uns bei der Übergabe an die Russen aus dem Teil der jetzt westlichen russischen Zone zurückzogen, war es uns sogar möglich, eine große Anzahl zu entführen. Zunächst galt unser Interesse nur Experten, die an Kriegsentwicklungen gearbeitet hatten, insbesondere Atomspaltung und Geheimwaffen. Andere in unserer Zone, eingeschlossen eine Anzahl solcher, die vor den Roten Armeen geflohen waren, waren ins Gefängnis gesperrt worden.

Als Dr. Roger Adams, Leiter der chemischen Abteilung der Universität von Illinois und wissenschaftlicher Berater des Stellvertretenden Gouverneurs der Alliierten Militärregierung es als unklug bezeichnete, uns nur auf Wissenschaftler der Kriegsindustrie zu beschränken, änderten wir diese unwirtschaftliche Politik, da sich viele der in Gefängnissen Schmachtenden für uns als genau so wertvoll erweisen würden, wenn wir sie für andere Zwecke benutzen würden. Als eine Konsequenz daraus, stehen uns nun Hunderte von früheren deutschen Wissenschaftlern zur Verfügung, die ohne Zweifel eine der gewinnbringendsten Aneignungen aus dem gefallenen Reich darstellen. Vielleicht sollten sie als Reparation mitgezählt werden.

Darüber hinaus haben wir Gruppen von Experten nach Deutschland geschickt, die das Land nach allen deutschen Patenten, Entwürfen und Geheimprozessen absuchen sollen, ob in Privathand oder anders. Dem stellvertretenden Außenminister, William L. Clayton, bei einer Aussage vor dem U.S. Senatskomitee im Juni 1945 zufolge:

Wir haben die Absicht, volle Bekanntgabe der ganzen vorhandenen deutschen Technologie und Erfindungen zum Nutzen der Vereinten Nationen sicherzustellen. ... Diese Regierung und andere Regierungen, gegen die Deutschland Krieg führte, haben Erfindungen und Entwürfe unter ihre Kontrolle gebracht, die deutschen Staatsbürgern zur Zeit des Kriegsausbruchs gehörten oder von ihnen kontrolliert wurden . ... Es ist wahrscheinlich, daß keine Schritte unternommen werden, den früheren deutschen Besitzern diese Rechte zurückzugeben.  . . .

Die Haager Konvention sagt in Artikel 46, dem Teil, der sich mit "Militärischer Autorität über das Gebiet des Feindlichen Staates" befaßt: "Privatbesitz kann nicht konfisziert werden."

Artikel 53 unterstreicht diesen Punkt und sagt, daß jeder Privatbesitz, der während einer Besetzung genommen wurde, "zurückgegeben und Entschädigung gezahlt werden muß, sobald Frieden geschlossen wird." . . .

Offenkundige Verletzungen der Großen Vier schaffen nicht nur die Ungerechtigkeiten, deretwegen diese Gesetze erlassen wurden, sondern belasten die Sieger des II. Weltkrieges mit genau den Aktionen, deren sie Hitler so scharf und zu recht verdammten. Man kann sehr gut verstehen, warum das sozialistische Rußland private Eigentumsrechte in besetzten Gebieten verletzen würde, das gleiche gilt jedoch nicht für die Vereinigten Staaten.

In Jalta übernahm Rußland die Führung bei den Forderungen, daß deutsche Reparationen auf 20 Milliarden Dollar festgesetzt werden sollten, von denen es die Hälfte bekommen sollte. Präsident Roosevelt, der so von seinem "großen Entwurf" erfüllt war, ließ sich auf das Risiko ein zu denken, daß der russische Argwohn gegenüber den westlichen alliierten kapitalistischen Mächten zerstreut werden könne, wenn man einwillige, Stalin alles zu geben was er wolle, und mehr, war mit Unterstützung der Forderungen einverstanden. Premierminister Churchill wies jedoch auf die offensichtliche Tatsache hin, daß, wenn Deutschland durch die Entindustrialisierung so geschwächt werden solle, es aus der laufenden Produktion keine Reparationen zahlen könne . . .

In Jalta erhielt Rußland den Löwenanteil der Reparationen. Es sollte alles aus seiner eigenen Zone plus 25 Prozent aus den anderen Zonen erhalten.  . . .

Der Wert von Deutschlands bombardierten und übel zugerichteten Fabriken und Maschinen, die am Ende des Krieges übriggeblieben waren, wurde offiziell zwischen 5 und 10 Milliarden Dollar geschätzt, von denen 45 Prozent in der russischen Zone lagen, wo Rußland freie Hand gegeben worden war. . . .

Zunächst hielt sich Rußland auch korrekt an das Programm. . . . Im Frühsommer 1946 schätzten die Vereinigten Staaten, daß die Demontagen in der russischen Zone einen Wert zwischen 500 und 750 Millionen Dollar hatten, nicht eingeschlossen Kriegsplünderung, Entschädigung für zerstörte oder gestohlene russische Güter oder Besatzungskosten. . . . Wenn man bedenkt, wie durch und durch Rußland Regionen wie die Mandschurei und den nördlichen Iran ausräumte, bevor es die Truppen zurückzog, scheint seine Zurückhaltung, wenn wahr, einen Hintergedanken zu haben.

Eine Andeutung dieses Hintergedanken wird durch die Tatsache gegeben, daß über 90 Prozent der Fabriken in seiner Zone in Betrieb seien und 80 bis 100 Prozent der Produktion als Reparationskosten nach Rußland gingen. Zum Beispiel sollte der deutsche Markt von einer Fabrik, mit einer Produktion von 20 Millionen Rasierapparaten, 3 Millionen bekommen, der Rest sollte in die Sowjetunion gehen. Darüber hinaus erzählen beharrliche Gerüchte von großen deutschen Munitionsfabriken in der Zone, die Tag und Nacht in Betrieb sind, um Munition und Geräte für die Sowjetunion herzustellen.

In der Zwischenzeit wurden seit April Reparationstransporte aus den Westzonen durchgeführt. Der erste Transport waren sechs Schiffsladungen mit Vermögenswerten der Deschimag Werft, Deutschlands größter, mit einem geschätzten Wert von $ 4.800.000, bald gefolgt von 20 Wagenladungen von Maschinen und Werkzeugen im Werte von $ 5.000.000, die die Hälfte der Vermögenswerte des Landes an Kugellagerfabriken darstellten. Andere frühere Transporte schlossen die Gendorf Einheit der  Anorganischen Chemischen Werke im Wert von $ 10.000.000 und die ungeheure Daimler-Benz Untergrund Flugzeugmotoren Fabrik in der Nähe von Obringheim ein.

Dem Reparationsausschußmitglied Edwin W. Pauley zufolge, hatte die U.S.-Zone bis Mai 144 Fabriken zum Abtransport nach Rußland vorgesehen, von denen 35 oder 40 tatsächlich abtransportiert wurden, bevor wir plötzlich weitere Transporte aus dem Grunde stoppten, daß wir die wirtschaftlichen Interessen in unserer Zone schützen müßten, bis eine Einheit der interzonalen Wirtschaft erreicht sei, die im Einklang mit Potsdam stand. Kurz vorher war es den Westmächten jedoch nicht gelungen, die Russen zu einer Einwilligung über das Ausmaß von Inspektionen einer Viermächtekommission in allen vier Zonen, eingeschlossen die russische, zu erhalten. Die Idee entstand bei der Konferenz der Außenminister in Paris, um jeder Besatzungsmacht ein klares Bild über die Entwaffnung in anderen Zonen zu geben. Britannien deutete an, das es Gerüchten über Munition nachgehen wolle, die in der russischen Zone aufgetaucht sei; Rußland hatte scharf mit der direkten Beschuldigung erwidert, daß Britannien große Einheiten der gefangenen deutschen Armee noch nicht aufgelöst habe und dies zu untersuchen wünsche.

Was auch immer die Gründe waren, wir stoppten weitere Reparationstransporte aus unserer Zone. Und dann brach der Sturm los.

Rußland kehrte anscheinend seine ganze Haltung Deutschland gegenüber um. Im Juni erklärte Molotow, daß es lächerlich sei, Deutschland zu zerstören und verlangte ein starkes, zentralisiertes und wirtschaftlich ausgeglichenes Reich mit Ruhr und Saar angegliedert und wünschte eine höhere Stahl- und Kohleproduktion als die, der Rußland bis dahin zugestimmt hatte, indem er sagte, "Dem Reich muß mehr Stahl, größere Industrie und Außenhandel erlaubt werden," und fügte hinzu, "Die sowjetische Regierung besteht darauf, daß die Reparationen von Deutschland im Wert von 10 Milliarden Dollar auf jeden Fall verlangt werden müssen." Seine Absicht war klar: Rußland wünschte jetzt ein starkes Deutschland, von dem große Reparationszahlungen verlangt wurden, die so schwer waren, daß eine Sozialisierung unumgänglich war, mit nachfolgendem Anschluß an die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken.

Inzwischen räumte Rußland seine Zone bis auf die Knochen aus und wies darauf hin, daß dies notwendig sei, um eine ständige Flut von Reparationen in die Sowjetunion zu gewährleisten. Viele von Deutschlands größten Herstellern von Gütern für die Zivilbevölkerung wurden abgebaut und nach Osten transportiert. Darunter waren die beiden größten Schuhhersteller (Lingel und Tack), die größten Zuckerraffinerien in der großen Zuckerrüben Region, die größten Kornverarbeitungsfirmen in Europa in Barby bei Magdeburg, die große Bemberg Seidenfabrik, die vor dem Krieg berühmt war für ihre Strümpfe und Unterwäsche, und die Zeiss Optikwerke in Jena. Alle zweitrangigen Zuglinien wurden abgerissen und alle elektrischen Lokomotiven aus der Zone entfernt.

Aber viele der konfiszierten Fabriken wurden in Deutschland belassen, wo sie von Deutschen für die Russen betrieben wurden. Es stellte russische oder kommunistische Vormänner ein und setzte Russen oder Kommunisten in die Direktionsvorstände. Auf diese Weise erhielten sie vollständiges Eigentum und Kontrolle über 200 deutsche Schlüsselindustrien, die den wirklichen wirtschaftlichen Reichtum darstellten und beschäftigten 1.300.000 Arbeiter - ein Drittel der arbeitenden Bevölkerung der Zone. Beispiele für die beschlagnahmten Firmen schließen die ganze I.G. Farben Industrie in Sachsen ein mit den berühmten Leuna Chemische Werke in Merseburg, Bitterfeld und Wollin, die wichtigen einzigen Kupferwerke, die Mansfield Co. in Sachsen, die Maschinenwerke von Krupp-Gruson in Magdeburg, die Brabag Brown und Gasolin Co., nahe Gera in Thüringen, die Polysius Maschinenwerke in Dessau und viele der wichtigsten Eisenerzwerke, Werkzeugmaschinen Fabriken, Kohlebergwerke, Pottasche Werke und Elektrofirmen.

Amerika, das von Anfang an am eifrigsten bei der Durchführung der Entindustrialisierung gewesen war, protestierte nicht gegen Rußland, bis es erfuhr, daß zwei Einrichtungen, die den amerikanischen Konzernen United Shoe Maschinery Co. und die Corn Products Refining Co. gehörten, ebenfalls beschlagnahmt worden waren. Wir machten daraufhin den Vorschlag, daß das den Alliierten gehörende Eigentum von der Beschlagnahme ausgenommen werden solle und fügten den frommen Gedanken hinzu, daß Fabriken, die Güter für die Zivilbevölkerung herstellten, in Deutschland verbleiben sollten. Unsere Note blieb unbeantwortet. Es ist jedoch bekannt, daß Rußland zahlreiche Entschuldigungen erfunden hat, seine Beschlagnahmungen rechtlich zu begründen, darunter die Behauptung, daß Fabriken mit internationalem Hintergrund aufgegebenes Eigentum darstellen und die Eigentümer, von denen die meisten geflohen oder liquidiert worden seien, Kriegsgewinnler gewesen seien.

Seitdem Britannien einen Plan vorgebracht hatte, die Ruhr und andere Industrien in seiner Zone auf eine Weise zu internationalisieren, durch die es als "beaufsichtigende Stelle" einen Rechtsanspruch auf einen großen Teil derselben erhalten würde, ohne einen Cent Entschädigung an die früheren Eigentümer zu zahlen, hatte es jeden moralische Grund verloren, aus dem es einen Protest gegen die russische Aktion hätte vorbringen können. Noch konnten die Franzosen angesichts ihrer habgierigen, rachsüchtigen Behandlung in ihrer eigenen Zone protestieren, wo die Plünderung genau so gründlich gewesen war, wie die der Russen, jedoch weit weniger intelligent, wo sie z.B. das meiste der bevorstehenden Ernte verlangten und zu gleicher Zeit im Juli durch Sonderkommandos Tiere requirieren ließen, als sie am nötigsten zum Einbringen der Ernte gebraucht wurden.

Wenn Amerika sich auch mit mehr Begeisterungmit dem Abmontieren und in die Luft sprengen deutscher Fabriken beschäftigte, waren unsere Motive völlig verschieden von denen unserer Verbündeten. Rußland ist bestrebt, Deutschland so weit wie möglich auszuplündern, läßt es jedoch in reichlichem Masse für Rußland produzieren, um dabei zu helfen, den neuen Fünfjahresplan erfolgreich zu machen und schließlich das Reich der Sowjetunion einzugliedern.   . . . .

 

Kapitel V

Vermischung der deutschen Rasse

 

Die Eroberer haben sich nicht nur vorgenommen, durch die Niederreißung der drei Produktionssäulen Deutschland wirtschaftlich zu vernichten, sondern durch einen Angriff auf seine Mütter haben sie einen Angriff auf die deutsche Rasse selbst in die Wege geleitet. Den Dokumentationen nach zu urteilen, scheinen die Männer, die sich auf Jalta trafen, bewußt ein teuflisches Programm der Rassenverfälschung ausgearbeitet zu haben, das sie als angemessene Antwort auf die Behauptung einer rassischen Überlegenheit ansahen.

Ein russischer General erzählte General Ira Eaker, Kommandeur der Luftstreitkräfte am Mittelmeer: "Wir haben beschlossen, nur die deutschen Männer zu töten und 17.000.000 deutsche Frauen zu nehmen; das wird die Sache regeln." Etwas in dieser Richtung war offensichtlich die Absicht. Die Millionen deutscher Männer im heiratsfähigen Alter, die nicht im Krieg getötet oder körperlich behindert waren, mußten in die Sklaverei marschieren, wo sie ihre Frauen, Liebsten, Töchter und Schwestern nicht beschützen konnten. Und dann begann der Angriff.

Aus dem Osten kamen die bolschewisierten mongolischen und slawischen Horden, die alle gefangenen Frauen und Mädchen wiederholt vergewaltigten, mit Geschlechtskrankheiten ansteckten und mit der zukünftigen Rasse russisch-deutscher Bastarde schwängerten. Im Westen die von den Briten benutzten Kolonialtruppen, die französischen Senegalesen und Marokkaner, die Amerikaner mit einer überaus hohen Prozentzahl von Schwarzen. Unsere eigene Methode war nicht so direkt wie die russische: Anstatt physische Kraft zu benutzen, veranlaßten wir die deutschen Frauen, ihre Tugend zu überantworten um zu leben - um Nahrungsmittel zum essen zu bekommen, Betten zum schlafen, Seife, um sich damit zu waschen, Dächer über dem Kopf, um sie vor der Witterung zu schützen.

Nach einer Beobachtungstour durch Europa, erzählte Senator Eastland von Mississippi seinen Kollegen im Senat Anfang Dezember 1945: "Die Tugend der Frauen und der Wert menschlichen Lebens, sind die heiligsten Besitztümer des zivilisierten Menschen, doch sie sind das Billigste im heute russisch-besetzten Deutschland."

Er hatte über Ereignisse wie dem folgenden, aus erster Hand gehört, das von einem Geistlichen in einem Brief beschrieben wurde, der am 3. September 1945 aus Breslau, Deutschland, herausgeschmuggelt worden war:

Mädchen, Frauen und Nonnen wurden in unendlicher Folge vergewaltigt.... Nicht nur heimlich, in versteckten Ecken, sondern im Angesicht von jedermann. Sogar in Kirchen, auf den Straßen und öffentlichen Plätzen, wurden Nonnen, Frauen und sogar achtjährige Mädchen wieder und wieder überfallen. Mütter wurden vor den Augen ihrer Kinder, Mädchen in Gegenwart ihrer Brüder, Nonnen vor den Augen von Schülern, wieder und wieder bis zu ihrem Tode, und sogar als Leichen geschändet.

Währenddessen versicherten uns die Zeitungsüberschriften, daß "Iwan und Joe Brüder unter der Haut seien."

Im Januar 1945 hatte Churchill den Deutschen, kurz bevor sie bedingungslos kapitulierten, gesagt:

„Die Alliierten sind keine Ungeheuer. Zumindest das kann ich im Namen der Vereinten Nationen sagen.....Frieden, wenn auch auf bedingungsloser Kapitulation basierend, wird Deutschland und Japan ungeheure und sofortige Erleichterung von Leid und Agonie bringen.“

Als unsere russischen Alliierten Danzig "befreiten", befreiten sie sofort alle Frauen von ihrer Tugend und Unberührtheit - indem sie alle, vom kleinen Mädchen bis zu 80 Jahre alten Frauen, vergewaltigten.

Eine 50 Jahre alte Lehrerin sagte, daß ihre 15jährige Nichte, am Tag nach der Ankunft der Russen, siebenmal und ihre andere, 22jährige Nichte, 15 Mal am selben Tag vergewaltigt wurden. Als Frauen der Stadt um Schutz baten, sagte ein russischer Offizier zu ihnen, sie sollten Schutz in der katholischen Kirche suchen. Nachdem Hunderte von Frauen und Mädchen sicher in der Kirche waren, kamen die tapferen Söhne von Mütterchen Rußland und "spielten die Orgel und läuteten die Glocken, hielten die Nacht hindurch eine unbeschreibliche Orgie und vergewaltigten alle Frauen, einige mehr als dreißig Mal.

Ein katholischer Geistlicher aus Danzig erklärte: "Sie vergewaltigten sogar achtjährige Mädchen, und erschossen Jungen, die versuchten, ihre Mütter zu schützen."

In allen Regionen, die von den Kommunisten überrannt wurden, war es das gleiche. Als Berlin fiel, sagte der Kommandeur zu seinen russischen Soldaten, daß die Frauen in der Stadt ihnen gehörten und sie sich bedienen könnten. Was sie auch taten! Der einzige Ausweg für die Frauen war Selbstmord.

Folgendes ist ein Augenzeugenbericht dessen, was die Russen in Ostdeutschland taten, der von einem amerikanischen Zeitungsveteranen geschrieben wurde, der von den Deutschen in Paris gefangengenommen und später von den Russen befreit wurde und drei Monate lang bei ihnen war, als sie über Ostdeutschland hinwegfegten und nach Berlin und weiter westwärts gingen:

London, 4. August 1945: Als die lange Reihe britischer Armeelaster mit amerikanischen, britischen und französischen befreiten Kriegsgefangenen auf dem Weg von der russischen in die amerikanische Zone Deutschlands durch die Hauptstraße von Brahlsdorf, der letzten russisch-besetzten Stadt rollte, machte ein hübsches blondes Mädchen aus der Menge der Deutschen, die uns zusahen, plötzlich einen Satz und rannte auf unseren Lastwagen zu.

Es hielt sich mit beiden Händen am rückwärtigen Brett des Wagens fest und machte einen verzweifelten Versuch hineinzuklettern. Aber wir fuhren zu schnell und das Brett war zu hoch. Nach mehreren hundert Metern mußte sie loslassen und fiel auf das Straßenpflaster.

Diese Szene war eine dramatische Illustration des Zustandes von Terror, in dem sich die Frauen im russisch-besetzten Ostdeutschland befanden. All diese Frauen, deutsche, polnische, jüdische und sogar russische Mädchen, die aus den Nazi-Sklavenlagern "befreit" wurden, waren von einem beherrschenden verzweifelten Wunsch beseelt - aus der russischen Zone zu entkommen.

In dem Gebiet um unser Gefangenenlager - das Gebiet, das die Städte Schlawe, Lauenburg und Buckow und hunderte größere Dörfer umfaßte - vergewaltigten Rote Soldaten in den ersten Wochen der Besetzung jede Frau und jedes Mädchen zwischen 12 und 60 Jahren. Das mag übertrieben klingen, ist aber die einfache Wahrheit.

Die einzige Ausnahme waren Mädchen, die sich in den Wäldern versteckt halten konnten oder die gegenwärtig genug waren, krank zu spielen - Typhus, Diphterie oder irgendeine andere ansteckende Krankheit. Im Siegestaumel - oft verstärkt durch Wein, den sie in den Kellern reicher pommerscher Landbesitzer fanden - durchsuchten die Roten jedes Haus nach Frauen, schüchterten sie mit Pistolen oder Maschinenpistolen ein und trugen sie in ihre Tanks oder Lastwagen.

Ehemänner und Väter, die versuchten ihre Frauen zu beschützen, wurden erschossen, und Mädchen, die starke Gegenwehr leisteten, wurden ermordet.

Einige Wochen nach der Invasion, begannen rote "politische Kommissionen" die Landschaft angeblich nach Mitgliedern der Nazipartei zu durchforschen. In jedem Dorf wurde den Frauen gesagt, daß sie kommen und Papiere von dieser Kommission prüfen lassen sollten, die sich die Frauen ansah und diejenigen mit Sexappeal zurückhielten. Die jüngsten und hübschesten behielten die Offiziere und überließen den Rest den einfachen Soldaten.

Diese Herrschaft des Terrors hielt so lange an, wie ich mit den Roten in Pommern war. Einige Mädchen, die ich während meiner Gefangenschaft kennengelernt hatte, begingen Selbstmord. Andere starben, nachdem sie von zehn Soldaten hintereinander vergewaltigt worden waren.

In einem einsamen Bauernhaus, wo meine französischen Kameraden und ich drei Monate, nachdem wir uns den Roten angeschlossen hatten, verbrachten, versteckten sich acht junge Mädchen aus einem Nachbardorf vor den Roten. Eine war immer auf dem Ausguck, und wenn die Russen sich dem Haus näherten, verschwanden sie blitzschnell im nahen Wald und versteckten sich im dichten Unterholz. Manchmal passierte das mehrmals an einem Tag, und die Mädchen hatten keinen ruhigen Augenblick, aber solange wir da waren, entdeckten die Roten sie nicht.

Alle Mädchen waren bereits vergewaltigt worden und drei von ihnen - eines davon ein kleines Mädchen von 13 Jahren - waren in Umständen.

Die russische Besatzung hat zwangsläufig eine katastrophale Auswirkung auf die Moral der Bewohner, und die gegenwärtige Anarchie wird auf Jahre hinaus einen bösen Einfluß ausüben. Viele Frauen wurden mit Geschlechtskrankheiten angesteckt, und nun haben ein paar junge Mädchen sich den Roten für Vergnügen und um Nahrungsmittel zu erhalten angeschlossen und helfen ihnen, ihre Landsleute aufzuspüren.

Wenn immer möglich, schließen sich die Mädchen zum Schutz vor den Russen befreiten anglo-amerikanischen oder französischen Kriegsgefangenen an. Seltsamerweise scheinen die Roten in dieser Hinsicht einen besonderen Ehrenkodex zu haben - sie würden einem alliierten Gefangenen die Uhr abnehmen, aber nie sein Mädchen.

Wenn die Rote Armee eine große Offensive startet, wecken ihre Kommandeure Hoffnungen auf uneingeschränkte Vergewaltigung und Plünderung als Ermutigung für die Truppen, später jedoch versuchen sie die Woge von Begierde einzudämmen - nicht aus Gründen der Menschlichkeit, sondern weil sie die Disziplin zu unterminieren droht.

Kosaken-Schwadrone, die von den Roten ebenso benutzt wurden wie vom Zaren, umrundeten als berittene Polizei regelmäßig die Dörfer in Pommern und durchsuchten alle Häuser nach Deserteuren und Nachzüglern, die mit den Frauen zurückgeblieben waren. Unbarmherzig trieben die Kosaken die Soldaten mit ihren "Nagaikas" - (Kosakenpeitsche) - zum Gefängnis und behielten die Frauen zu ihrem Vergnügen.

Als General MacArthur Yamashitas Bitte um Milde ablehnte, verdammte er den japanischen Führer wegen seiner schlechten Behandlung der Wehrlosen mit folgenden Worten:

Der Soldat, sei er Freund oder Feind, hat die Pflicht, die Schwachen und Unbewaffneten zu beschützen. Das ist der Kern seines Daseins. Wenn er dieses heilige Vertrauen verletzt, entweiht er nicht nur seine ganze Kultur, sondern bedroht das ureigenste Gefüge der internationalen Gesellschaft. Die Traditionen kämpfender Männer sind lang und ehrenvoll. Sie gründen sich auf die ehrenhafteste menschlicher Eigenschaften - Opfer zu bringen.

Es waren aber nicht nur die Russen, die diese Prinzipien verletzten. Polizeiberichte von Stuttgart zeigen, daß während der französischen Besatzung 1.198 Frauen und acht Männer von französischen Truppen - zumeist Marokkaner - vergewaltigt wurden. Dr. Karl Hartenstein, Prälat der Evangelischen Kirche der Stadt, schätzt die Zahl auf 5.000. Frau Schumacher, Sekretärin der Sektion der Polizistinnen, die einen dokumentierten Bericht über zahlreiche Vergewaltigungen erstellte, sagte, daß in der Nacht, als die Franzosen die Stadt räumten, ein Kind von 9 Jahren vergewaltigt und getötet, seine Mutter ebenfalls vergewaltigt und erschossen und der Vater von marokkanischen Truppen getötet wurde. In der Stadt Vaihingen, mit einer Bevölkerungszahl von 12.000, wurden z.B. 500 Fälle von Vergewaltigung angegeben. So ging es zu in Gebieten, die von den Franzosen besetzt wurden.

Während eine gute Anzahl amerikanischer Truppen widerstanden haben, dem Beispiel anderer zu folgen und sich auf eine Art und Weise verhielten, die ihrem christlichen Hintergrund entsprach, ist das Verhalten unserer Besatzungstruppen im ganzen gesehen dunkel.

Ein Telegramm der Associated Press aus Nürnberg zitiert einen Brief, der in Stars and Stripes erschien und von Hauptmann Frederick B. Eutsler, Kaplan des 478. United States Port Bataillons, geschrieben wurde, worin er behauptet, daß das Verhalten der amerikanischen Truppen inzwischen beklagenswert sei. Er ersuchte die Zeitung dringend, "einen Kreuzzug gegen das skandalöse Benehmen durchzuführen, das unserer Armee einen schlechten Namen einbringt," und fügte hinzu, "Ich beziehe mich insbesondere auf die Annahme vieler GIs, daß jede deutsche Frau unmoralisch und es ihr Privileg sei, diesen Frauen ihre Aufmerksamkeit aufzudrängen und sie durch unanständige Vorschläge zu beleidigen.

Im April 1946 fanden es die Militärbeamten für nötig, "hart durchzugreifen" und befahlen strikteres Verhalten nach den soldatischen Richtlinien, um nicht die "gute Aufführung unserer Truppen allgemein zu diskreditieren."

Im selben Monat beklagte ein anonymer Oberfeldwebel in Stars and Stripes, daß verheiratete Männer in der Armee sich davor fürchteten, ihre Frauen mit nach Deutschland zu bringen, weil viele amerikanische Soldaten sich Frauen in der Öffentlichkeit gegenüber wie "aufgeladene Wölfe" benähmen. Er schrieb: "Wacht auf, Männer. Der schlimmste Teil des Krieges wird jetzt gekämpft, nicht mit Maschinenpistolen, sondern mit Persönlichkeiten. Wir wollen den Deutschen zeigen, daß wir Männer sind und keine Schweine."

Als er über den Brief berichtete, schrieb Edward P. Morgan von der Chikago Daily News:

Ob er es wußte oder nicht, der Feldwebel brachte ein Thema zur Sprache, daß schon lange ein wunder Punkt bei amerikanischen - und anderen - Frauen auf dem europäischen Schauplatz war. Sie können fast jede Korrespondentin, die überhaupt in Europa war fragen, und sie wird Ihnen zögernd sagen, daß das Benehmen des durchschnittlichen amerikanischen Soldaten Frauen gegenüber skandalös ist.

Da es jetzt Frühling in Bayern geworden ist, scheint eine der bevorzugten Freizeitbeschäftigungen der GIs in Nürnberg zu sein, mit den Jeeps langsam an der Bordkante entlangzufahren, die Hand auszustrecken und erschrockenen Fräuleins einen Klaps auf den Allerwertesten zu geben.

Als Ehefrauen von Männern unserer Besatzungsmacht in Deutschland ankamen, wurde es aus Gründen ihres Schutzes gegen unanständige Annäherungen notwendig, zur Unterscheidung von deutschen Frauen, besondere Abzeichen am Arm zu tragen.  . . .

Lee Hills, Auslandskorrespondent der Chikago Daily News, schreibt über dieses generelle Problem folgendes:

Zwei der stärksten Kopfschmerzen der amerikanischen Besatzung Deutschlands haben wir selbst mitgebracht. Einer ist die außergewöhnliche Jugend und Unerfahrenheit unserer Männer in der Armee... Das andere Problem ist die starke Benutzung schwarzamerikanischer Truppen. Das Ergebnis, trotz mancher ausgezeichneten Führung in den höchsten Rängen der Armee, ist, daß das amerikanische Prestige seit dem Höhepunkt am V-E Day, ständig gesunken ist.

Die Spitzenmänner in Deutschland denken, fast ohne Ausnahme, daß es ein Fehler ist, so viele (42.000) schwarze Truppen hier zu haben. "Sie sind einfach nicht trainiert und diszipliniert für diese Aufgabe, die weitaus komplizierter und delikater ist, als zu kämpfen," sagte ein General. "Sie haben eine höhere Verbrechensrate, eine Rate an Geschlechtskrankheiten, die siebenmal höher ist als die der weißen Soldaten, und eine schlimmere Vorgeschichte für das Bereiten von Schwierigkeiten allgemein.... Offen gesagt, das größte Problem kommt von unseren farbigen Truppen, die mit weißen deutschen Mädchen gehen. Das verursacht bittere Ablehnung seitens deutscher Männer. Viele unserer eigenen Soldaten empfinden es fast ebenso stark."  . . .

Die deutsche Presse brach ihr Schweigen über das Thema Geschlechtskrankheiten mit einem Leitartikel auf der Titelseite der Neue Zeit, einer Berliner Zeitung, die eine sowjetische Genehmigung hatte. Die Autorin, eine junge Frau namens Renate Lengnick, deren Ehemann noch nicht aus der amerikanischen Besatzungszone zurückgekehrt war, wo er Kriegsgefangener war, griff den Zusammenbruch der moralischen Grundlagen sexueller Beziehungen auf. Sie schrieb:

„Es gibt Ehemänner und Liebste, die noch nicht zurückgekehrt sind, und möglicherweise nie zurückkehren werden. Es gibt Mädchen, die nie einen Ehemann haben werden. Es gibt Arbeitslosigkeit. Lehrstellen sind leere Versprechen. Es gibt wenig, das Hoffnungen erwecken könnte.

Fünfunddreißig Prozent der Opfer von Geschlechtskrankheiten sind Mädchen unter 20. Für die meisten war es Verzweiflung, die sie zum Sex verführte. Sie brauchten Nahrung, Bekleidung und Schutz vor der Witterung. Doch das Wichtigste, das sie entbehrten, war die Hoffnung auf ein normales, ordentliches Leben.

Ärzte und Polizei dürfen in ihrer Ausrottungskampagne nicht nachlassen. Wir müssen aber ebenso wie die Körper auch den Geist der Jugend vor Demoralisierung retten.“

 

Der Hauptunterschied zwischen amerikanischen und russischen Methoden der Schändung der Frauen von Deutschland nach der bedingungslosen Kapitulation, ist die amerikanische, kapitalistische, freie wirtschaftliche Note. Die Zeitung Christian Century vom 5. Dezember 1945 berichtet:

Der amerikanische Kommandeur der Militärpolizei, Oberstleutnant Gerald F. Beane, sagte, daß Vergewaltigung für die Militärpolizei kein Problem darstelle, weil "ein bißchen Lebensmittel, eine Tafel Schokolade oder ein Stück Seife Vergewaltigung unnötig zu machen scheinen. Denken Sie darüber nach, wenn sie verstehen wollen, wie die Situation in Deutschland ist."

Dr. George N. Schuster, Präsident des Hunter College, stellte nach einem Besuch der amerikanischen Zone fest:

Sie haben alles gesagt, wenn Sie sagen, daß Europa nun ein Platz ist, wo die Frau ihren jahrhundertelangen Kampf um Anstand verloren hat, denn nur die Unanständigen leben.

Ausgenommen diejenigen, die Kontakte zu Mitgliedern der Streitkräfte herstellen können, können Deutsche von Seife zu Schuhen nichts bekommen.

L.F. Filewood schrieb am 5. Oktober 1945 in der Weekly Review:

Junge ungebundene Mädchen wandern herum und bieten sich für etwas zu essen oder ein Bett an....Ganz einfach, sie haben etwas behalten, was sie verkaufen können, und sie verkaufen es..... Als eine Art zu sterben, mag es schlimmer sein, als zu verhungern, aber es schiebt das Sterben um einige Monate hinaus - oder sogar um Jahre.

Bezeichnenderweise erklärt die Potsdamer Deklaration:
Die alliierten Armeen haben ganz Deutschland besetzt, und das deutsche Volk hat begonnen, für die unter der Führung jener begangenen schrecklichen Verbrechen zu büßen, die es in der Stunde des Erfolges so öffentlich gutgeheißen und denen es blindlings gehorcht hat.

Sie vergißt zu erklären, daß die Verbrechen, die von den alliierten Besatzungsarmeen begangen wurden, diejenigen, die den Nazi-Armeen zur Last gelegt werden, in den Schatten stellen würden. Nachdem der Krieg jetzt vorbei ist und die Hitze des Kampfes soweit nachgelassen hat, daß wir in der Lage sind, die kalten Tatsachen zu betrachten, muß es dem amerikanischen Volk klargemacht werden, daß vieles von dem, was man es glauben gemacht hat, Propaganda war. Daß sich, zum Beispiel, die deutsche Armee den Menschen in besetzten Gebieten gegenüber, deren Regierungen die Konventionen von den Haag und Genf unterzeichnet hatten, sehr korrekt verhalten hatte. Die Tatsachen sind bestens bekannt und stehen außer Frage, trotz des gegenteiligen Bildes, das früher als Teil des schrecklichen Kriegsgeschäftes in der Presse gezeichnet wurde.

William L. Shirer beschreibt am 17. Juni 1940 in seinem Berliner Tagebuch (S. 412), wie viele französische Frauen bei der ersten deutschen Besatzungswelle, aus Furcht davor, was die deutschen Armeen mit ihnen machen würden, aus Paris geflohen waren.

Es scheint so, schrieb er, als ob die Pariser wirklich glauben, daß die Deutschen ihre Frauen vergewaltigen und noch schlimmeres den Männern antun würden.... Die anderen, die blieben, sind um so mehr erstaunt über das - soweit - korrekte Verhalten der Truppen.

Und ihr Verhalten änderte sich nie.

Nachdem Frederick C. Crawford, Präsident der Thompson Products, eine Inspektionstour unternommen hatte, bei der er zusammen mit anderen aus dem Kriegsministerium Gebiete besucht hatte, die während der Dauer von vier Jahren von Deutschen besetzt gewesen waren, sagte in seinem "Bericht von der Kriegsfront":

Die Deutschen nahmen gegenüber den Bewohnern eine vorsichtige Haltung ein... Es wurde uns erzählt, daß, wenn ein Bürger sich strikt um seine Angelegenheiten kümmerte und nicht an politischen oder Untergrund-Tätigkeiten gegen die Besatzungsarmee teilnahm, er mit Korrektheit behandelt wurde.

 

 

Kapitel VI

Das Volk hungert

 

Angesichts all dessen, was sich in Deutschland ereignet hat, ist es kaum ein Wunder, daß die Menschen überwältigt sind von dem extremen Mangel an grundsätzlichen Notwendigkeiten, insbesondere von Nahrungsmitteln.

Monate, nachdem der Krieg zu Ende war und die Eroberer vollständige Kontrolle über die deutsche Regierung übernommen hatten und darum für das deutsche Volk und seine Zukunft verantwortlich waren, sagte der Bischof von Chichester, indem er einen bekannten deutschen Pastor zitierte:

Tausende von Leichen hängen in den Bäumen in den Wäldern rund um Berlin und niemand kümmert sich darum, sie abzuschneiden.....Tausende von Leichen werden von der Oder und Elbe in die See geschwemmt - man nimmt es nicht mehr länger wahr. Tausende um Tausende verhungern auf den Straßen.... Kinder wandern allein auf den Autobahnen herum, ihre Eltern erschossen, tot, verschwunden.

Nach einer fünfwöchigen Tour durch Europa, einschließlich Deutschland, erzählte Malcolm Muir, Verleger der Business Week dem Union Leage Club von Chikago:

Die Deutschen versuchen auf jede Weise, sich selbst zu helfen... Es ist nichts besonderes, eine Milchkuh vor einen Pflug gespannt, eine Frau die Kuh führen und einen kleinen Jungen den Pflug lenken zu sehen.

Was an Erntemaschinen übrig geblieben ist, ist meist klein, alt und abgenutzt, oft unbrauchbar, weil Teile fehlen. Die Zugarbeit wird von Tieren oder Männern geleistet. Wo immer möglich, werden Ochsen benutzt, und es ist üblich, ein Pferd und eine Kuh zusammenzuspannen. Es ist nichts besonderes, einen mit Stroh beladenen Wagen sich auf der Straße vorwärts bewegen zu sehen mit einem oder zwei alten Männern, die ziehen und einer Schar Frauen und Kinder, die schieben. Ein Beobachter schreibt:

Das Elend der Deutschen wird durch Szenen auf den Stoppelfeldern verkörpert, die von den Besitzern vollständig nachgelesen werden. Man kann alte und junge Dorfbewohner, Frauen und Kinder sehen, die ein Korn nach dem anderen auflesen, um es in einem Sack von der Größe einer Einkaufstasche einer Hausfrau nach Hause zu tragen.

Nahrungsmittel-Reserven, die am Ende des Krieges reichlich vorhanden waren, waren schnell erschöpft, teilweise dank der absichtlichen Zerstörung einfallender Armeen und, im Fall der Russen und Franzosen, der Besatzungsarmeen, die vom Lande lebten. Als wir in die Normandie eindrangen, waren wir von den großen Nahrungsmittellagern, die wir vorfanden, überrascht. Es war überall das gleiche. Obwohl seine Feststellung in scharfem Gegensatz zu der derzeitigen Propaganda stand, die Europa verhungern sah, hatte Prof. Theodore Shultz von der Universität von Chikago im November 1943 gesagt, daß das kontinentale Europa in dem Jahr eine gute Ernte hatte, daß es mit "bäuerlichen Produkten trotz des Krieges so gut stehe, daß Europa 90 bis 95 Prozent seiner benötigten Nahrungsmittel ein Jahr nach der Friedenserklärung decken könne." Obwohl die Verteilung am Ende des Krieges unterbrochen war, war die Gesamtmenge in den Nahrungsmittellagern groß. Jedoch unter alliierter Leitung waren sie schnell geleert.  . . .

Die Intensität der Hungersnot, die Deutschland durchlebt, kann ermessen werden durch einen Vergleich der deutschen Ernährung mit der unseren und mit dem, was das Minimum zur Lebenserhaltung sein muß.  . . .

Ein Bericht wie der folgende, der von einem Beamten der Ernährungsbranche der Militärregierung erstellt wurde, sollte darum keine Überraschung bereiten.

„Die größte Hungerkatastrophe der letzten Jahrhunderte steht uns in Zentraleuropa bevor. Unsere Regierung läßt unsere Militärregierung mit den versprochenen Lebensmittellieferungen im Stich, dabei war das, um was die Generäle Clay, Draper und Hester ersuchten, nur das absolute Minimum für das Überleben der Menschen. Wir werden gezwungen sein, die Rationen auf 1.000 oder weniger Kalorien zu reduzieren

Die Briten und wir werden in den Aufzeichnungen als diejenigen aufgeführt sein, die die Deutschen verhungern ließen. Die Russen werden auf der Höhe der Hungersnot wesentliche Lager für Nahrungsmittel wieder öffnen, die sie beschlossen haben (300.000 bis 400.000 Tonnen Zucker, große Mengen von Kartoffeln).

Abgesehen von der Unmenschlichkeit, die hierbei im Spiel ist, ist es sagenhaft dumm, eine solche Vorstellung von unglaublichem Schlammassel vor den Augen der Welt zu geben. Alle hartarbeitenden Beamten in den Büros der Nahrungsmittelbranche der Militärregierung schämen sich.  -  Karl Brandt   Berlin,  Deutschland, 18. März 1946.“

Folgendes ist einem Bericht entnommen, der von der Deutschen Zentralverwaltung für Gesundheit, einer deutschen Stelle, die von russischen Besatzungsbeamten eingerichtet worden ist, geschrieben wurde:

„Die Menschen leiden Hunger. Sie machen nur die unmittelbare Gegenwart für ihre Kondition verantwortlich. Sie haben nicht die Energie, die Verbindungen mit den Ursachen nachzuprüfen. Sie haben sogar Hitler vergessen. Ihre Erinnerung reicht nicht über die unmittelbare Gegenwart hinaus. Wie aus einem inneren psychologische Zwang heraus, verbreitet sich eine Massenhysterie mit tausend verschiedenen Symptomen von Drogenabhängigkeit, Betrunkenheit, Perversitäten, Sadismus, Mord und Infantilismus... Die Situation ist auf dem Wege, durch chronischen Hunger einen allgemeinen psycho-pathologischen Grad zu erreichen. Wir sehen Verwirrungen, wie sie vorher nur von gestrandeten und verhungernden Seeleuten in Lebensrettungsbooten oder verdurstenden Personen, die von Karawanen im Wüstensand vergessen wurden, bekannt waren. Es ist zunehmend unmöglich, in der Masse von Menschen Ansichten zu entdecken. Sie haben nur noch tierische Bedürfnisse. ... Die Erklärung für dieses Massenphänomen, diese geistige und seelische Lähmung, ist körperlich. Sie sind bis auf die Knochen ausgezehrt. ...“

Folgende Depesche aus Wiesbaden, Deutschland, zeichnet das Los auf, das die Kinder befallen hat:

„Jene rundlichen, pausbäckigen, deutschen Kinder mit dicken Beinchen, die von Bildern und Geschichten her so gut bekannt waren - erinnern Sie sich noch daran?

Sie sind aus einer anderen Zeit. Man sieht sie jetzt nicht.

Ich saß mit einer Mutter zusammen, und wir sahen ihrer achtjährigen Tochter zu, die mit einer Puppe und einem Puppenwagen spielte, ihre einzigen Spielzeuge. Dann kam sie zum Abendessen - hartes braunes Brot, drei dünne Scheiben gepreßte Wurst, eine Tasse Kaffeeersatz. Ihre Beine waren dünn, die Gelenke sprangen hervor. Ihre Arme hatten kein Fleisch. Ihre Haut straffte sich über den Knochen, die Augen waren dunkel, tiefliegend und müde.

"Sie sieht nicht gesund aus," sagte ich.

"Sechs Jahre Krieg," antwortete die Mutter, in dieser jetzt so üblichen ruhigen, tonlosen Art. "Sie hatte keine Chance. Keines der Kinder hat. Ihre Zähne sind nicht gut. Sie wird sehr leicht krank.

"Sie lacht und spielt - ja; aber sie ist schnell müde. Sie weiß nicht" - und die Augen der Mutter füllten sich mit Tränen - "was es heißt, nicht hungrig zu sein."

"War es so schlimm während des Krieges?" fragte ich.

"Nicht so schlimm wie jetzt," antwortete sie, "aber auch nicht gut. Und jetzt wird mir erzählt, daß die Brotrationen weniger werden. Was sollen wir tun, wir alle?

"Seit sechs Jahren leiden wir. Wir lieben unser Land. Mein Mann wurde getötet - es war sein zweiter Krieg. Mein ältester Sohn ist ein Gefangener irgendwo in Frankreich. Mein anderer Junge verlor ein Bein. Das geschah während des Krieges. Aber jetzt....."

Sie fing an zu weinen. Ich gab dem kleinen Mädchen eine Tafel Schokolade, und sie weinte - aus reiner Freude - als sie sie in Händen hielt. Nun fühlte ich mich selbst auch nicht mehr so gut.... Aber es gibt Ihnen eine Vorstellung"

Nach seiner Rückkehr aus Deutschland, sagte Dr. Lawrence Meyer, Erster Sekretär der Lutherischen Kirche der Missouri Synode, am 13. Januar 1946:

„Deutschland ist buchstäblich voll von Kindern. Acht Kinder pro Familie ist nichts besonderes. Millionen dieser Kinder werden sterben, bevor es genug zu essen gibt. In einem Kinderkrankenhaus in Frankfurt, wurden 25 von 100 Kindern ausgesucht, die ernährt und am Leben gehalten werden. Es ist besser, 25 genug zu essen zu geben und sie am Leben zu erhalten und 75 sterben zu lassen, als 100 für kurze Zeit zu ernähren und sie dann alle verhungern zu lassen.

Dorothy Thompson berichtete:

Im August 1945 waren von 2.866 in Berlin geborenen Kindern, 1.148 tot, und es war Sommer und die Ernährung besser als jetzt .... Aus Wien berichtet eine zuverlässige Quelle, daß.... die Kindersterblichkeit sich 100 Prozent nähert.

Edd Johnson von P. M. schrieb am 3. Oktober 1945 aus Berlin:

Die Kindersterblichkeitsrate ist heute 16 mal größer als im Jahre 1943....Es wird eine eindeutige Eliminierung einer ganzen Altersgruppe stattfinden. Die meisten Kinder unter 10 und Menschen über 60 können den kommenden Winter nicht überleben.

Eine Depesche der United Press aus Hamburg, Deutschland, vom 22. März 1946, lautet:

33 Arbeiter brachen heute vor Hunger zusammen - die ersten Anzeichen von Verhungern in diesem Gebiet sind offensichtlich - mit sich verstärkender Feindseligkeit unter der Hamburger Arbeiterklasse, und seit vier Tagen fortgesetzte Krawalle wegen Nahrungsmitteln.

Dorothy Thompson schrieb:

Die Kinder in Europa sterben. Sechs Jahre Krieg, unbeschreibliche Zerstörung und die wahnsinnige Politik, die das Auseinanderbrechen noch verstärkt hat, das durch den Zusammenbruch der Naziregierung entstand, haben ihr Werk getan. Deutschland, und mit ihm Europa, versinken im Abgrund.

Die Tatsachen über das, was sich hier als eine Verschwörung der Stille herausgestellt hat, wurden schließlich aufgedeckt.... Dieser Krieg wurde vom Westen im Namen der christlichen Zivilisation gekämpft, der Vier Freiheiten und der Würde des Menschen gegen jene, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit begingen. Politik jedoch, die zwangsläufig dazu führt, daß nach dem Krieg Zehntausende von Kindern vernichtet werden, sind ebenfalls "Verbrechen gegen die Menschlichkeit."

Armeegeneral Dwight D. Eisenhower machte im November 1945 ernstlich darauf aufmerksam, daß, wenn unser militärischer Sieg von weitreichender Bedeutung sein soll, die Vereinigten Staaten und andere Nationen, "den vom Krieg verwüsteten Ländern wieder auf die Füße helfen müssen," und fügte hinzu:

„Wenn diese bittere Situation nicht so schrecklich werden soll, daß ich mich fragen muß, ob es wirklich wert war, gegen die Nazis zu den Waffen zu greifen, müssen wir in den Vereinigten Staaten - die im Vergleich zu Europa wirklich das Land der Fülle sind - bereit sein, eine schwere Verantwortung auf uns zu nehmen.“

Nachdem die Generäle Joseph T. McNarney und Lucius Clay am 13. April 1946 Herbert Hoover, der den Vorsitz in Präsident Trumans Kommission zur Erforschung der Hungersnot hatte, einen schlimmen Bericht über die Ernährungssituation in Deutschland gegeben hatten, sagten sie in einer förmlichen Darstellung:

„Politische Stabilität kann sich nicht unter Bedingungen entwickeln, die politische Teilnahmslosigkeit verursachen. Politische Teilnahmslosigkeit kann nicht in einer Bevölkerung überwunden werden, die ihre ganzen Anstrengungen auf der Suche nach Nahrungsmitteln erschöpft. Politische Stabilität in Deutschland ist eng verbunden mit der politischen Stabilität im übrigen Europa. ...“

Beweise dafür, daß die deutsche Hungersnot beabsichtigt ist

Senator Homer E. Capehart von Indiana, sagte am 5. Februar 1946 in einer Rede vor dem Senat der Vereinigten Staaten folgendes (Auszug):

„Die Tatsache kann nicht länger unterdrückt werden, daß es die beabsichtigte Politik einer geheimen Clique innerhalb der die Politik bestimmenden Kreise dieser Regierung ist, eine Nation zu hängen und zu vierteilen, die jetzt einem fürchterlichen Elend ausgesetzt ist. In diesem Prozeß verhält sich diese Clique wie ein Rudel Hyänen, ..., das erfüllt von einem sadistischen Haß, entschlossen ist, die deutsche Nation und das deutsche Volk zu vernichten.“

In Potsdam zeichneten die Repräsentanten der Vereinigten Staaten, des Vereinigten Königreiches und die Union der Sowjetischen Sozialistischen Republiken feierlich folgende Deklaration von Prinzipien und Absichten:

"Es ist nicht die Absicht der Alliierten, das deutsche Volk zu vernichten oder zu versklaven." . . .

Seit neun Monaten hat diese Regierung nun eine beabsichtige Politik von Massenverhungern durchgeführt, ohne irgendwelche Unterschiede zwischen Unschuldigen und Hilflosen und den Schuldigen zu machen.

Die erste Frage war und ist immer der Humanitätsgedanke. Diese boshafte Clique innerhalb dieser Regierung, die für die Politik und Praxis, die aus Zentraleuropa ein Irrenhaus gemacht haben, verantwortlich ist, hat nicht nur unsere amerikanischen Prinzipien verraten, sondern auch die GIs, die gelitten haben und gestorben sind und sie fährt fort, die amerikanischen GIs zu verraten, die ihre schmutzige Arbeit weiter fortführen müssen.

Die zweite Frage ist die Wirkung, die diese Tragödie in Deutschland bereits auf die anderen europäischen Länder gehabt hat. Diejenigen, die für diese beabsichtigte Zerstörung des deutschen Staates und das verbrecherische Massenverhungern des deutschen Volkes verantwortlich sind, waren in ihrem blinden Haß so fanatisch, daß alle anderen Interessen und Bedenken dieser einen Besessenheit von Rache untergeordnet wurden. Um ihr Ziel zu erreichen, war es gleichgültig, ob die befreiten Länder in Europa litten und verhungerten. Diese Clique von Verschwörern hat sich einer Aufgabe gewidmet: "Deutschland muß zerstört werden. Was in dem Prozeß mit den anderen Ländern Europas geschieht, ist zweitrangig."

Diese Bemerkungen wurden durch entsprechende dazwischen gestreute Beweise untermauert.

Es bedarf keiner Frage, daß es einen beabsichtigten Versuch gegeben hat, der amerikanischen Öffentlichkeit diese Tatsachen fernzuhalten.

Senator Eastland von Mississipi legte in einer aufwühlenden Rede vor dem Senat der Vereinigten Staaten am 3. Dezember 1945 die chaotischen Verhältnissen in Deutschland dar und sprach von den großen Schwierigkeiten, die er hatte, Zugang zu dem offiziellen Bericht über die Verhältnisse im Reich zu bekommen, der von Calvin Hoover erstellt worden war. Er sagte, daß das Außenministerium es zunächst abgelehnt habe, ihm eine Kopie des Berichtes auszuhändigen, daß er aber durch die Vermittlung eines hohen Beamten in dem Ministerium eine solche erhalten habe, jedoch nur mit dem Versprechen meinerseits, daß die darin enthaltenen Informationen den Menschen in diesem Lande zur Kenntnis gebracht würden." Senator Eastland fuhr fort:

Es scheint eine Verschwörung des Schweigens zu geben, das wahre Bild über die Verhältnisse in Europa vor unserem Volk zu verbergen, die Tatsachen bezüglich der Verhältnisse auf dem Kontinent und Informationen im Hinblick auf unsere Politik den Deutschen gegenüber geheimzuhalten.....Werden die wirklichen Tatsachen verschwiegen, weil unsere Politik so grausam ist, daß das amerikanische Volk sie nicht billigen würde?

Was haben wir zu verbergen, Herr Präsident? Warum sollen diese Tatsachen dem Volk der Vereinigten Staaten ferngehalten werden? Es kann unmöglich irgendeinen triftigen Grund für Geheimhaltung geben. Folgen wir einer Politik unversöhnlichen Hasses, einer Politik, die vom amerikanischen Volk als ganzes, wenn es die wahren Verhältnisse kennen würde, nicht gebilligt würde?

Herr Präsident, ich würde nicht ehrlich sein, wenn ich nicht klar sagen würde, daß das Bild viel schlimmer, viel verworrener ist, als das amerikanische Volk vermutet und daß ich keine Stelle kenne, die in der Lage wäre, einen kompletten Tatsachenbericht über die wahre Situation zu erstellen, in die unsere Politik das amerikanische Volk gebracht hat. Die Wahrheit ist, daß die Nationen von Zentral-, Süd- und Osteuropa in einer Flut von Anarchie und Chaos dahintreiben.

Victor Gollancz erklärt das Aushungern in seinem Buch Sie dem Schicksal überlassen - die Ethik des Verhungerns (Leaving Them to Their Fate - the Ethics of Starvation), indem er umfangreiche Beweise anführt, mit diesen Worten:

Die einfache Tatsache ist, daß, wenn in England der Frühling in der Luft liegt, wir die Menschen in Deutschland verhungern lassen. ...

Er weist die These, daß wir die Deutschen verhungern lassen sollten, weil sie uns hätten verhungern lassen, wenn sie gewonnen hätten, mit der Begründung zurück, daß diejenigen, die wie Nazis argumentieren, nicht besser als Nazis seien. Er hätte hinzufügen können, daß das verhungern lassen von Kindern eines feindlichen Landes bedeutet, daß man feindliche Kinder hat. Eine führende Tageszeitung ist der Ansicht, daß Mr. Gollancz versäumt hat, den ganzen Umfang der Niedertracht aufzuzeigen:

Im Gegenteil, sie [die Hungersnot] ist das Ergebnis von Weitblick. Sie wurde in Jalta von Roosevelt, Stalin und Churchill geplant, und das Programm wurde später mit all seiner Brutalität von Truman, Attlee und Stalin bestätigt.....Die Absicht, das deutsche Volk verhungern zu lassen, wird mit einer Unbarmherzigkeit durchgeführt, die seit der Eroberung der Mongolen in der westlichen Welt unbekannt war.  . . . .

Senator Albert W. Hawkes von New Jersey richtete einen starken Appell an den Präsidenten und gab der Dringlichkeit privater Hilfspakete zur Vermeidung von Massenverhungern des deutschen Volkes Ausdruck. In seiner Antwort vom 21. Dezember 1945 bekundete Präsident Truman, daß "es in Deutschland noch keine Möglichkeit gebe, einzelne Pakete zuzustellen," weil "das Postsystem ... vollkommen zusammengebrochen seien."

Er sagte dann: Unsere Bemühungen haben sich hauptsächlich auf die konzentriert, die mit uns gekämpft haben und nicht gegen uns - Norweger, Belgier, Holländer, Griechen, Polen, Franzosen. Irgendwann werden wir dann den Feindländern Aufmerksamkeit schenken.  . . . .

Michael Foote, M.P., der diese Frage diskutierte, erinnerte das House of Commons daran, daß es ein Gesetz gibt, das älter ist als jedes andere, das in Potsdam verkündet wurde:

Aber für den, der einem dieser Kleinen, die mir vertrauen, Unrecht tut, wäre es besser, wenn er einen Mühlstein um den Hals gehängt bekäme und in die Tiefe des Meeres versenkt würde.

Später wurde bekannt, daß zumindest die russische Ablehnung im Kontrollrat für unsere Unfähigkeit verantwortlich war, private Hilfspakete nach Deutschland zu senden. Vier Senatoren, die vom Weißen Haus mit ihrem Ersuchen, der Post die Erlaubnis für den Versand von Hilfspaketen nach Deutschland zu geben, zurückgewiesen wurden, erfuhren, daß die Erlaubnis dafür von der Zustimmung aller vier Besatzungsmächte abhing und daß die Sowjetunion dagegen gestimmt hatte.  . . .

 

 

Kapitel VII

Wirtschaftliche Erschöpfung

Es ist schwierig, sich die Tiefe der deutschen Wirtschaftskrise vorzustellen. Als die Vereinigten Staaten 1932 den Tiefststand erreichten, war die Industrieproduktion auf 60 Prozent des normalen gesunken. Die Wirtschaftskrise war so schwer und die Verluste so ungeheuer, daß es fast eine Revolution auslöste.

Ein Jahr nach dem V-E Day war die Industrieproduktion in Deutschland 10 Prozent dessen, was normal gewesen war. . . .

Ende August erklärte der stellv. Militärgouverneur Clay, daß es mindestens vier weitere Jahre dauern werde, bis Deutschland sich soweit erholt habe, die Produktion auf den Stand für das unter dem Entindustrialisierungsprogramm festgesetzte nackte Minimum zu bringen.  . . .

Die Verzweiflung, Geld für Nahrungsmittel auf dem Schwarzen Markt zu bekommen, um die Hungerrationen aufzubessern, hat bei den Deutschen dazu geführt, ihre Besitztümer zu verkaufen, wobei sie als erstes das verkauften, was sie am wenigsten brauchten. Zuerst waren es die die Ringe, dann die Uhren, Armbänder, das andere Paar Schuhe, Kleider, Jacken, Anzüge. . . .

Eine Bekanntmachung der Associated Press aus Herford, Deutschland, vom 9. September 1946 lautet: "Heute informierten die Briten die Deutschen in ihrer Zone offiziell, daß sie diesen Winter keine Kohlen zum Heizen erhalten würden." - Usw ...  (Stark gekürzt. H. K.)

 

 

Kapitel VIII

Unterricht in umgekehrter Demokratie

 

Die obersten Henker

Wir dachten, wir seien als Befreier nach Deutschland gekommen, um die deutschen Menschen von der Diktatur zu befreien, sie auf ihre Irrtümer hinzuweisen und ihnen die Vorzüge unserer Form von Demokratie und freiem Unternehmertum zu zeigen. In Wirklichkeit akzeptierten wir in Potsdam ein Programm, das unsere ganzen Prinzipien zunichte machte und unsere Form von Demokratie nur als das Gegenteil davon darstellen konnte. Das Potsdamer Abkommen war maßgerecht für Sowjet-Rußland ausgelegt und nicht für freie demokratische Entfaltung. Seine Durchführung erfordert Totalitarismus der Art, wie ihn die Sowjets verstehen, eine Art, die, als die Nazis ihn praktizierten, uns so empört hatte, daß wir einen Krieg von einer halben Billion Dollar kämpften, um ihn von der Erde auszuradieren.

Als erstes schalteten wir die deutsche Regierung aus, das einzige Instrument, mit dem das deutsche Volk es hätte unternehmen können, sich selbst zu erhalten und ersetzten sie durch ein System von militärischem Absolutismus, nicht freier amerikanischer Einrichtungen oder Ideale, sondern des Absolutismus, der in Potsdam dominierte. Der militärische Absolutismus wurde durch folgenden Erlaß eingesetzt:

In der Zeitspanne, in der Deutschland den Forderungen der bedingungslosen Kapitulation nachkommt, wird die oberste Befehlsgewalt in Deutschland durch die Oberbefehlshaber im Auftrag der Regierungen von Sowjet-Rußland, Britannien, den Vereinigten Staaten und Frankreich ausgeübt, jeder in seiner Besatzungszone und in Angelegenheiten, die Deutschland als ganzes betreffen. Die vier Oberbefehlshaber bilden zusammen den Kontrollrat. ...

Wie wir gesehen haben, hatte diese Diktatur nicht den Zweck, das gefallene Reich wieder aufzurichten und zu rehabilitieren, sondern um es zu unterdrücken. Mit Hunderttausenden von schwerbewaffneten Besatzungstruppen hinter sich, war die fremde Diktatur auch darauf vorbereitet, jeglichen Widerstand der Deutschen zu verhindern, wenn sie erkennen sollten, daß der Grund für ihre Vernichtung vorbereitet worden war, indem man sie sich selbst überließ und Hilfe von außen verboten war und darüber hinaus die erforderlichen Mittel zum Überleben zerstört worden waren. Ein schalldichter eiserner Vorhang wurde rund um die Opfer heruntergelassen, der die Verbindung zur Außenwelt vollkommen abschloß, angeblich um eine Ansteckung anderen Nationen mit Nazi-Ideen zu verhüten, jedoch auch um zu verhindern, daß die verzweifelten Schreie von deutschen Frauen und Kindern nach außen dringen und andere beunruhigen konnten, während das schreckliche Programm durchgeführt wurde.

Als die Todesschlinge um sie enger wurde, machte man die Deutschen glauben, daß einzig und allein sie selbst die Schuld für das Dilemma hatten. Sogar den unvermeidlichen Zusammenbruch der Wirtschaft schob man der deutschen Verwaltung in die Schuhe. Sie mußten dazu gebracht werden, in die eigene Falle zu gehen.  . . .

Wir haben gesagt, daß es demokratisch sei, die Deutschen selbst ihre eigene Säuberung durchführen zu lassen, was darauf hinausläuft, die russischen Säuberungen als demokratisch zu akzeptieren. Der deutsche Säuberungsapparat wird von Kommunisten und radikalen marxistischen Sozialisten gelenkt, die von einer fremden Diktatur eingesetzt wurden und die Deutschen nicht mehr repräsentieren, als Quislings Naziregierung die Norweger. Die Deutschen wissen sehr genau, daß, was immer unsere Marionetten tun, es unser Wille und dictum ist.  . . .

Unsere Militärregierung ist alles andere als demokratisch, ausgenommen im russischen Sinne. Sie wird von gut ausgebildeten Militärs geführt, die kompetent sind, militärische Aufgaben und Befehle auszuführen, die sie von Washington erhalten und die von Politikern und von Leuten ausgearbeitet wurden, die hinter den Kulissen arbeiten. Anstatt ein demokratisches Organ von freien Amerikanern zu sein, sind sie Befehlsempfänger, die bereit sind, was immer sie an Weisungen von oben erhalten, ohne Fragen zu stellen auszuführen. Sie sind in dieser Hinsicht identisch mit Hitlers loyaler Hierarchie von Handlangern für Hinrichtungen.

Unsere Besatzungstruppen waren ausgezeichnete amerikanische Jungs, jedoch zum größten Teil junge, unerfahrene Eingezogene im Alter von unter 20 Jahren, von denen man weder erwarten konnte, daß sie Gefallen an ihrer Aufgabe hatten, noch deren Wesen begriffen. Das ganze Erlebnis hat dazu geführt, sie korrupt und brutal zu machen. Wie bereits vorher erwähnt, unser Einsatz von unverhältnismäßig vielen schwarzen Truppen hat dazu beigetragen, uns die Deutschen zu entfremden und unsere eigenes Personal zu empören.

Zusammen mit den militärischen Streitkräften haben wir ein Korps hochbezahlter Zivilangestellten hinübergeschickt, das zum großen Teil aus Leuten besteht, die zu Hause im sozialen und wirtschaftlichen Wettkampf versagt haben, in einigen Fällen zusammengebrochene, entlassene Offiziere, die den harten Kampf in Frankreich und Italien nicht aushalten konnten oder die den Verdruß hatten, als Versager nach Hause zurückgeschickt zu werden bevor der Krieg zu Ende war und die nun in Friedenszeiten höher bezahlt werden als jemals zuvor in ihrem Leben, und denen es jetzt Freude macht, in aufgeblasenem Eigendünkel vor niederen Rängen zu stehen, welche jedoch meist vornehme, kultivierte Personen mit mehr Substanz sind, die sich nun unter deren Befehl befinden.

Diese kunterbunte Mannschaft, hat zum größten Teil keine gründliche Kenntnis über europäische und insbesondere deutsche Verhältnisse, Sitten und Gebräuche, Probleme oder Geschichte, sondern war nur hastig eingezogen und oberflächlich für die außergewöhnlich anspruchsvolle Aufgabe ausgebildet worden.

Wenn auch die Umstände es nicht möglich machen, daß die Gruppe der Zivilangestellten als ganzes das Beste, das es in Amerika gibt, repräsentieren würde, gibt es glücklicherweise einige bemerkenswerte Ausnahmen. Oft unter großen persönlichen Opfern, sind einige sehr fähige, gut informierte, pflichtbewußte Experten hinübergegangen und haben durch ihren Einfluß dabei geholfen, die schwierige Situation zu mildern. Diesen ausgezeichneten Exemplaren unserer freien Institutionen gebührt der Löwenanteil an dem Erfolg, den auch immer die AMG (Amerikanische Militärregierung) gehabt haben mag.  . . .

Potsdam hat uns ein Programm aufgezwungen, das unserer fundamentalen Überzeugung und Philosophie zuwiderläuft. . . .

Dies sind Punkte von äußerster Wichtigkeit in der Rivalität zwischen Sowjet-Rußland und den Westmächten bei der endgültigen Kontrolle des Deutschen Reiches.

"Umerziehung"

Viele begeisterte Befürworter des Potsdamer Abkommens sind äußerst verstimmt über kommunistische Pläne, im Reich die Macht zu übernehmen. Sie haben kein Recht verstimmt zu sein, weil die erste Unterschrift auf dem Dokument die von Joseph Stalin ist. Die Russen haben daher das gleiche Recht wie wir, die Bedeutung seiner losen und nicht definierten Bedingungen festzulegen. Wenn Potsdam eine Demokratisierung des Reiches vorsieht, ohne genau zu spezifizieren, was mit "Demokratie" gemeint ist, haben die Sowjets vollkommen recht, darauf zu bestehen, daß die Anordnung von einer Kommunisierung spricht. Und das ist nur eine der bösartigen Merkmale des "Umerziehungsprogramms."

Potsdam ordnet im Zusammenhang mit der Entnazifizierung an, daß die abgesetzten Nazis "durch Personen ersetzt werden sollen, die durch ihre politischen und moralischen Eigenschaften geeignet erscheinen, bei der Entwicklung echter demokratischer Einrichtungen in Deutschland mitzuhelfen." Es werden aber keine Hinweise darauf gegeben, was diese "echten demokratischen Einrichtungen" sein könnten. Es verbietet Verbreitung von nationalsozialistischen Ideen, ohne festzulegen, was diese sind, und sieht dann vor, daß "die deutsche Ausbildung so kontrolliert werden soll, daß Nazi- und militaristische Lehren ausgeschaltet werden und die erfolgreiche Entwicklung demokratischer Ideen ermöglicht wird," wieder ohne Definition.

Jedoch Verbreitung und Diskussion einer politischen Philosophie und die Öffentlichkeit zu zwingen, eine andere zu akzeptieren, die von denen, die in den Machtpositionen sitzen, ist Nazi-Doktrin. Es ist auch kommunistische Doktrin. Und die Kommunisten behaupten, daß ihre die einzige echte Demokratie ist.

Politische Demokratie, sagen die Bolschewiken, ist auf lange Sicht unmöglich ohne "wirtschaftliche Demokratie," womit sie die Abschaffung privaten Besitzes meinen, die Grundlage freien Unternehmertums. Sie aber bezeichnen freies Unternehmertum als Faschismus und die Verteidiger des amerikanischen Systems als Faschisten. Die Entnazifizierung bedeutet darum in russischen Augen, unser eigenes System zusammen mit allen anderen Arten von Privatbesitz mit der Wurzel auszureißen.

Die Bolschewiken bezeichnen jedes Land oder jede Partei als faschistisch, die für Maßnahmen eintreten, die die Tätigkeiten kommunistischer Parteien einschränken; diejenigen, die dem Kommunismus erlauben sich frei zu bewegen und sie zu zerstören und eine kommunistische Weltgemeinschaft aufbauen, werden "Demokratien" genannt. Und so kann Potsdam als "demokratisches" Dokument betrachtet werden.

Als Rußland erlaubt wurde, das Abkommen ohne klare Definition dessen, was mit "Demokratie" gemeint war, zu unterzeichnen, sind wir in eine gefährliche Falle gegangen. ... Wenn wir mit Demokratie unseren Weg zu leben meinen - freies Unternehmertum, Privatbesitz, Freiheit des Einzelnen, den in der Bill of Rights garantierten Schutz und Regierung des, durch und für das Volk - hätte es uns gleich zu Beginn klar gewesen sein müssen, daß das Programm, eine Demokratie mit Gewalt zu errichten, von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Wir hätten logischerweise hoffen können, den Hitlerismus durch hitlersche Methoden auszutreiben, aber wir hätten bestimmt nicht auf diese Weise unsere Art zu leben einführen können.

Unsere Intoleranz der politischen Naziansichten, wie auch immer sie gerechtfertigt gewesen sein mag, ist trotzdem das Gegenteil von Demokratie im amerikanischen Sinne. Unsere Entschlossenheit, die Ideen mit Gewalt auszureißen, war eine Zurückweisung der heiligsten Glaubenssätze der Demokratie. Menschen, die wirklich an Gedankenfreiheit und Meinungsfreiheit glauben, benutzen an der Debattierfront keine Knüppel. Wir verachteten Hitler, weil er, wie von den Nazis vorgeschrieben, Bücher verbrennen ließ, nicht weil wir bezüglich bestimmter davon betroffener Bücher unbedingt voreingenommen gewesen wären, sondern aus Prinzip. Wir haben jedoch dieses Prinzip selbst verletzt und haben dasjenige Hitlers angenommen, als wir die Nazibücher verbrannten. Wir verurteilen Hitler mit Worten, entlasten ihn jedoch durch Taten!

Durch die lange Propaganda wurde der Eindruck erweckt, daß die nationalsozialistischen Lehren offensichtlich böse waren, daß sie, zum Beispiel, offen einen Angriffskrieg und die Welt erobern wollten. Das stimmt nicht. Wie die Plattform jeder politischen Partei, die bei den Wahlen Unterstützung haben will, waren ihre Planken recht harmlos. In Wirklichkeit wurde der Nazismus und was er tat, von vielen ausländischen bedeutenden Persönlichkeiten, wie Lloyd George und Winston Churchill, gelobt. Wenn befragt, sagten 51 Prozent unserer eigenen GIs, die in Deutschland stationiert waren, daß sie glaubten, daß Hitler "dem Reich vor 1939 viel Gutes getan habe," und 19 Prozent davon glaubten, "daß die Deutschen einige oder viele Gründe zur Rechtfertigung hatten, den Krieg zu beginnen." Es zeigte, daß ein großer Prozentsatz der Soldaten bereit war, die deutschen Erklärungen zu akzeptieren und die Masse der Deutschen von der Verantwortung für die Grausamkeiten in den Konzentrationslagern freizusprechen.

Es war für aufrichtige, intelligente, pflichtbewußte deutsche Bürger durchaus möglich, Parteimitglieder zu sein und sogar Enthusiasten. Wenn wir es anders sehen, so zeigen wir nur unsere Ignoranz und unsere Leichtgläubigkeit Propaganda gegenüber. Nazismus war in vielen fundamentalen Hinsichten falsch, und diese Punkte sollten aufgezeigt werden. Den Deutschen sollte gezeigt werden, wo diese Ideen im Prinzip falsch und gefährlich waren. Sie sollten als allgemeine Prinzipien bezeichnet werden, denen man begegnen muß, ganz gleich, wer sie verfolgt, sogar wenn sie Kommunisten sind. Und es sollte durch eine freie unzensierte Debatte erfolgen. Ganz bestimmt kann nichts gewonnen werden, wenn man das Thema als nicht diskutabel bezeichnet.

Die Nazis waren im Irrtum, als sie die Schulen einbezogen und die Entfernung bestimmter Ideen und Texte forderten und die Übernahme bestimmter anderer verlangten. Es war im Prinzip ein Fehler. Und so ist es bei uns, wenn wir den Deutschen unsere Ideen und Textbücher aufzwingen. Wir sind um so mehr im Unrecht, als wir Außenstehende sind, wogegen die Nazis zumindest Deutsche waren. Die Nazis waren im Unrecht, als sie die deutsche Presse strikt zensierten. Und so sind wir. Wir können in Deutschland keine freie Presse durch strenge Zensur erhalten, und wir würden sehr töricht dastehen, wenn wir es versuchen würden.

Verfolgung von Menschen wegen ihres Blutes ist beklagenswert - ob es von den Deutschen oder gegen sie praktiziert wird. Verfolgung resultiert aus Haß und wird durch Haßverbreiter angestachelt. Walter Mitchell hat gesagt, wir sollen die Deutschen hassen. Er schrieb ein Jahr nach der deutschen Kapitulation. "Wenn sie aufwachsen können zwischen Erinnerungen an das, was es bedeutet, ein Ungeheuer zu sein, werden sie sich vielleicht mehr bemühen, in die menschliche Rasse zurückzukehren." Ähnlich sprach Außenminister Byrnes zu den Deutschen in Stuttgart, und die Abteilung für Information der U.S. Armee in Europa rief immer noch dazu auf, das deutsche Volk zu hassen. In einem Pamphlet wird gesagt:

Mitgefühl für die Deutschen zu haben, ist der psychologischen Reaktion ähnlich, die wir einem hübschen Mädchen gegenüber haben, das kaltblütig seinen Vater ermordet hat, weil wir zögern, jemanden, der so hübsch und freundlich aussieht, als eine Mörderin zu verurteilen.

Die Deutschen verhielten sich in ihrer Haßverbreitung nicht weniger an das christliche "Liebe deinen Feind."

Die Deutschen belasteten mit der scheußlichen Doktrin von Kollektivschuld ein ganzes Volk, das sie als Todfeind ansahen. Das war eines ihrer größten Verbrechen. Wir haben das gleiche Verbrechen begangen, als wir dieselbe Doktrin gegen das deutsche Volk anwandten, eingeschlossen ungeborene Kinder. Vielleicht ist der Grund, aus dem wir verbieten über den Nazismus zu diskutieren, daß wir versäumt haben, seine Merkmale aufzuführen und versucht haben, ihn mit Gewalt zu zerstören, was darauf zurückführen ist, daß wir unbewußt seit 1932 seine schlimmsten Merkmale übernommen haben, ohne sie genau zu kennen.

Und so gehen wir ungeniert unseren Weg und versuchen den Nazismus auszutreiben, während wir ihn selbst praktizieren.

Wir kamen als Befreier, um die Deutschen zu lehren, wie sie Selbstregierung und politische Freiheit genießen könnten. Wir haben ihnen jedoch unsere Entnazifizierungsbestimmungen aufgezwungen, die sie so in Angst versetzen, daß sie es ablehnen, sich an Politik zu beteiligen, aus Furcht vor den möglichen Konsequenzen unter unserer "demokratischen" Kontrolle. Wir versuchen, ihnen Demokratie beizubringen, haben jedoch das, was sie lehren soll, so umschrieben, daß ihre Lehrer, es sei denn, sie sind Kommunisten, zu ängstlich sind, überhaupt etwas zu sagen. Die deutschen Führer haben politisch nicht die Erlaubnis, frei zu sprechen, und sogar diejenigen in unserer Militärregierung sind - aus Furcht vor den Konsequenzen - zu ängstlich zu sagen, was sie denken. Wegen unserer undemokratischen Politik im Hinblick auf die Pressefreiheit, die wir predigen, während wir sie in der Praxis verletzen, arbeitet die deutsche Presse in einem luftleeren Raum. Intellektueller Hunger ist in Deutschland fast ebenso akut wie physischer Hunger.

Aber mehr als alles andere, ist unser Justizsystem brutal und höchst diskriminierend geworden. Wir haben drei verschiedene Arten von Gesetzen, eines für die Streitkräfte, eines für Displaced Persons und eines für die deutsche Bevölkerung, aber in keinem bemüht man sich, Strafen zu verhängen, die den Verbrechen angemessen sind. Zum Beispiel wurde eine verwitwete deutsche Mutter mit zwei kleinen Kindern für fünf Monate ins Gefängnis geschickt, weil sie ein Fallschirmmesser in Besitz hatte, das ihr als Trophäe und Erinnerung von ihrem Mann gegeben worden war, kurz bevor er über Britannien abgeschossen wurde. Das ist typisch und keine Ausnahme. Diese "demokratische Gerechtigkeit" läßt die Deutschen schaudern. Während wir Gesetz und Ordnung predigen, verhätscheln und geben wir "Displaced Persons" besondere Privilegien, die, AMG-Offizieren zufolge, für 50 Prozent der Verbrechen in der amerikanischen Zone verantwortlich waren.

Während wir Demokratie predigen, haben wir uns als eine fremde Plutokratie niedergelassen, in der viele Mitglieder auf dem Schwarzen Markt handeln und andere dunkle Geschäfte nicht für unter ihrer Würde halten. Während die Deutschen um sie herum verhungern, Lumpen tragen und in Löchern wohnen, lebt die amerikanische Aristokratie oft in ungewohnter Bequemlichkeit und Luxus. Ihre Frauen müssen besonders gekennzeichnet werden, um sie vor unzüchtigen Annäherungen zu schützen; sie leben in den schönsten Wohnungen, aus denen sie die Deutschen vertrieben haben; sie stolzieren in feiner Kleidung herum und schlemmen an Nahrungsmitteln, die dreimal so viel sind, wie die, die sie den Deutschen zugestehen, und geben "Displaced Persons" zweimal so viel. Wenn wir den Deutschen erzählen, daß ihre niedrigen Rationen daher rühren, weil nicht genügend Nahrungsmittel vorhanden sind, denken die natürlich, daß wir entweder lügen oder sehen uns als unmenschlich an, weil wir den Löwenanteil von der geringen Zuteilung nehmen und ihre Kinder verhungern lassen.

Wir haben uns auf viele Weise den Leiden der Besiegten gegenüber gefühllos benommen. Der Krieg hinterließ unzählige Kriegsversehrte, manche ohne Arme, Beine, Augen oder auf andere Weise entstellt. Diese und die Millionen, die im Kampf gefallen sind oder als Kriegsgefangene zurückgehalten werden, haben Millionen von Abhängigen, alte Eltern, Frauen und Kinder. Zusätzlich sind da die Massen von verarmten, leidenden Vertriebenen aus dem Osten. Aber die alles überragenden Notwendigkeiten all dieser Millionen hilfloser Deutscher, fanden nur geringe Erwägung im Verhältnis zur Ernährung und Unterbringung der Displaced Persons. Sie erhalten nur wenige Nachrichten von ihren Lieben, die als Kriegsgefangene in England, Frankreich und anderen westlichen Ländern festgehalten werden, und keine aus Rußland. Noch hat der Alliierte Kontrollrat bisher eine vollständige Liste entweder der Kriegstoten oder der Kriegsgefangenen herausgegeben. Tausende werden immer noch in unnötiger, qualvoller Ungewißheit gehalten und fragen sich, ob ihre Väter und Brüder, die im Krieg waren, noch leben oder tot sind. Wie eine deutsche Mutter sagte: "Schon ein bißchen Mitgefühl würde helfen. Ich habe von meinem Sohn schon seit länger als einem Jahr nichts gehört. Wenn ich wüßte, daß er tot wäre, könnte ich darüber hinwegkommen."

Dies ist der Weg, das Gegenteil von Demokratie zu lehren. Wenn die Deutschen jemals daran festhalten sollen, müssen sie das freiwillig tun, durch Überzeugung, nicht durch Zwang. Durch unser Verhalten machen wir es ihnen unmöglich, eine Überzeugung zu gewinnen.

Wenn das, was wir in Deutschland gegen den Nazismus tun, richtig ist, dann ist das, was wir hier zu Hause mit dem Kommunismus machen, falsch. Wenn wir dort den Nazismus zertreten müssen, müssen wir auch hier den Kommunismus zertreten; wenn wir im Namen von Demokratie und Meinungsfreiheit die Verbreitung der kommunistischen Lehre und die Tätigkeit der kommunistischen Fünften Kolonne hier tolerieren können, müßten wir den Nazismus drüben mit der gleichen Freundlichkeit behandeln. Weil der eine genau so schlimm ist wie der andere.

 

 

Kapitel IX
Das Programm des Kremls

 

Imperialistische Ausweitung und Weltrevolution

Um Rußlands Absicht, Deutschland zu kontrollieren, zu begreifen, ist es zunächst notwendig, die allgemeinen Ziele und Ideen der Sowjetunion zu verstehen. Das Fehlen einer solchen Kenntnis ist hauptsächlich daran schuld, daß unsere Führung unsere Beziehung zu Moskau so verpfuscht hat.

Das in Bewegung befindliche aggressive Sowjet-Rußland stellt eine Mischung des territorialen Ehrgeizes des alten russischen Imperialismus und des kommunistischen Programms einer Weltrevolution dar. Ersteres fährt, wie zuvor, mit militärischer Macht und der Anziehungskraft des 'Pan-Slavismus' fort, zu dem nun die Kraft des Weltkommunismus hinzugekommen ist.  . . .

Russische imperialistische Ausweitung, jetzt wie in vergangenen Jahren, bedroht britische Handelsrouten, strategische Ölreserven und wirtschaftliche Möglichkeiten. Russische Versuche, durch den Iran bis zum Persischen Golf vorzustoßen und durch die Dardanellen und Triest zum Mittelmeer, sind nicht tolerierbare Bedrohungen ihrer Verbindung nach Indien.  . . .  Durch die Kraft des Weltkommunismus bedroht die U.S.S.R. - die bereits die östliche Hälfte von Europa und wichtige Teile Asiens in ihre Einflußsphäre gebracht hat - andere Sektoren auf dem ganzen Erdball, in Asien, Afrika und Westeuropa, und sogar Amerika.

Und weil wir an unsere eigenen lebenswichtigen Interessen ebenso glauben wie die Briten an ihre, ist unsere Reaktion ähnlich der der Briten, und wir arbeiten eng zusammen.

Der Weltkommunismus, der auf den Lehren von Marx, Lenin, und nun Stalin basiert, malt den Kapitalismus als ein diabolisches Ausbeutungssystem, in welchem die besitzenden Klassen die Arbeiter durch das Lohnsystem ausbeuten. In Übereinstimmung mit dem Marxschen dialektischen Materialismus und den Wirtschaftslehren, glauben viele Kommunisten und Sozialisten, daß Kapitalismus an vorgezeichneten, konvulsiven Schüben von Wirtschaftskrisen, Kriegen und Katastrophen stirbt, daß das Ende der kapitalistischen Welt kurz bevorsteht und von einer Neuen Weltordnung des Sozialismus abgelöst wird.

Die Kommunisten sehen es als ihre Mission an, den Prozeß des kapitalistischen Zerfalls und den Beginn des sozialistischen Jahrtausends mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu beschleunigen. Indem sie der Philosophie folgt, daß, wo die Macht ist, auch das Recht ist und daß das Ende die Mittel rechtfertigt, ist alles was sie tun, sogar in der Verkleidung von "Reformen", dazu kalkuliert, den revolutionären Untergang des Privatbesitzes und des Lohnsystems zu beschleunigen! Kommunisten haben das Ziel, die Revolution anzuführen  . . .

Das Hauptinstrument zur Durchführung dieser Mission ist die kommunistische Partei mit Zweigstellen in allen Ländern, und ihr Hauptquartier ist jetzt in Moskau. Es ist jedoch keine politische Partei im üblichen Sinn. Sie ist ein durchtrainierter hochdisziplinierter Militärstab und die Führungsspitze der revolutionären Massen, Macht durch Gewalt an sich zu reißen und sie durch eine Schreckensherrschaft zu halten. Mit den Worten Lenins, wie von Stalin zitiert:

“Der erfolgreiche Sieg über den Kapitalismus erfordert eine genaue Beziehung zwischen der kommunistischen Partei und der revolutionären Klasse, dem Proletariat einerseits, und den Massen, d.h. denjenigen, die sich plagen und ausgenutzt werden, andererseits. ... Nur eine solche Partei fähig, das Proletariat in dem schonungslosesten und letzten Kampf gegen die Kräfte des Kapitalismus zu führen“.

Die bekehrende Kraft der Partei besteht hauptsächlich durch die Unzufriedenheit der Massen mit der existierenden Ordnung, der der Kommunismus den ganzen Verdruß und die Mühe des Lebens zuschreibt. Die Partei zieht jeden Vorteil aus den vielen zugegebenen Fehlern des gegenwärtigen Systems, die zum großen Teil in der menschlichen Natur selbst begründet sind und in jeder Einrichtung enthalten sein würden. Sie gedeiht aus dem Versagen klassischer Wirtschaftspolitik, um Geschäftskrisen zu erklären oder zu verteidigen; der Unzulänglichkeit und Verzerrung orthodoxer Geschichte; dem Versagen der Kirche und ihrer Führung, die großen Themen unserer Zeit zu erkennen und ihnen gegenüberzutreten; der allgemeinen Tendenz, jene, denen es besser geht, zu beneiden und für persönliches Versagen und schlechte Anpassungsfähigkeit "dem System" die Schuld zuzuschieben; dem heimlichen Wunsch, den Sturz derjenigen zu sehen, die höhere Positionen erreicht haben - angeblich auf unrechtmäßige Weise oder durch persönliche Verbindungen anstatt aufgrund von Leistung - oder vielleicht sogar dabei zu helfen. Schließlich ist da die idealistische Anziehungskraft des Schlagwortes "Von jedem nach seinen Möglichkeiten zu jedem nach seinen Bedürfnissen."  . . .

Das erste Land, das vom Kommunismus erobert wurde, war Rußland, das seit der bolschewistischen Oktober-Revolution im Jahre 1917 eine mächtige nationale Basis für internationale kommunistische Operationen bildete. Es werden nun starke Bemühungen gemacht den Eindruck zu erwecken, als sei der Internationale Kommunismus aufgelöst, daß nicht mehr länger eine Verbindung zwischen Rußland und kommunistischen Parteien in anderen Ländern besteht. Als Stalin kürzlich gefragt wurde, "Was ist Ihre Ansicht über die Behauptungen, daß die Taktiken der kommunistischen Parteien in Westeuropa von 'Moskau diktiert werden'? antwortete er, "Ich betrachte die Behauptungen als absurd und dem bankrotten Arsenal von Hitler und Goebbels entliehen zu sein."

Doch in seinem eigenen Buch, Probleme des Leninismus, kürzlich von ihm überarbeitet, mit seiner Genehmigung in alle zivilisierten Sprachen übersetzt und durch kommunistische Parteien überall verteilt und von diesen als unbezweifelbares Evangelium akzeptiert, ruft Stalin: "Was anders ist unser Land, das Land, das den Sozialismus aufbaut, wenn nicht die Basis für die Weltrevolution?"

 Indem er Lenin zitiert, sagt er:

„Der Sieg des Sozialismus ist möglich, wenn er zunächst von ein paar oder sogar von einem einzigen kapitalistischen Land übernommen wird. Das siegreiche Proletariat dieses Landes wird, nachdem die Kapitalisten enteignet und seine eigene sozialistische Produktion eingerichtet worden ist, sich gegen den Rest der kapitalistischen Welt erheben, die die unterdrückten Klassen anderer Länder anziehen, Aufstände unter ihnen gegen die Kapitalisten anzetteln und sogar, wenn es nötig sein sollte, mit bewaffneten Kräften gegen die ausbeutenden Klassen und ihre Staaten antreten.

Es ist undenkbar, daß die Sowjetrepublik weiterhin für längere Zeit neben imperialistischen Staaten existieren könnte. Zum Schluß muß die eine oder andere Seite erobern. Bis dahin sind eine Anzahl von schlimmen Zusammenstößen zwischen der Sowjetrepublik und den bourgeoisen Staaten unvermeidlich. Das bedeutet, daß, wenn das Proletariat als die regierende Klasse regieren willund wird, muß es das auch durch militärische Organisation beweisen.“

Stalin sagt, daß alle, außer Verräter des Kommunismus, diese Ansichten übernehmen müssen, es ihnen zu verwehren, "hieße, den Internationalismus, den Leninismus im Stich zu lassen. In seinen ebenfalls weithin übersetzten und verbreiteten Grundlagen des Leninismus sagt Stalin:

„Die Macht der Bourgeoisie zu stürzen und die Macht des Proletariats in einem einzigen Land einzusetzen, garantiert noch nicht den vollständigen Sieg des Sozialismus. Nach Festigung seiner Macht und danach die Führung der Bauern zu übernehmen, kann und muß das Proletariat des siegreichen Landes eine sozialistische Gesellschaft bilden. Aber bedeutet das, daß auf diese Weise das Proletariat einen vollständigen und endlichen Sieg des Sozialismus sichert, d.h., bedeutet es, daß mit den Kräften eines einzigen Landes dieses schließlich den Sozialismus festigen und garantieren kann, daß das Land völlig gegen Einmischung gesichert ist, was bedeutet, gegen Herstellung des alten Zustandes? Sicher nicht. Das erfordert den Sieg der Revolution in wenigstens mehreren Ländern. Daher ist es die wesentliche Aufgabe der siegreichen Revolution in einem Land, die Revolution in anderen vorzubereiten und zu fördern. Darum darf die Revolution in einem siegreichen Land sich nicht als eine unabhängige Einheit betrachten, sondern als Hilfstruppe und Mittel, den Sieg des Proletariats in anderen Ländern zu beschleunigen. Lenin hat diesen Gedanken kurz ausgedrückt, als er sagte, daß es die Aufgabe der siegreichen Revolution sein muß, "in einem Land das äußerst mögliche zu tun, um die Revolution in allen Ländern zu entwickeln, zu fördern und anzustacheln."

In demselben Buch hebt Stalin die Notwendigkeit des Einhaltens absoluter Einheitlichkeit der Taktiken in allen Branchen des Weltkommunismus durch eiserne Disziplin hervor. Er sagt:

Aber die Parteien der kommunistischen Internationale können sich nicht erlauben, "liberal" zu sein oder die Bildung von Splittergruppen zu erlauben. Die Partei ist gleichbedeutend mit Einheit des Willens, was keinen Raum für Splitterung oder Teilung der Autorität der Partei läßt.

Dies ist der Grund für die bestens bekannte enge Konformität der amerikanischen kommunistischen Partei mit der Moskauer Taktik. Und weder die Realitäten noch die vorher gegebenen Zitate können Mr. Stalins gegenwärtige zweckdienliche Bemerkung "dem bankrotten Arsenal von Hitler und Goebbels entliehen" als Absurdität abschwächen. Lüge und Täuschung sind vom Kommunismus die am meisten benutzten Waffen. Stalin erklärt die Notwendigkeit der Täuschung der bourgeoisen Feinde, sogar wenn sie als Alliierte nützlich sind, als die nicht nachlassende Kriegführung gegen alle bourgeoisen Staaten, d.h Staaten, die unter dem System des Privatbesitzes geführt werden, was die Vereinigten Staaten von Amerika einschließt.  . . .

Rußlands Heuchelei während des Krieges, es hätte die Revolution aufgegeben, geschah nur in der Absicht, das endgültige Ziel der Zerstörung von Privatbesitz in der ganzen Welt zu erreichen. In einer Rede an das russische Volk am 9. Februar 1946 machte Stalin klar, daß der Kreml die Sowjetunion als seine eigenen Vereinten Nationen betrachte, die sie in der ganzen Welt verbreiten wolle, angeblich um Kriege unter den Nationen zu beenden.  . . .

Indem er den Russen versichert, daß sie sich unter normalen Bedingungen besser stehen als andere Völker, malt der Kreml die Außenwelt in grellen, häßlichen Farben. Er erzählt den Menschen, daß die teuflischen Kapitalisten sich verschworen haben, sie anzugreifen, um das Arbeiterparadies zu zerstören.  . . .

Ein Volk, das auf diese Weise dazu gebracht wird zu glauben, daß es für die Erhaltung seines Nationallebens kämpft, ist leichter zu beherrschen, eher bereit, ohne Fragen zu stellen Befehlen zu gehorchen, eher bereit, Säuberungen in den Rängen als notwendige Säuberung von tödlichen kapitalistischen Einflüssen zu dulden. Jeder Russe, der in einer Unterhaltung mit einem Ausländer erwischt wird, wird natürlich verdächtigt, Agent des freien Unternehmertums zu sein und wird dementsprechend behandelt.

Zwischen denen, die die Lehren der kommunistischen Ideologie akzeptieren und denjenigen, die sie ablehnen, kann es keinen Kompromiß geben. Wenn sie die Oberhand gewinnen, reißen die Kommunisten durch eine Regierung des Terrors alle kapitalistischen Elemente mit der Wurzel aus und zerstören sie. Sie glauben, daß die Arbeiter, wenn sie die Wahrheit über ihre früheren Herren erfahren, die neue Ordnung als eine ungeheure Verbesserung gegenüber der alten willkommen heißen.  . . .

 

Das deutsche Programm

Kommunisten glauben, daß der Faschismus das Endstadium des Kapitalismus ist, daß, wenn dieser fällt, er nur vom Kommunismus gefolgt sein kann. Sie glauben, daß unser Versuch, das faschistische Deutschland im westlichen Sinne zu demokratisieren, so unfruchtbar ist wie zu versuchen, ein Huhn in ein Ei oder einen Schmetterling in eine Larve zu verwandeln. Sie glauben, daß Deutschland eine natürliche Metamorphose vom Nazismus zum Kommunismus durchlaufen muß und daß, wenn sie bei diesem Prozeß helfen, sie im Einklang mit dem unausweichlichen Verlauf der Geschichte handeln.

Walter Ulbricht, Leiter der kommunistischen Partei in Deutschland, dessen Frau Sekretärin Marshall Schukows war und sich zwischen 1933 und dem V-E Day in Rußland befand, sagte vor einem Geheimtreffen eines 45 Mann starken Vorstanden der "Freien deutschen Handelsgewerkschaften" für die Sowjetzone:

„Wenn die Arbeit der Kommunisierung der Sowjetzone beendet ist, werden wir uns den anderen Zonen widmen. In der Sowjetzone wird es bald keine Firmen mehr geben, die sich in Privathand befinden. Alle großen Firmen, sogar die mittlerer Größe, werden in Gemeindeeigentum umgewandelt. Dies muß schnell geschehen, bevor das Establishment einer Zentralverwaltung in Deutschland die Pläne für unsere Zone durchkreuzen kann.“

Kommunismus ist im Grunde ein Angriff auf Privatbesitz und die besitzende Klasse. In der russischen Zone wurde der Prozeß, die Deutschen ihres Besitzes zu berauben, durch Zerstörung bei Kriegsereignissen, Plünderung, Reparationen, Inflation, Konfiszierung und erzwungene Verkäufe erreicht. Inzwischen wurde die Liquidation der besitzenden Klassen durch Entnazifizierung, Zwangsarbeit, Hinrichtungen und Terror vervollständigt, was Tausende zum Selbstmord brachte und weitere Tausende zu Flüchtlingen machte, wodurch sie ihrer Besitztümer verlustig gingen.

Wir haben bereits die Gründlichkeit erwähnt, mit der die Zone geplündert wurde, was Rußland Milliarden an Mammon einbrachte. Alles andere, was getan wurde, war ebenso verheerend. Eine Inflation, die gesamte Guthaben vernichtet und das Mark aus den Knochen jeder Wirtschaft saugt, wurde künstlich geschaffen. Rußlands Anteil an der Besatzungs-Mark, die bereits vorher vom Finanzministerium der Vereinigten Staaten gedruckt wurde, genügte nicht. Es forderte die Platten, und nachdem wir ihm diese übergeben hatten, druckte es unzählige Milliarden mehr und brachte diese in Umlauf. Schließlich öffnete es die Tresore der Reichsbank, ihrer Zweigstellen und anderer Banken und nahm den Inhalt an sich. Die daraus resultierende Inflation erbrachte märchenhaften Gewinn mit wenig oder gar keinen Kosten und half gleichzeitig dabei, die besitzende Klasse zu ruinieren oder zu enteignen.

Die besitzlosen deutschen Massen wurden in niedergeworfene, hilflose, unterwürfige Proletarier verwandelt.  . . .

Sowjetische Beamte glauben, daß die deutschen Massen enthusiastisch die Liquidation der besitzenden Klasse als eine Befreiung von der kapitalistischen Ausbeutung begrüßen werden. Sorgfältig zensierte Presse und Radio versichern, daß die gegenwärtigen unangenehmen Schwierigkeiten nur Geburtswehen einer wunderbaren neuen Ordnung sind. In Übereinstimmung mit diesem Gedanken, unterrichten alle Schulen und Universitäten die Vorteile des Kommunismus und stellen die westlichen Demokratien als Hochburgen des Faschismus und kapitalistischer Ausbeutung und Schürer imperialistischer Kriege dar. Solche Ideen werden den Mitgliedern der von Rußland in der ganzen Nation geförderten Bewegung der "Freien Jugend" beigebracht, und Tausenden von Kindern, die ihren Familien abgenommen und zur systematischen Indoktrinierung in besondere "Kinderheime" gebracht wurden.  . . .

Hitler hatte die Bauern von der Plage der Hypotheken-Wucherer befreit; Rußland geht in dem Versuch, sich allgemein beliebt zu machen, einen Schritt weiter, indem es die Junker und andere große Güter auflöst und das Land in kleinere Stücke von 11 und 17 Morgen aufteilt und geprüften Deutschen zu leichten Bedingungen zur Verfügung stellt. ... Das Manöver ist offensichtlich das Vorspiel zu einer Kollektivierung, ähnlich dem Verfahren, das der Liquidation der ukrainischen Kulaken folgte. Den neuen "Besitzern" werden Häuser und Maschinen versprochen. Da diese jedoch nicht erhältlich sind, haben die Besitzer keine andere Möglichkeit, als sich in den existierenden Gebäuden der Güter zusammenzutun, wo sich die gemeinsamen Hauptquartiere befinden. Die Kollektivierung kann auf diese Weise ein wenig später vonstatten gehen.  . . .

Der Weg für die endliche Kommunisierung der westlichen Gebiete wird gewissenhaft von Kommunisten in den westlichen Besatzungszonen vorbereitet.  . . .  Eine solche kommunistische Unterwanderung wurde in den Potsdamer Erklärungen durch Ent-Industrialisierung, Entnazifizierung, Unterdrückung, durch die ganze schreckliche Katastrophe automatisch gefördert.  . . .

Wir haben bereits viel dazu getan, die Verwirklichung von Rußland Plänen zu ermöglichen, und der Kreml erwartet, daß wir noch mehr tun. Er will, daß wir Rußlands Anspruch auf 10 Milliarden an deutschen Reparationen akzeptieren, nicht nur als stattliche Beute, sondern um der gelähmten deutschen Wirtschaft eine solche Last aufzuerlegen, daß sie nur unter Kommunisierung überleben kann. Es ist zu Rußlands Vorteil, die Unterzeichnung eines Friedensvertrages mit Deutschland so lange wie möglich hinauszuschieben, weil die Verzögerung seinen Plänen eine viel längere Reifezeit geben würde. Und wenn in der Zwischenzeit eine deutsche Regierung eingesetzt werden sollte, verlangt Rußland, daß es eine provisorische, zentralisierte Regierung sein solle, eine, die den durch und durch verwurzelten Kommunisten die größtmögliche Gelegenheit gibt, die Kontrolle über ganz Deutschland in ihre Hände zu bringen.

 

Der Westen wacht auf

Der Westen brauchte lange um festzustellen, daß der russische Alliierte überhaupt kein Alliierter ist, sondern ein entschlossener Gegner, daß hinter jeder Bewegung des Kremls ein finsteres, gefährliches Motiv steckt. Unsere eigenen Führer standen schon längst unter dem Einfluß von Mr. Roosevelts "Großem Entwurf," der Strategie, die sowjetischen Führer von ihrem Argwohn, der Feindseligkeit und dem Haß gegenüber dem Westen zu heilen, indem er sie mit Gefälligkeiten und Freundlichkeiten überschüttete. Während wir unter diesem Bann standen, betrachteten wir die aufsässigen Söhne Rußlands als verlorene Söhne, die gerade erst in die Familie der Nationen zurückkehrten und sahen es als unsere Pflicht an, jeder ihrer Launen und Exzentrizitäten nachzukommen und ihre Beleidigungen und Verletzungen zu übersehen.

Wir unterzeichneten die Potsdamer Erklärung, ohne diese zu verdächtigen, eine versteckte russische Bombe zu sein, daß ihre ungenauen, widersprüchlichen, nicht definierten Bestimmungen und Formulierungen sich nur auf die durch menschliches Elend gedeihende Sowjetunion beziehen und nur ihr Vorteile bringen könnte. Wir schlossen die Augen vor dem schwerwiegenden Unterschied zwischen unserer Art zu leben und dem russischen Kommunismus. Weil Kommunisten ihre Art zu leben "Demokratie"nannten, nahmen wir an, daß sie irgendwie unserer "Demokratie" ähnlich sein müsse, und wir akzeptierten in gutem Glauben, daß Rußland angeblich mit der Revolution sowohl zu Hause als auch außerhalb fertig war, daß seine Aggression nichts weiter war, als Maßnahmen, seine "notwendige Sicherheit" zu verstärken.

Wir hatten unsere Zusammenstöße mit Rußland sowohl innerhalb als auch außerhalb Deutschlands, erhielten Ohrfeigen und Demütigungen, wie Amerikaner sie sich nie zuvor haben gefallen lassen. Wir ließen es geschehen, daß unsere Telefonleitungen, die durch die russische Zone in unsere Zone in Berlin laufen, angezapft wurden. Wir haben uns sogar damit abgefunden, daß die Russen es ablehnten, unsere Zone in Berlin mit frischen Nahrungsmitteln zu versorgen. Wir haben uns gefügt, als die Russen es ablehnten, daß wir unsere einspurige Eisenbahn nach Berlin in eine Doppelspur ausbauten. Wir hatten ernstliche Konflikte bezüglich Zeitungszensur, Kontrolle über Radioanschlüsse und Programme, Schulen und Lehrpläne und einer Vielzahl von sowohl wichtigen als auch trivialen Dingen und ertrugen alles mit einem freundlichen Lächeln, als wir uns den sowjetischen Forderungen fügen mußten.

Schließlich stellten wir jedoch fest, daß ein solches Verhalten den Russen nur als Schwäche erschien und wurden dem bedrohlichen Charakter der sowjetischen Absichten gegenüber wach. Wir fingen sanft an, aber mit zunehmender Entschlossenheit nahmen wir eine festere Haltung ein und verlangten, daß unseren eigenen Interessen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden müsse. Unsere Desillusion war vollkommen, als Mr. Molotow in Paris schließlich sein wahres Gesicht zeigte. Seitdem versuchen wir immer noch, wieder zu Verstand zu kommen. Wir können nur hoffen, daß wir noch gerade zur rechten Zeit aufgewacht sind, um den Kreml davon abzuhalten, das Deutsche Reich zu schlucken.  . . .

 

 

Kapitel X

Tatsachen, denen wir ins Auge sehen müssen

 

Wie wir Rußland in die Hände gespielt haben

General Dwight D. Eisenhower sagte bei einer Pressekonferenz in London, daß die Russen "gern lachen." Im Hinblick auf die Art und Weise, wie wir auf ihre Täuschungen hereingefallen sind, können sie das auch.

Die Dinge sind bereits so weit gediehen, daß uns in allem Ernst gesagt wurde, daß wir die Russen und ihre Regierung nicht kritisieren dürfen; doch diejenigen, die das sagten, hatten keinerlei Hemmungen, alles Amerikanische zu kritisieren und gaben sich nicht die geringste Mühe, die sowjetische Kritik uns gegenüber zu stoppen.

Im März 1945 hatten die GIs in Deutschland den offiziellen Befehl erhalten, keine unvorteilhaften Bemerkungen über die Roten zu machen. Typisch für unsere unamerikanischen Bemühungen, Kritiken zu unterdrücken, war im April 1946 die AMG Zensur eines Briefes von einem katholischen Bischof, der dazu aufrief, der Mißhandlung der Deutschen durch Zwangsarbeit und Vertreibung Aufmerksamkeit zu schenken. Wir verbaten das Vorlesen des Briefes in Kirchen, weil es Rußland beleidigen könnte. Sozialdemokraten und anderen deutschen politischen Parteien war es nicht erlaubt, die kommunistische Partei zu kritisieren, weil dadurch Rußland weniger Grund gegeben werde, sich beleidigt zu fühlen.

Wir müssen erkennen, daß sowohl mit Nationen als auch mit Menschen, die keine Kritik vertragen und die sich über jeden Vorwurf erhaben fühlen, etwas ernstlich falsch ist, und daß ebenfalls mit den Menschen etwas nicht in Ordnung ist, die sich dem fügen.

Rußland verdient nicht nur Kritik, sondern Verurteilung. 1939 sagte Stalin zu der Kommunistischen Partei Rußlands, sie müsse sich vor uns in acht nehmen, weil wir "Spione, Mörder und Zerstörer" in die Sowjetunion schicken würden. Tatsache ist jedoch, daß die Sowjetunion ihre Spione, Mörder und Zerstörer, wie in alle anderen, so auch in dieses Land gesandt hat, wo sie die Regierung infiltrierten und Hunderte von Schlüsselpositionen innehaben, in unseren Räten sitzen und sogar dabei helfen, unsere Außenpolitik zu gestalten.

Die Russen müssen sich ins Fäustchen lachen über die Art und Weise, in der wir diese heimtückische Fünfte Kolonne verhätscheln. Im Gegensatz dazu erschießen die Roten jeden in Rußland, der ihren Argwohn erregt und von dem sie annehmen, daß er Einfluß von außen hereinbringen könnte.

In dem kanadischen Spionage Prozeß wurde sowohl durch direkte Aussage als auch durch dokumentarische Beweise festgestellt, daß "die Auflösung der Kommunistischen Internationale wahrscheinlich die größte Farce der Kommunisten in den letzten Jahren war" und daß "nur der Name gestrichen wurde in der Absicht, die öffentliche Meinung in den demokratischen Ländern zu beruhigen. In Wirklichkeit existiert die Komintern noch und arbeitet weiter."  . . .

In Deutschland haben wir erlaubt, daß die Komintern ihre Agenten in die AMG und die von uns eingerichteten örtlichen deutschen Regierungsapparate einschleust. Zeitungen in unserer Zone tendieren zum Kommunismus, zumeist weil als erstes frühere Anti-Nazi-Talente für die Arbeit bei der Presse freigestellt wurden, und zwar durch Emigranten aus Deutschland mit Links-Neigung, die von der AMG für die Überprüfungen eingesetzt worden waren.

Im Mai 1946 stellte sich heraus, daß das Außenministerium mit Hilfe des FBI eine Säuberungsaktion durchgeführt hatte, während der Hunderte von pro-sowjetischen Angestellten entlassen wurden. Einige Zeit später, als der Chef des Departments, Mr. Byrnes, gefragt wurde, warum gewisse andere nicht entlassen worden seien, obwohl sie identifiziert worden waren, erwiderte dieser, daß es nicht ratsam sei, das zu tun, während wir uns in einem ernsthaften Kampf mit der Sowjetunion befinden.

Seine Entschuldigung war ein stillschweigendes Eingeständnis dafür, daß er wußte, daß diese Männer Agenten der Sowjetregierung waren und daß der Kreml ärgerlich werden könnte, wenn wir diese Lumpen bekanntmachen würden.

Es gibt keinen einleuchtenden Grund, warum wir Rußland und seine Fünfte Kolonne irgendwie anders behandeln sollten, als wir Nazi-Deutschland und seine Fünfte Kolonne behandelten. Der einzige wichtige Unterschied zwischen den beiden im Hinblick auf die Bedrohung unseres nationalen Friedens und unserer Sicherheit, ist, daß die sowjetische Fünfte Kolonne weitaus stärker und tiefer eingewurzelt ist, als es diejenige der Nazis jemals war. Wenn es in unseren Augen richtig war, die Nazis so zu zerstören, wie wir es taten, ohne Rücksicht auf Hitlers Gefühle, wäre es nur recht, mit ebensolcher Entschlossenheit und Wirksamkeit die Kommunisten in unserer Mitte zu zerstören, ohne Rücksicht auf Stalins Gefühle, weil sie alle potentielle Verräter und Saboteure sein würden, falls wir mit Rußland in ernsthafte Schwierigkeiten geraten sollten.

Eine der kostspieligsten Konsequenzen der sowjetischen Infiltration unseres Außenministeriums war die Annahme der raffinierten Vorschläge in Jalta und Potsdam. Diese schließen ein: Teilung Deutschlands in Zonen, jede durch eine andere Macht besetzt; den Alliierten Kontrollrat, mit der Klausel, die Einstimmigkeit bei allen Entscheidungen vorschreibt, mit dem bereits dargelegten katastrophalen Ergebnis; von Deutschland verschiedenartige Reparationen zu verlangen; das Zwangsarbeitersystem; die erzwungene Vertreibung von Deutschen aus verlorenen deutschen Gebieten, Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei. Die in Potsdam akzeptierten territorialen Abmachungen und Pläne, waren alles solche, auf denen Rußland bestanden hatte.  . . .

In den Tagen zwischen Teheran und Potsdam waren Britannien und die Vereinigten Staaten eifrig bemüht, jeden sowjetischen Plan für Deutschland gutzuheißen. Wenn auch schwer im Krieg verwickelt, fanden die Gehirne im Politbüro die Zeit, ein Programm auszuarbeiten, das den größtmöglichen Vorteil aus der Beflissenheit der Westmächte zog. Seitdem haben sie diesen Vorteil stetig wahrgenommen, und wir mußten die Folgen tragen.

Wir haben Rußland sogar geholfen seine Macht über Osteuropa und dem halben Deutschland auszudehnen. Anstatt Churchills Rat zu folgen und Deutschland durch den Balkan anzugreifen und dadurch Rußland Eroberung und Besetzung zu verhindern, stellten wir uns an die Seite Rußlands und beschlossen, den Angriff über den Englischen Kanal durchzuführen. Als die Russen in den Balkan einströmten und in Österreich und Deutschland, saßen sie in amerikanischen lend-lease (Leih-Pacht) Lastern, Jeeps und Flugzeugen. Seitdem haben wir ihre brutale Herrschaft durch solche Einrichtungen wie die UNRRA gefördert. So schnell wir konnten, brachten wir Hilfsgüter in diese Gebiete, und Rußland hat einen entsprechenden Teil davon für sich genommen und nimmt den Dank für etwas in Anspruch, das wir hineingebracht haben. In Deutschland übergaben wir den Russen sogar unsere Druckplatten für Geld und erlaubten ihnen, Milliarden von Besatzungs-Mark zu drucken, die wir ursprünglich einlösen sollten, und das wahrscheinlich auch tun werden. Jedoch die ganze Hilfe, eingeschlossen die elf Milliarden Dollar an lend-lease (Leih-Pacht) Geschenken, wurden vom Kreml ignoriert, der sich unseren vitalsten Interessen ungeniert weiterhin in den Weg stellt.

 

Wir hätten es besser wissen müssen

Zusätzlich zu all dem, wie Dorothy Thompson es gut ausgedrückt hat: "Mr. Morgenthaus phantastisches Konzept war die Grundlage der 'Prinzipien' für das Potsdamer Programm, das direkt in die Hände der Sowjets spielte." Mit anderen Worten, der Morgenthau-Plan war maßgerecht für den Kreml gemacht.  . . .

Wenn auch der Plan verspricht, einer unruhigen Welt die Segnungen von Frieden und Wohlstand zu bringen, hätten wir uns nur die Mühe machen sollen, die Vorschläge im Licht von Mr. Morgenthaus eigenen Prinzipien zu analysieren, die er in anderen Verbindungen und bei anderen Gelegenheiten ausgedrückt hatte, weil wir dann sofort festgestellt haben würden, daß er nur eine Katastrophe bringen konnte.

Mr. Morgenthau, der Finanzminister, der sich um Annahme des Bretton Woods Fund and Bank Plans bemühte, vertrat die These, daß "Wohlstand, wie Frieden, unteilbar ist."  . . .

Jedoch, der Gegensatz zwischen diesen Lehrsätzen und der absichtlichen Verarmung irgendeiner Nation ist unvereinbar und offensichtlich. Mr. Morgenthau verbreitet diese Ideen als universelle Prinzipien, die ohne Ausnahme auf alle Länder angewandt werden können. Wenn sie wirklich benutzt werden könnten um Frieden und Wohlstand in der Welt zu stärken, so führen sie in gleichem Masse zu der Schlußfolgerung, daß ein Programm, daß die dauernde Verarmung irgendeines führenden Landes vorsieht, Deutschland nicht ausgenommen, die ganze Welt in einen wirtschaftlichen Schlammassel stürzen würde.

Mr. Morgenthau ist jedoch nicht der einzige, der sich auf diese Weise durch seine eigenen Prinzipien kompromittiert. Mr. Bernard Baruch, wohlbekannter Berater von Präsidenten, war gleichzeitig auch ein Eine-Weltler und unversöhnlicher Befürworter der Umwandlung Deutschlands in ein Armenhaus. Als der Krieg in Europa dem Ende zuging, war Mr. Baruch, der seine Zuhörer als "Mitbürger der Welt" zu begrüßen pflegt, in London, wo er A. Victor Lasky, einem Mitarbeiter von Stars and Stripes, ein Interview gab. Indem er seine Gegenwart in der britischen Hauptstadt erklärte, sagte Baruch, Lasky zufolge:

„Und ein Grund, warum ich hier bin, ist, einen dicken Knüppel über den großen Burschen zu schwingen, um verdammt sicherzustellen, daß sie den Frieden nicht versauen. Wir müssen Deutschland und Japan entindustrialisieren - zumindest für die Dauer einer Generation - um dafür zu sorgen, daß diese subventionierten Sklavenarbeit-Länder die Welt nicht wieder mit ihren billigen Produkten überschwemmen ...“

Dies war Mr. Baruchs Art zu sagen, daß er in Übersee war, um aufzupassen, daß Deutschland für immer als Konkurrent auf dem Weltmarkt ausgeschaltet war.

Baruch machte im darauffolgenden Juni vor dem Komitee für militärische Angelegenheiten des Senats sehr klar, was seiner Meinung nach mit dem Reich geschehen solle. Er sagte, daß es nicht genüge, nur ein "wirtschaftlich schwaches" Deutschland zu verlangen, sondern daß das Programm, Deutschland zu schwächen, "ausreichend spezifisch sein müsse - Industrie nach Industrie - so, daß alle Besatzungsmächte wissen, daß sie in derselben Sache übereinstimmen." Vor allem, sagte er, müßten Reparationen in deutscher Arbeitskraft bezahlt werden, anstatt die Industrie des Landes wiederaufzubauen, damit es die Reparationen durch Exporte aus der gegenwärtigen Produktion bezahlen könne. Viele Fabriken müssen nach Osten und Westen in freundliche Länder verschickt werden; die ganze Schwerindustrie muß zerstört werden; die Güter der Junker müssen aufgeteilt werden; die Exporte müssen strengstens kontrolliert und deutsche Vermögenswerte und Geschäftsorganisationen überall in der Welt mit der Wurzel ausgerissen werden."

Dieses Programm der Verarmung sowie das von Mr. Morgenthau, sind sich natürlich sehr ähnlich. Mr. Baruch gibt offen zu, daß es sein Ziel ist, Deutschland als Handelskonkurrenten auszuschalten; Mr. Morgenthaus Programm enthält stillschweigend die gleiche Zielsetzung. Die Menschen waren entsetzt, wenn erzählt wurde, daß der ältere Rockefeller die Raffinerien von Konkurrenten niederbrannte, wenn er sie nicht auf andere Weise zerstören konnte. Um wieviel abscheulicher sind diese Absichten, die Wirtschaft einer ganzen Nation aus ähnlichen Gründen zu zerstören!

Konservative Führer, die ihren Einfluß auf diese Weise benutzen, bereiten die Grundlage vor für wirksame Kritik an der kapitalistischen Moral, oder deren Fehlen, und schwächen die Basis für eine Verteidigung des Profitsystems. Da der Eine Welt These zufolge Wohlstand "von allen geteilt werden muß, wenn sich überhaupt jemand daran erfreuen soll" und "alle daran beteiligt werden müssen oder alle ihn mit der Zeit verlieren werden," würde der Morgenthau-Baruch Plan nicht nur Deutschland verarmen, sondern Europa und die ganze Welt, die Vereinigten Staaten nicht ausgenommen, und darum vermutlich ebenso die Herren Baruch und Morgenthau.

Die Morgenthau-Baruch Vorschläge waren die offizielle Politik unserer Regierung, die sich gleichzeitig zu den Eine-Welt-Prinzipien verpflichtet hatte. Als Ergebnis dessen, waren unsere führenden Beamten, in dem Bemühen, diese sich gegenseitig ausschließenden Theorien aufrechtzuerhalten, gezwungen, wie Mr. Morgenthau, sich auf absurde Art selbst zu widersprechen. Zum Beispiel sagte Mr. Truman, während er für die Verarmung Deutschlands entsprechend der Morgenthau-Baruch Linie eintrat, in Soldiers Field in Chikago:

„Wir werden daran arbeiten, gleiche Möglichkeiten im Welthandel zu schaffen, weil geschlossene Wirtschaftsblöcke in Europa oder irgendeinem anderen Platz in der Welt nur zu Verarmung oder Isolierung der Menschen führen können, die ihn bewohnen. Wir werden Druck ausüben zur Entfernung künstlicher Schranken für die internationale Schiffahrt, damit keiner Nation wegen ihrer zufälligen geographischen Lage uneingeschränkter Zugang zu Seehäfen und internationalen Wasserwegen verwehrt werden kann.“

Später sagte er in derselben Rede:

„Wirtschaftliches Elend, überall in der Welt, ist fruchtbarer Boden für gewaltsamen politischen Aufruhr.“

Durch die Fortsetzung unserer Politik, wirtschaftliches Elend in Deutschland zu schaffen, würden wir fruchtbaren Boden für den Kommunismus bereiten. Soviel gibt Mr. Truman hier zu.

In seiner Rede in Stuttgart widerspricht sich Mr. Byrnes auf ähnliche Weise, weil er versucht, das ursprüngliche Programm der Ent-Industrialisierung und Ent-Nazifizierung zu rechtfertigen, was heißt, Deutschland in Armut zu halten, und zur gleichen Zeit sagt er:

„Wir haben gelernt, ob es uns gefällt oder nicht, daß wir in einer Welt leben, in der wir uns nicht abkapseln können. Wir haben gelernt, daß Frieden und Wohlstand unteilbar sind.“

Bevor wir die Achtung der Welt gewinnen können und auf dem rechten Weg zu wirklichem Wohlhaben und Wohlbefinden sind, müssen wir die gesamte Morgenthau und Potsdam-Vergiftung aus unserem Denken und unserer offiziellen Politik auslöschen.

Deutschland, das Herz Europas

Wir müssen die feststehende Tatsache, daß Deutschland, auf dem das Wirtschaftsleben dieses Kontinents beruht, das Herz Europas ist, ernst nehmen, und daß, wenn wir dieses Herz zum Stillstand bringen, ganz Europa sterben muß. Wir müssen uns ebenfalls darüber klar sein, daß jeder Rückgang des deutschen Lebensstandards, auch den Standard anderer europäischer Länder senken würde, daß, wenn man sie alle auf das gleiche Niveau bringt, das allgemeine Verarmung bedeuten würde, was wiederum den Fortschritt auf Jahrhunderte hinaus zunichte machen würde.

Trotz der anderswo ausgedrückten Eine-Welt-Prinzipien, schreibt Mr. Morgenthau in seinem Buch Deutschland ist unser Problem:

In Wirklichkeit gibt es keine "europäische Wirtschaft," gewiß nicht in dem Sinne, wie es eine Wirtschaft der Vereinigten Staaten gibt. Etwa 30 Länder in Europa haben getrennte Wirtschaften, und auch eine Vielfalt davon. (S. 31)

Er argumentiert sachlich, daß "ein starkes Europa besser sei, als ein starkes Deutschland," so als seien diese beiden entgegengesetzt, und besteht darauf, daß eine Schwächung Deutschlands und Verringerung seines Außenhandels besser seien für europäischen Wohlstand.  . . .

Britanniens Erfahrung beweist deutlich die Wichtigkeit Deutschlands für die europäische Wirtschaft. Zunächst geriet es unter den Einfluß derer, die sich für die Verarmung Deutschlands einsetzten, angeblich, um einen anderen Krieg zu verhüten, jedoch in Wirklichkeit, um das Reich als Handelskonkurrenten auszuschalten. Als Großbritannien jedoch sah, daß Deutschland einer Katastrophe gegenüberstand und Europa mit hineinziehen würde, änderte es seine Haltung teilweise, um zu verhüten, was "einem sich selbst aus Gehässigkeit die Nase abschneiden nahe kam." Weil es schließlich erkennen mußte, daß eine Zerstörung Deutschlands gleichzeitig einen großen Verlust von Verkäufen englischer Waren an Deutschland bedeuten würde. Wie Premierminister Attlee zum U.S.-Kongreß sagte, "Wir können keinen Wohlstand zu Hause haben mit einer Hölle draußen."

Man spürte den deutschen Zusammenbruch überall. Schweden äußerte offiziell Besorgnis über die Tatsache, daß es nicht in der Lage sei, den üblichen Handel mit Deutschland durchzuführen, was schädliche Konsequenzen sowohl für sich selbst als auch für Deutschland nach sich ziehe. Auch Holland wurde hart getroffen, weil es Nahrungsmittel und Brennstoff exportieren mußte, während das Land selbst ohne auskommen mußte. Holländische Bauern tauschten üblicherweise Nahrungsmittel gegen deutsche Düngemittel, den es jetzt nur zu hohen Preisen von Herstellern mit hohen Preisen erhalten kann.  . . . 

Wie ein Beobachter es ausdrückt:

Die Ent-Industrialisierungsverordnungen wurden seitens minder befähigten Interessen der Vereinten Nationen ermutigt, das aus der für Deutschland ausgesprochenen Todesstrafe Nutzen zu ziehen hofft. Die Niederlande und andere Länder können das, was sie von Deutschland erhielten, nicht mehr bekommen.

In London sagt ein Telegramm von der Associated Press, "Ernährungsminister aus 17 europäischen Ländern wandten sich an das besiegte Deutschland als mögliche Quelle für Kohle und Düngemittel, die beide dringend benötigt werden, um eine Hungersnot zu vermeiden."

Der London Economist zeigte tiefe Besorgnis und sagt:

Die Wahrheit ist, daß der Wohlstand Westeuropas zum großen Teil von der Existenz einer in großer Fülle produzierenden industriellen Konzentration an der Ruhr abhing. Diese in großen Mengen produzierende Maschinerie ist nun fast vollständig stillgelegt und die ganzen westlichen Nachbarn Deutschlands haben die Konsequenzen zu tragen.

Mr. Byrnes sagte in Paris: "Die wirtschaftliche Wiederbelebung Deutschlands ist für das Wohlbefinden Europas unbedingt erforderlich."

Um es zu wiederholen, wir müssen uns klar darüber sein, daß wir nicht mit unseren ursprünglichen Praktiken Deutschland gegenüber fortfahren können, ohne zu riskieren, Deutschland zu verarmen und, als Konsequenz daraus, Europa und die ganze Welt.

 

Die Frage der Kriegsschuld

Mr. Morgenthau, dessen Ideen über das Thema sich mit den offiziellen Ansichten der Vereinten Nationen decken, basiert seinen ganzen Fall, Deutschland in ein Armenhaus zu verwandeln, auf der These, daß Deutschlands Kriegsbegierde der alleinige Grund für beide Weltkriege war. "Der Wunsch nach Krieg," schreibt er in seinem Buch, "war im Deutschen so fest programmiert, wie im Amerikaner der Wunsch nach Frieden." Der bloße Wille für Krieg, verbunden mit einer Verschwörung, die Welt zu erobern, sagt er, wurde seit fast zweihundert Jahren im deutschen Volk intensiv genährt und würde wahrscheinlich weitere zweihundert Jahre brauchen, um es auszurotten. Darum, argumentiert er, ist der einzige Weg, Deutschland daran zu hindern, bei nächster Gelegenheit wiederum den Frieden der Welt zu stören, diese Gelegenheit zu verhindern, und das kann am besten dadurch geschehen, es bis zu einem Punkt zu schwächen, an dem es, sogar wenn es wollte, keinen Krieg anfangen kann.

Die Rechtmäßigkeit dieses ganzen Programms, und darum von Potsdam, steht oder fällt mit dieser Voraussetzung. Wenn es irgendeinen Zweifel an seiner Stichhaltigkeit gibt, muß der gleiche Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieses Plans erhoben werden.

Ohne zu versuchen, das Thema erschöpfend zu behandeln, unterbreiten wir folgenden Beweis, der dazu angetan ist, Zweifel an der Genauigkeit der Voraussetzung zu wecken und damit an der Gerechtigkeit unserer Behandlung des deutschen Volkes.

Wir wollen uns wieder einmal Mr. Morgenthau bei anderer Gelegenheit zuwenden. Am 7. März 1945, sagte er zum House Committee on Banking and Currency:

„Machtpolitik .... ist zu einem Vorwurf in der Welt geworden.... Die Vereinten Nationen hoffen, es von der Erde verschwinden lassen zu können. Aber Machtwirtschaft könnte genauso gefährlich sein, weil, wenn sie auch nicht die Wurzel allen Übels in internationalen Angelegenheiten sein mag, ist sie doch zumindest ein häufiger Grund für Konflikte. Der Gesetzentwurf, der diesem Komitee vorliegt, ist unsere beste Hoffnung, daß dieser ebenfalls verschwindet ... "

Drei Monate später sagte Mr. Morgenthau zum Banken- und Währungskomitee des Senats:

„Frieden ist mehr als ein politisches Problem. Es ist eine komplizierte Struktur, die nur auf einer soliden Grundlage von wirtschaftlicher Ordnung und Wohlstand in allen Ländern aufgebaut werden kann. Frieden und Wohlstand sind zwei Seiten desselben Problems. Wir können das eine nicht vernachlässigen, ohne das andere zu gefährden. Wenn Frieden Bestand haben soll, muß es Arbeitsplätze und Hoffnung auf eine wirtschaftliche Verbesserung geben. Internationale finanzielle Probleme waren seit Generationen eine Quelle für Konflikte. Wir müssen dafür sorgen, daß sie nach diesem Krieg nicht wieder die Basis für neue Konflikte werden.“

Mr. Morgenthau selbst zufolge waren daher sowohl das Fehlen von Wohlstand und Hoffnung auf finanzielle Verbesserung als auch internationale geldliche Probleme, zumindest teilweise für den kürzlichen Krieg verantwortlich, nicht nur Deutschlands Begierde für Krieg, wie er in seinem Buch behauptete.

Zur Handelskammer von St. Louis sagte er:

„Nach dem letzten Krieg wurden inoffizielle Versuche unternommen, Währungen zu stabilisieren, jedoch ohne Erfolg .... Wettbewerbsbetonte Herabsetzung der Währungen führte zu anderen Formen von Wirtschaftskrieg ... Neue Währungstricks begrenzten und belasteten den Handel. Sie müssen sicherlich auch als Mitursachen angesehen werden, die zu der großen Depression beigetragen haben. Und sie waren die erste Phase zu dem tragischen Krieg, in den wir nun verwickelt sind.“

Mr. Vinson, Mr. Morgenthaus Nachfolger als Finanzminister, gab seiner Ansicht über die Ursachen des Krieges mit diesen Worten Ausdruck:

„Wir haben die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Probleme unter den Nationen, die uns zweimal innerhalb unserer Generation zum Krieg brachten. Die Lösung dieser Probleme ist für länger anhaltenden Wohlstand und für einen dauerhaften Frieden notwendig.“

Die Lösung solcher Probleme zur Verhinderung von Kriegen, ist weit entfernt von unseren ursprünglichen Praktiken, den Frieden durch die Umwandlung Deutschlands in ein Weideland für Ziegen zu erhalten.

Herbert E. Gaston, Stellvertretender Finanzminister, sagte in einer veröffentlichten Rede:

Es scheint so, daß sogar vor Beginn des gegenwärtigen Krieges durch Deutschlands Angriff auf Polen, wir keinen politischen Frieden haben konnten ohne wirtschaftlichen Frieden, und daß wirtschaftlicher Frieden und blühender Welthandel nicht möglich waren, es sei denn unter der Bedingung von währungspolitischem Frieden.

Daß die meisten Kriege durch wirtschaftliche Störungen und einem daraus resultierenden "kranken Wachstum" entstanden sind, um eine Formulierung des verstorbenen Lord Keynes zu benutzen, ist eine Binsenwahrheit, die niemand leugnen kann.  . . .

Die Briten selbst haben festgestellt, daß Friedensbedingungen oft schwerer zu ertragen waren, als Krieg. Wann immer das Gleichgewicht der Kräfte in Europa gestört ist, so daß der Kontinent beginnt, von einerseiner Mächte beherrscht zu werden, betrachtet Britannien das als eine Bedrohung seiner Existenz und beginnt einen Krieg, um sich zu schützen.  . . .

Es ist modern, das Gleichgewicht der Kräfte als eine veraltete Lehre abzutun. Es ist keine Lehre. Es ist, für Großbritannien und das Empire die stetige Voraussetzung zum Überleben. Jede Macht, die unbestrittener Herr des europäischen Festlands wird, kann Herr der Britischen Inseln werden. ...

England hat keinen dauernden Feind in Europa. Sein einziger Feind ist diese Macht oder die Vereinigung von Mächten, die sich bemühen, Europa zu beherrschen. Um diesem Feind zu begegnen, muß es immer bereit sein, immer stark sein und immer Verbündete haben. So wie der Feind verschieden ist, müssen die Verbündeten verschieden sein. Der Feind von gestern, kann der Verbündete von morgen sein, und der Verbündete von gestern, kann der Feind von morgen sein.

Die Macht des Britischen Empires, plus der Macht der kontinentalen Alliierten, wird, wenn das Empire stark ist, immer die Macht der jeweiligen Macht, die versucht zu beherrschen, ausgleichen. Und solange dieses Gleichgewicht beibehalten wird, wird Frieden sein, weil keine einzelne Macht sich gegen den Rest Europas plus dem British Empire durchsetzen kann, solange das Empire stark ist. Dieser einfache Mechanismus ist das Gleichgewicht der Kräfte. ...

Das geschah 1939. Der Mechanismus des Gleichgewichts wurde am 1. September desselben Jahres außer Kraft gesetzt, und dem Völkerbund wurde - was immer er an Realität besessen hatte - sofort an dem Tage entzogen, als Deutschland Polen angriff und, indem es dadurch den Mechanismus zerstörte, den Zweiten Weltkrieg auslöste. England kämpfte, um das Gleichgewicht zu erhalten - aus dem und keinem anderen Grunde.

Die gewöhnlich akzeptierte Ansicht, daß Deutschland Krieg begann, um die Welt zu beherrschen, ist unserer Ansicht nach falsch.

Es wollte eine Weltmacht sein, aber Weltmacht und Weltbeherrschung sind nicht dasselbe (England ist eine Weltmacht, beherrscht aber nicht die Welt). Hitler wäre froh gewesen, wenn er die Welt mit den Engländern hätte teilen können ... Wenn England neutral geblieben wäre, hätte er Erfolg gehabt. Aber England wäre ihm dann auf Gnade oder Ungnade ausgeliefert gewesen, oder der seines Nachfolgers - in jedem Fall der deutschen Nation ... Nichts hätte England vor der Zerstörung retten können - ausgenommen der gute Wille der Deutschen....

Aus diesem Grunde ging England 1939 in den Krieg. Um zukünftig ein ähnliches Schicksal zu vermeiden, muß das Gleichgewicht immer beibehalten werden. Die politische Anschauung derjenigen, die das Gleichgewicht halten, ist vollkommen unwichtig... das Wesen des Friedens muß sich nach den bestehenden Verhältnissen der europäischen Situation richten, nicht nach vorübergehenden Phänomenen wie Faschismus, Nationalsozialismus, Sozialismus oder Kommunismus. Die außerordentliche Stärke Deutschlands muß verringert werden und muß so gehalten werden. Ein despotisch regiertes Deutschland, das nicht zu stark ist, ist besser, als ein liberales Deutschland, das zu stark ist ... Es ist jedoch wichtig, daß die Schwächung Deutschlands eher relativ, als absolut sein muß.

Dies erklärt die den beiden Weltkriegen zugrunde liegenden Ursachen, die sich von denen von Mr. Morgenthau sehr unterscheiden. Es erklärt Britanniens Interessen an den Potsdamer Erklärungen, eingeschlossen die Ent-Industrialisierung und Ent-Nazifizierung sowie die Gründe hinter Britanniens gegenwärtigem Widerstand Rußland gegenüber, das wiederum, genau wie Deutschland, droht, das europäische Gleichgewicht zu stören. Sie bestreitet die These, daß das deutsche Volk und seine Querköpfigkeit allein für den Krieg verantwortlich seien und entsprechend bestraft werden müsse

Es stellt auch eine ganze Reihe ansonsten unerklärlicher Episoden klar, die mit dem Krieg und dessen Ausbruch in Verbindung stehen. Es zeigt, warum Britannien, angeblich weil es gegen einen Angriff war, in den Krieg ging, diese Taktik jedoch nur gegen Deutschland und nicht gegen Rußland richtete, als dieses zusammen mit Deutschland Polen angriff. Es erklärt die Gründe für das Geheimprotokoll, das der Garantieerklärung für Hilfe seitens England und Frankreich beigefügt war, womit die Garantie nur für einen deutschen und keinen anderen Angriff gegeben wurde und auch nur darauf beschränkte.  . . .

Der deutsche Angriff auf Polen wurde als ein großer internationaler Fehler angesehen. Als aber Rußland Polen ebenfalls angriff und Britannien nichts gegen diesen Angriff vorbrachte, der auch ein brutaler Dolchstoß in den Rücken war, sondern den Krieg weiterhin nur gegen Deutschland führte, wurde es vielen Beobachtern klar, daß etwas mehr mitspielte, als direkt zu sehen war. Es gab einen geheimen Anhang zu dem Vertrag, der seitdem veröffentlicht wurde und der festlegt, daß "Der Ausdruck eine europäische Macht, von der in der Übereinkunft die Rede ist, sich auf Deutschland bezieht."

Mit anderen Worten, Britannien nahm die Gelegenheit war, um gegen Deutschland in den Krieg zu ziehen, weil das Reich zu stark geworden war und das europäische Gleichgewicht störte. Das, vom britischen Standpunkt aus, fundamentale Problem mußte korrigiert werden, d.h. Deutschland mußte, als schützende Maßnahme, nach der Besiegung geschwächt werden. Es handelte sich hierbei nicht um Moral, sondern es ging nur um Machtpolitik und das Überleben Britanniens.

Lord Lothian, der zu der Zeit britischer Gesandter bei den Vereinigten Staaten war, sagte im März 1938, zur Zeit der österreichischen Krise:

Sollte ein anderer Krieg kommen und die Geschichte darüber jemals geschrieben werden, wird der objektive Historiker in hundert Jahren sagen, daß nicht Deutschland allein dafür verantwortlich war, sogar wenn es zuerst zuschlägt, sondern daß diejenigen, die die Welt zwischen 1918 und 1937 schlecht regierten, einen großen Teil Verantwortung dafür trugen.

In seiner Kolumne schrieb Karl von Wiegand am 23. April 1944:

Im April 1939, vier Monate bevor Hitler in Polen einmarschierte, bat mich Botschafter William C. Bullitt, den ich seit 20 Jahren kannte, in die amerikanische Botschaft in Paris zu kommen. Als wir beide vor dem Kamin in seinem Büro standen, die Fenster sahen auf den Place de la Concorde, erzählte mir der amerikanische Botschafter, daß man sich für Krieg entschieden habe. Er sagte nicht, und ich fragte nicht, von wem. Er ließ mich selbst darauf schließen. Als ich sagte, daß Deutschland am Ende in die Arme Sowjet-Rußlands und den Bolschewismus getrieben werde, erwiderte der Botschafter: "Was solls. Wenn der Krieg vorüber ist, werden nicht genügend Deutsche übriggeblieben sein, die es wert wären, bolschewisiert zu werden."

Einen Monat vorher, der Associated Press zufolge:

In einer seiner unverblümtesten Erklärungen erzählte Stalin der Welt, daß Sowjet-Rußland nicht in einen Konflikt hineingezogen werden wolle, mit Deutschland als "Katzenpfote", um britische und französische Kastanien aus dem Feuer zu holen.... Er sagte, der Nichteinmischungspolitik (gegen Faschismus) liege der Wunsch zugrunde, Italien, Japan und Deutschland so tief wie möglich in einen Krieg gegen die Sowjetunion zu verwickeln und dann, wenn sie alle durch den Konflikt geschwächt seien, "mit frischen Kräften auf der Bildfläche zu erscheinen" und den Frieden zu diktieren.

Einen Monat, nachdem der Konflikt begann, sagte die Prawda:

Frieden und Freundschaft zwischen den U.S.S.R. und Deutschland sind auch im Interesse aller europäischen Nationen. Zustände von Besorgnis, Feindschaft und gegenseitigem Mißtrauen in Osteuropa haben nur Vorteile für Kriegsschürer, die daran gewöhnt sind, daß andere für sie die Kastanien aus dem Feuer holen. Solche Zustände wurden viele Jahre lang durch eine Politik des Aufhetzens eines Landes gegen das andere aufrechterhalten.

Professor Harry Elmer Barnes sagt in einer Erwiderung auf die Behauptung von Kriegslust beim deutschen Volk:

England lag bezüglich relativer Kriegslust unter den Nationen weit in Front, während Deutschland und die Niederlande, vor Dänemark, am Ende der Liste aufgeführt waren.

Diese Schlußfolgerung wurde untermauert von Untersuchungen, wie die in der Studie von Professor Quincy Wrights A Study of War [Eine Kriegsstudie], in der gezeigt wird, daß es in der Zeitspanne von 1480 bis 1940 278 Kriege gab, in die europäische Länder verwickelt waren, deren prozentuale Beteiligung wie folgt war:

England 28; Frankreich 26; Spanien 23; Rußland 22; Österreich 19; Türkei 15; Polen 11; Schweden 9; Italien 9; die Niederlande 8; Deutschland [eingeschlossen Preußen] 8; und Dänemark 7." [Band I, S. 221]

Pitirim Sorokin zeigt in Band III, Teil II seiner Social and Cultural Dynamics [Soziale und Kulturelle Dynamik] ebenfalls, daß vom Zwölften Jahrhundert bis 1925 der Prozentsatz von Jahren, in denen führende europäische Mächte im Krieg waren, wie folgt ist:

Land - Prozentsatz an Kriegsjahren

Spanien 67
Rußland 46
Polen 58
Holland 44
England 56
Italien 36
Frankreich 50
Deutschland 28

Sorokin zieht daher den Schluß, "daß Deutschland den kleinsten Prozentsatz und Spanien den größten Prozentsatz an Kriegsjahren hatte." Von den führenden modernen europäischen Staaten zeigen England, Frankreich und Rußland daher fast zweimal soviel Kriegslust wie die "kriegsliebenden" Deutschen.  . . .

Aufhetzung zum Krieg ist eine schreckliche Sache. Oliver Lyttleton, britischer Produktionsminister, sagte am 20. Juni 1944 zur Handelskammer von Amerika in London, wie von der United Press berichtet:

Japan wurde zum Angriff auf die Vereinigten Staaten in Pearl Harbor provoziert. Es ist ein Hohn auf die Geschichte jemals zu sagen, daß Amerika in den Krieg gezwungen wurde.

Es steht nun fest, daß Deutschland, um einen Krieg mit den Vereinigten Staaten zu vermeiden, den Unterseebooten befahl, auf die durch Befehl von Washington durchgeführten Angriffe der U.S. Streitkräfte, auf keinen Fall zurückzuschlagen. In klarer Verletzung internationalen Rechts, wurde unseren Schiffen auf dem Atlantik zwei Monate vor Pearl Harbor befohlen, alle Schiffe der Achsenmächte, die ihnen begegnen, zu beschießen. Zu der Zeit hatte Admiral Stark eine Botschaft an Admiral Kimmel gesandt, daß "wir auf dem Atlantik im Krieg sind."

Zwei Monate nach Pearl Harbor sagte Premierminister Churchill im House of Commons:

Wenn ich die Macht der Vereinigten Staaten und ihre ungeheuren Resourcen so betrachte und errechne und fühle, daß sie jetzt mit uns drin sind, mit dem Britischen Commonwealth von Nationen, alle zusammen, wie lange es auch immer dauern mag, bis zum Tode oder zum Siege. Ich glaube nicht, daß es irgendeine Tatsache in der ganzen Welt gibt, die damit zu vergleichen ist. Davon habe ich geträumt, darauf abgezielt und dafür gearbeitet, und nun ist es eingetreten.

Unser land-lease Programm [Leih-Pacht-Abkommen] war als "Friedensmaßnahme" mit dem engsten Ergebnis im Kongreß durchgedrückt worden. Senator Glass hatte jedoch den wirklichen Zweck verraten, als er sagte, er bevorzuge, Großbritannien die ganze Kriegsausrüstung, die wir erübrigen könnten, zu leihen, "um Deutschland von der Landkarte verschwinden zu lassen.“

Er hatte den Mut zu sagen, was manche Figuren in Washington und anderswo dachten.

Hitler wurde als Verletzer internationaler Pakte und Abkommen verdammt, doch als wir lange vor Pearl Harbor Zerstörer nach Britannien schickten und später erlaubten, daß viele unserer Schiffe von britischen Offizieren kommandiert wurden, verletzten wir Teil 3, Artikel V des Aktes vom 15. Juni 1917, der vorsieht, daß es während eines Krieges, in dem die Vereinigten Staaten eine neutrale Nation sind, ungesetzlich ist, irgendein Schiff, das gebaut, bewaffnet oder als Kriegsschiff ausgerüstet ist, aus dem Zuständigkeitsbereich der Vereinigten Staaten zu schicken in der Absicht oder aus begründetem Anlaß, daß es von irgendeiner kriegführenden Nation benutzt wird. Wir verletzten ebenso die Haager Konvention, die einer neutralen Nation verbietet, einem kriegführenden Land irgendwelches Kriegsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Es ist nicht nötig, die Beweisführung weiterzuführen. Wir haben gezeigt, daß gute Gründe bestehen, zumindest in gewissem Grade, die Anklage anzuzweifeln, daß die deutschen Menschen wegen ihrer querköpfigen Natur und ihrer Absicht und Begierde Krieg zu führen, die Alleinschuldigen am letzten Konflikt waren. Es gibt daher genügend Raum für Zweifel an der Gerechtigkeit des Potsdamer Programms, Deutschland zu lähmen und seine Menschen zu ewiger Armut zu verdammen und ebenso starke moralische Gründe für die Ablehnung des Programms.

Über "Kollektivschuld" und Propaganda

Die Sieger in jedem Krieg denken, daß sie recht haben und der Besiegte unrecht. Der letzte Krieg war keine Ausnahme. Dadurch, daß wir die Besiegten in diesem Krieg weiterhin als eine Rasse von Verbrechern behandelten und sie entsprechend bestraften, wie wir das zunächst taten, setzten wir einen äußerst gefährlichen Präzedenzfall, einen, den unsere Kinder guten Grund haben zu bedauern. Weil, wenn wir jemals einen Krieg verlieren sollten, wir nur ähnliche Behandlung erwarten könnten.

Es ist eindeutig ungerecht, die Menschen eines Landes für das, was ihre Führer taten, zu beschuldigen und zu bestrafen, insbesondere, wenn die Menschen gezwungen waren, unter einer Diktatur zu leben, die bei schwerer Bestrafung erzwingt, sich den Erlassen und Befehlen der Führung zu fügen.

Die Wahrheit ist, daß die Menschen keiner Nation in der modernen Geschichte, uns selbst eingeschlossen, jemals eine wichtige Stimme bei großen Entscheidungen hatten, sei es in einen Krieg zu ziehen oder den Rahmen für ein Friedensvereinbarungen festzulegen. Dies ist eine der größten Tatsachen, der wir ins Gesicht sehen müssen. Amerika kann keinesfalls zu einer Verbesserung im Spiel der Machtpolitik beitragen, das die Nationen der Welt in einen schrecklichen Krieg nach dem anderen gestürzt hat, bis die Menschen sich durchsetzen und darauf bestehen, daß in Friedensvereinbarungen auch Gerechtigkeit eingebracht wird.

Bevor dies jedoch erreicht werden kann, müssen sie die Fesseln von falscher Propaganda abstreifen. Diese Propaganda kommt von zwei verschiedenen Ebenen, einer höheren und einer niedrigeren. Britanniens Pose als Verteidiger der Rechtschaffenheit, während es damit beschäftigt war, das System des Gleichgewichts der Kräfte zu manipulieren, steht für die höhere Ebene. Dieser Propagandatyp wird auf den Punkt genau von dem verstorbenen John Maynard Keynes in The Economic Consequences of The Peace [Die Wirtschaftlichen Konsequenzen des Friedens] beschrieben:

Machtpolitik ist unvermeidlich, und es gibt nicht viel Neues, was wir aus diesem Krieg lernen könnten. England hatte, wie in jedem vorhergehenden Jahrhundert, einen Handelsrivalen vernichtet...  Die Klugheit erforderte, den "Idealen" törichter Amerikaner und übertrieben kritischer Engländer einigen Lippendienst zu erweisen, es wäre jedoch dumm zu glauben, daß es viel Raum in der Welt gäbe, wie es auch tatsächlich der Fall ist, für solche Sachen wie den Völkerbund oder irgendeinen Sinn für die Prinzipien der Selbstbestimmung, es sei denn als einer naiven Formel zur Neugestaltung des Gleichgewichts der Kräfte im eigenen Interesse.

Dies war nach dem 1. Weltkrieg geschrieben, hat jedoch auch Gültigkeit für den Zweiten. Ein anderer Engländer, der große Disraeli sagte:

Alle großen Ereignisse wurden verzerrt, das meiste der wichtigen Gründe verschleiert, einige der Hauptcharakter treten nie zutage, und alle, die erscheinen, wurden so mißverstanden und falsch dargestellt, daß das Ergebnis ein vollständiges Rätsel ist. Sollte die Geschichte Englands von jemandem, der die Kenntnisse und den Mut dazu hat, je geschrieben werden, würde die Welt staunen.

Der britische Außenminister Ernest Bevinsprach die Wahrheit über die Propaganda auf der niedrigeren Ebene, als er bei der Konferenz der Außenminister in London am 10. Februar 1946 sagte:

Eine Zeitung muß drei Dinge tun. Eines ist zu belustigen, ein anderes zu unterhalten, und der Rest ist, irrezuführen.

Daß eine solche Propaganda in den meisten Fällen ungeheuren Anteil am Kriegschüren hatte, kann nicht bezweifelt werden. Sie täuscht und verwirrt die Öffentlichkeit, stachelt sie auf und stärkt ihre angeborene Voreingenommenheit, die durch zivilisierende Einflüsse im allgemeinen in erträglichen Grenzen gehalten wird. Menschen können nur solche Dinge richtig beurteilen, die sie aus eigener Erfahrung kennen oder bei denen sie die Möglichkeit hatten, sie durch Lernprozesse aus allen Blickwinkeln zu betrachten. Wenn die Medien, auf die die Menschen für Nachrichten aus dem Ausland angewiesen sind, die Tatsachen färben und entkräften oder diese sogar verdrehen, was sie manchmal tun, gibt es für die Öffentlichkeit keine Möglichkeit, die Wahrheit zu erfahren. Ihr allgemeines Urteil, die Genauigkeit, die die Grundlage für einen demokratischen Prozeß bildet, kann konsequenterweise nicht verlässlich sein; im Gegenteil, wenn die Beurteilung irregeführt ist und die Leidenschaften für den Zweck genügend entfacht sind, werden sie unweigerlich verrückte Abenteuer, ungerechte Eingriffe und andere tragische falsche Schritte in internationalen Angelegenheiten unterstützen.

Und das ist, was Prime Minister Neville Chamberlain einen Monat vor Ausbruch des Krieges feststellte:

Unglücklicherweise werden täglich durch vergiftete Propaganda in der Presse und auf andere Weise böse Gefühle zwischen Nationen erzeugt. Ich habe das Gefühl, daß, wenn wir nur diesen Krieg mit Worten stoppen könnten und der Versuch gemacht würde, den Menschen das Vertrauen in die friedlichen Absichten aller Staatsmänner Europas zurückzugeben - wenn das nur möglich wäre, fühle ich immer noch, daß es keine Frage gibt, die nicht durch friedliche Diskussionen geregelt werden könnte und sollte. Der Gewinn wäre ungeheuer. Wenn, andererseits, ein Krieg kommen sollte, und welche Seite auch immer den endgültigen Sieg davontragen würde, ist nichts sicherer, als daß Sieger und Besiegte gleichermaßen, eine schreckliche Ernte an menschlichem Elend und Leid erleben würden.

Sowohl Amerikaner als auch Briten wurden vor Ausbruch des Krieges mit irreführender, aufrührerischer Propaganda überhäuft. Nur einige ruhige, informierte Beobachter waren scheinbar in der Lage, sie zu durchschauen. Sechs Monate bevor wir in den Krieg gestürzt wurden, schrieb ein leitender Angestellter von Roosevelt & Son von Pine Street an Hugh W. Long & Co. in einem Brief:

Ich kann nicht anders, als meine Mißachtung für diejenigen zum Ausdruck zu bringen, die zur Zeit politisch mit dem Angstmotiv spielen und ein Bild der Vereinigten Staaten malen, die von Hitler überrannt werden. Es hat niemals ein Land gegeben, das strategisch so gut zur Verteidigung ausgerüstet war, als dieses, und wenn, zusätzlich, dieses Land mehr Öl hat als jedes andere in der Welt und dem mehr Ergebnisse praktischer Erfindungen zur Verfügung stehen (eingeschlossen die Originalerfindung von und die meisten der bedeutenden Verbesserungen an Flugzeugen) und eine erwiesene und anerkannte Fähigkeit zur Massenproduktion hat, ist mir klar, daß es eine spezielle Begabung für mechanisierte Kriegführung hat und daß all das Gerede über das, was Hitlers bewaffnete Streitkräfte mit uns machen könnten, nur dummes Zeug ist.

Nein, wenn der Totalitarismus zu den Vereinigten Staaten kommt, wird er nur kommen, weil das amerikanische Volk von unaufrichtigen, oberflächlichen, geschickten Politikern beschworen werden kann und es versäumt, die Führung von Männern mit Charakter, Mut und Redlichkeit zu verlangen.

Vielleicht war das giftigste aller Propagandathemen, das in diesem Land ganzseitig in Zeitungen und anderswo verbreitet wurde, die angebliche Äußerung Hitlers, daß er eines Tages herüberkommen und das "dekadente Yankeetum" fertigmachen würde. Die Passage war aufgemacht, daß sie aussah wie ein direktes Zitat und war über dem Namen Adolf Hitler angebracht. Es wurde jede Anstrengung unternommen, den Eindruck zu vermitteln, als käme es aus Mein Kampf, obwohl es etwas war, von dem Hermann Rauschnigg sagte, daß Hitler es gesagt habe - die durch nichts gestützte Aussage eines Mannes, eines Flüchtlings.

Eine solche Aussage steht in starkem Gegensatz zu dem, was Hitler wirklich in Mein Kampf schrieb, wo er Deutschlands Verwundbarkeit durch seine ungeschützten Grenzen und die Ausdehnung seines kleinen nationalen Gebietes beschreibt und die Vereinigten Staaten wegen "ihres ungeheuren Raumes, der der Größe eines ganzen Kontinents entspreche" bewundert sowie ihrer "unvergleichlichen inneren Stärke."  "Der gewaltige nordamerikanische Staat", sagt er, "mit seinen ungeheuren Resourcen an Öl, ist viel unverwundbarer als das umzingelte Deutsche Reich." Und er sagt weiter:

„Demgegenüber werden militärische Entscheidungen schneller, leichter, vollständiger und wirkungsvoller erreicht bei Staaten, die weite Gebiete haben. Darüberhinaus ist die Weite nationalen Gebietes selbst eine gewisse Sicherheit dafür, daß eine andere Macht nicht hastig das Abenteuer einer Invasion riskiert, weil in dem Falle der Kampf um die Macht lange und erschöpfend sein würde, bevor Hoffnung auf einen Sieg besteht. Da das Risiko so groß ist, müßten außergewöhnliche Gründe für solch ein aggressiven Abenteuer vorliegen. Daher gibt die territoriale Größe eines Staates eine Basis, auf der nationale Freiheit und Unabhängigkeit mit relativer Leichtigkeit erhalten werden können...“[Mein Kampf, London, 1939, S.125].

Doch wie fest die Propaganda den Eindruck in der Öffentlichkeit verankert hatte, daß Mein Kampf ein Programm für die Eroberung der Welt enthielt, zeigt sich in folgendem Auszug, der aus einer Niederschrift der Frageperiode stammt, die der Rede von Botschafter John Cudahy vor dem Council of Foreign Relations [Rat für Öffentliche Angelegenheiten] von Chikago folgte, die er anderthalb Monate vor Pearl Harbor hielt.

Der Vorsitzende Bentley: Ich habe hier eine niedergeschriebene Frage: "Wie vereinbaren Sie Hitlers angekündigten Plan die Welt zu erobern, mit der ihnen gegenüber gemachten Äußerung?"

Mr. Cudahy: Ich weiß nichts von einem Welteroberungsplan. (Rufe von "Wie ist es mit Mein Kampf?" vom Publikum).

„Ich habe Mein Kampf sehr gründlich gelesen und habe keinen Welteroberungsplan darin gefunden. (Rufe von Oh-h-h–h aus dem Publikum). Ich schlief gewöhnlich darüber ein; nachdem ich jedoch in Deutschland gewesen war, habe ich ihn gründlich durchgelesen. Hitler hat eine Reihe von Äußerungen gemacht, die darauf hindeuten, daß er von einem Weltreich träumte, aber ich denke, Hitler kann ein wenig der Kampf-Redekunst beschuldigt werden. ... Ich weiß, daß dieser Krieg durch den letzten Krieg entstanden ist.“

Es hat niemals wirkliche Beweise dafür gegeben, daß eine Welteroberung in Erwägung gezogen worden wäre. General Marshall, Chef des Generalstabes, sagte in seinem zweijährlichen Bericht, der im Oktober 1945 veröffentlicht wurde, daß es nach einer Beurteilung der Verhöre von Rangmitgliedern des deutschen Oberkommandos durch den Generalstab des Kriegsministeriums, keinen allgemeinen deutschen strategischen Plan zur Eroberung der Welt gegeben habe.[Walter Trohan, Washington, 9.Okt.1945, Chicago Tribune Press Service]

 

Schlußfolgerung

Das Programm der Alliierten, die Deutschen umzuerziehen, ist der Fall einer irregeleiteten Gruppe, die versucht, eine andere zu desillusionieren. Unsere Überzeugung, daß die Deutschen mit vergifteter Propaganda angefüllt waren, ist ganz richtig, und unser Wunsch, die Auswirkungen dieser Propaganda zu beseitigen, ist gut. Wir können jedoch unseren Zweck nicht erreichen, wenn so viele unser eigenen Ideen falsch sind, und besonders, wenn die Deutschen aus eigener Erfahrung wissen, daß sie falsch sind. Um erfolgreich zu sein, muß ein Lehrer die Achtung derjenigen haben, die er zu unterrichten versucht. Er muß sich diese Achtung durch die bewiesene Überlegenheit seiner Kenntnisse und seines Verständnisses erwerben. Ein Teil dessen, was wir versuchen die Deutschen zu lehren, ist wahr und könnte einen günstigen Erfolg auf die deutsche Einstellung haben, wenn wir die Deutschen nur dazu bringen könnten, mit Achtung und Sympathie zuzuhören. Aber die Deutschen wissen, daß zuviel von dem, was wir ihnen beibringen wollen, falsch ist, und durch dieses Wissen verlieren sie die Achtung vor uns und haben für alles, was wir sagen, taube Ohren.

Unser Umerziehungsprogramm sollte zu Hause anfangen. Wenn wir nur die Auswirkung der Propaganda auf unsere eigene Illusion überwinden könnten und die Ignoranz, die aus dem Fehlen einer gründlichen Kenntnis europäischer Angelegenheiten herrührt, wenn wir uns nur mit den Tatsachen vertraut machen und ihnen dann mutig gegenübertreten würden, könnten wir die Deutschen nicht nur umerziehen, sondern könnten viele irrige und tragisch-gefährliche Punkte aus unserem deutschen Programm entfernen. Wenn wir unsere eigenen Ideen und das Programm, das aus diesen Ideen entstand, nicht revidieren, laufen wir Gefahr, Deutschland, Europa und alles, wofür wir in diesem kostspieligen Krieg gekämpft haben, zu verlieren. Es ist zu hoffen, daß dieses Buch dabei hilft, den Weg zur Wahrheit zu weisen, und dadurch zu unserem zukünftigen Erfolg.

Die Erfahrung in Europa hat uns bereits einige bitteren Lehren erteilt und uns gezwungen, das harte und brutale Programm, das wir uns vorgenommen hatten, unserem besiegten Feind aufzuzwingen, in gewissem Grade zu verbessern. Aber wir haben noch viel mehr zu lernen und müssen noch viele Änderungen in unserer Taktik vornehmen, bevor wir auf einen Erfolg unseres deutschen Abenteuers hoffen können. In Gedanken an diese Tatsachen, bieten wir folgende Vorschläge an.

 

Ein kurzer Plan für Deutschland

Es sollten schnellstens Notfallversorgungen mit Nahrungsmitteln nach Deutschland geschickt werden. Die Grundernährung sollte sofort auf 2.200 Kalorien pro Person und Tag angehoben werden, und auf 2.500 Kalorien während des Winters. Dem Zentralen Roten Kreuz muß erlaubt werden, zu arbeiten. Alle Einschränkungen für private Hilfe müssen gestrichen werden. Mit Förderung der Regierung sollten große Werbeaktionen durchgeführt werden, wenn möglich für Kleidung, Brennstoff, Medikamente und andere Notwendigkeiten, die jetzt fehlen.

Alle deutschen Kriegsgefangenen müssen freigelassen und nach Deutschland zurückgeschickt sowie mit dem notwendigen Werkzeug versehen werden, um sie in die Lage zu versetzen, in Deutschland zu arbeiten und das Deutsche Volk mit Nahrungsmitteln und anderem zu versorgen, wodurch eine schwere Last von unseren Schultern genommen würde. Die Gefangenen sollten volle Gewerkschafts-Löhne für Arbeit erhalten, die sie seit dem V-E Day geleistet haben, um es ihnen zu ermöglichen, sich wieder einzuleben und für ihre abhängigen Überlebenden zu sorgen.

Der ganze Grund und Boden sollte zurückgegeben und das Reich innerhalb der Grenzen von 1937 wiederhergestellt werden. In allen Gebieten, die im Jahre 1937 von Deutschen besiedelt waren, Danzig und Österreich eingeschlossen, sollten Volksbefragungen durchgeführt werden, um in Übereinstimmung mit der Atlantic Charter festzulegen, unter welcher Fahne diese Menschen leben wollen.

Um den gegenwärtigen unerträglichen Bevölkerungsdruck zu erleichtern, sollten alle Länder mit niedriger Bevölkerungsdichte, wie die Vereinigten Staaten, Kanada, Lateinamerika, Australien und Afrika, die Begrenzungen niedriger setzen und dem Überschuß der deutscher Bevölkerung erlauben, auszuwandern.

Es sollte alle Hilfe angeboten werden, die deutschen Städte wieder aufzubauen, die nötigen öffentlichen Dienste wieder einzurichten und ordentliche Wohnungen zu schaffen.

Alle Beschränkungen der industriellen Produktion sollten aufgehoben und höchstmögliche Leistung, im Einklang mit der These, daß "Wohlstand, wie Frieden, unteilbar ist," ermutigt werden.

Der deutsche Außenhandel sollte ermutigt werden, um die Deutschen in die Lage zu versetzen, sich so bald wie möglich selbst zu versorgen. Die Mark sollte im Verhältnis zu anderen Währungen bewertet werden, um privaten deutschen Außenhandel möglich zu machen. Die Produktion und Unterhaltung von kommerziellen Luftschiffen und Ozeanschiffen sollte erlaubt werden.

Durch Stabilisierung der Währung, sollten die Finanzen rehabilitiert und einer Inflation vorgebeugt werden. Durch Anforderung von ausstehenden Zahlungen in Mark, sollte die vorhandene Währung zusammengezogen und diese in neue Mark umgetauscht werden auf einer Basis von etwa fünf alten gegen eine neue, und alle Schulden und Außenstände sollten in neue Mark zu der Rate, die anstelle der alten festgesetzt wird, zahlbar sein. Experten sollten die genaue Rate festsetzen, die für diese Umwandlung erforderlich ist, die das Ziel hat, das Preisniveau wieder auf das von 1937 zu bringen. Danach sollten Änderungen in der Gesamtmenge des Geldes den Änderungen der nationalen Produktionskapazität angepaßt werden.

Die Steuern sollten herabgesetzt werden, um Initiativen und das Gewinnmotiv wieder zu beleben.

Die Einschränkungen wissenschaftlicher Forschung sollten aufgehoben werden, mit weitergehenden Verboten auf den Gebieten von Atomspaltung, Giftgas und Kriegswaffen.

Den Deutschen sollte erlaubt werden, eine geeinte, zentrale Regierung nach eigener Wahl einsetzen, in Vereinbarung mit der Atlantik Charter, nur mit Kontrolle von außerhalb, wie nachstehend angegeben. Die Deutschen sollten ermutigt werden, selbst ein Grundgesetz festzulegen, wobei Parteien, die eine Diktatur oder Revolution befürworten, von diesem Prozeß ausgenommen werden sollen.

Alsdann sollten alle Besatzungstruppen zurückgezogen, die Militärregierungen aufgelöst und alle Zonen aufgehoben werden. Die Entwaffnung sollte jedoch weiterhin beibehalten und die Herstellung von Munition und allen Kriegswaffen verboten werden. Um Kontrollen durch die Vereinten Nationen durchzuführen, sollte ein Beobachtungs- und Überraschungs-System durch patrouillierende Streifen eingerichtet werden, die die Erlaubnis haben, jeden und alle Berichte und Tätigkeiten zu prüfen und durch die militärische Macht der Vereinigten Staaten und anderer Staaten der Vereinten Nationen unterstützt werden. Diejenigen, die dagegen verstoßen, sollen vor deutschen Gerichten durch alliierte Ankläger angeklagt werden, mit Urteilen, die Einspruchsrecht und Wiederaufnahmeverfahren, wenn nötig, vor alliierten Tribunalen erlauben.

Es sollte auf Abschaffung der Diskriminierung zugunsten von Displaced Persons und anderen bestehen und alle Personen in Deutschland vor dem Gesetz gleichstellen.

Das Umerziehungsprogramm sollte so bald wie möglich fallengelassen werden. Die allgemeinen Anti-Nazi Verordnungen sollten durch spezifische Gesetze ersetzt werden, die die Propagierung und Befürwortung klar definierter Ideen oder Tätigkeiten verbieten, wobei diese Verbote für alle gleich gelten sollen, eingeschlossen Kommunisten, so daß, falls ein bestimmtes Prinzip, daß vorher von den Nazis vertreten und weil sozial gefährlich als ungesetzlich erklärt wurde, zufällig auch von den Kommunisten vertreten wird, die Unterdrückung desselben auch Kommunisten und alle anderen gleichermaßen betrifft, und nicht nur gegenwärtige frühere Nazis. Alle anderen Erlasse, die zur politischen Diskriminierung eingeführt wurden, sollten abgeschafft werden, um früheren Nazis die Möglichkeit zu geben, sich wieder als produktive, gesetzestreue Bürger mit vollen Rechten zu fühlen. Die ganze Zensur sollte abgeschafft und Verkehr zwischen den Deutschen und der Außenwelt ermöglicht werden. Den Deutschen sollte erlaubt werden, frei in andere Länder zu reisen und Bürgern anderer Länder, wenn sie wollen, Deutschland zu besuchen

Nur durch ein solches Beispiel von Weisheit und Menschlichkeit, können wir den Deutschen die Vorzüge unserer Art zu leben vorführen. Durch die Einführung eines solchen Programms und seine Annahme - und wenn wir bei unseren Alliierten darauf dringen, es zu akzeptieren -, könnten wir sofort die Unterstützung und die Sympathie aller Deutschen gewinnen. Rußlands Pläne mit Deutschland würden zunichte gemacht, Krieg zwischen Ost und West würde unnötig, und der Welt würde ein anderer tragischer Holocaust erspart.  -  Ralph F. Keeling, Chicago, 1947

Das ungekürzte Dokument ist als PDF bei mir erhältlich. Horst Koch, Herborn, 2008

 

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