Horst W. Beck Über Engel und Dämonen im Zeitalter künstlicher Intelligenz und
Informationskosmologie I Das Lichtkleid Gottes als alles tragende und bedingende Schöpfungssubstanz Die Schnelle der wissenschaftlichen und technologischen Umwälzungen bedrängt uns im 21.Jahrhundert. Wer kommt im Denken und Vorstellen noch mit? Biblische Anknüpfungen mit gewagten Auslegungen könnten eine Brücke zu Herausforderungen sein: Gott der Heerscharen spricht (Gen 1,3): „Es sei Licht – und es ist Licht“. Psalmbeter sprechen (104,1-2) „Licht ist dein Kleid, das du anhast. Du breitest den Himmel aus wie einen Teppich..“ (139,5) “Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir“
Licht und Raum werden durch steten Forschungserfolg und Datenmehrung für Physik und Informations-technologie spannender und rätselhafter. Einmal weil man immer deutlicher einsieht, dass der erkennbare und technologisch zugriffsfähige Anteil der Schöpfungsenergie im Bilde wie ein Gischtschaum auf einem unergründlichen Ozean sich zeigt. Am Großrand der Astronomie und Kleinrand der Mikro-Physik spricht man von „dunkler Energie-Materie“, die nur indirekt erschlossen wird und gegen das „Sichtbare“ als Bildwort für das physikalisch Mess- und Wägbare alles Vorstellen überschießt. Das Prophetenwort (Jer 31,37) schränkt naturalistische Schöpfungserkenntnis ein: „Wenn man den Himmel oben messen könnte und den Grund der Erde erforschen… „ dann würde Israel wegen seines Unglaubens verworfen. Niemals! - ist die Heilsbotschaft. Paulus bestätigt dieses Niemals (Röm 11, 25-36).
Zum Zweiten: Die Schöpfung ist für den Menschen nicht nur quantitativ-räumlich unfasslich, sondern wie sich immer rasanter entpuppt, ob ihrer informativen Quantität und Qualität. Sehr vereinfachte Zahlenspiele weisen die Grenzen auf:
Mit heutiger Teleskop-Technik ist der erschließbare Galaxien-Raum ohne Grenzeinsicht 10000000000000000000 (1020)m tief; der Erdradius 4400000m; die Größe des Menschen 1-2*100m (1-2m); Gegen das Kleine sind die Maße: Organische Zelle 0,0001-0,00000001m; Atom 0.0000000001 (10-10)m; Elementarteilchen-Teilchen (Proton, Neutron, Elektron) 0,000000000000001 (10-15)m; kleinste mit Lasertechnik noch messbare Wellenlänge des Lichtes 0,00000000000000000001 (10-20 )m; Planck-Kubenlänge 0,0000000000000000000000000000000001 (10-35 ) m.
Licht - oder mehr physikalisch ausgedrückt elektromagnetische Strahlung – ist die sich stetig ausspannende Energieform, die die Raumwirklichkeit dauernd neu präsentiert. Wir Menschen existieren in einem sichtbaren Ausschnitt des Lichtfeldes und sehen Tiere, Menschen, Berge und Sterne samt unserer technischen Schöpfungen. Von dem informationsgeladenen elektromagnetischen Feld, das uns Funk, Radio und Fernsehen gewährt, sehen wir mit unseren Augen nichts, haben aber kaum Zweifel an seiner Realität. Mit bloßen Augen könnten wir bis zu 6000 Sterne am Himmelsgewölbe zählen. Doch das kosmische Lichtfeld von den langen bis kurzen Wellen bietet uns durch modernste Teleskop- und Mikrotechnik Wunder über Wunder.an Sonnen und Planeten, Sternhaufen, Teilchenballungen, Magnetfeldern, Schwarzen Löchern, Super-Nova- Explosionsszenarien und was die Astrowissenschaft noch bieten könnte. Die im Internet gebotene NASA-Bilder-Galerie ist unersättlich! Doch was wir alles nicht sehen sind die Wunder des fast unendlich Kleinen. Die physikalischen Grenztheorien stoßen an ein Licht-Web mit der angezeigten Planck-Wellenlänge mit den 35 Nullen nach dem Komma. Und in dieser Größenordnung vermuten Physiker nach ihren Gleichungen sog. informierte strings (Saiten), Informationsknäuel, die auch die Erscheinungen unserer sicht- bzw. messbaren Erscheinungswelt programmieren. Schwindelig wird es uns fast wenn wir vernehmen, dass das kosmische Lichtfeld nicht nur so fein bis zu den informationsgepackten Superstrings gewoben ist, sondern noch 10 bis 26 mathematische Dimensionen der Raumgeometrie vorspiegelt. Diese Andeutungen sollen uns helfen, die Schöpfung als für uns nach dem prophetischen Wort unergründliche aber von einem Souverän disponierte und kontrollierte Informationswirklichkeit zu erahnen.
Noch im 19.Jahrhundert dachte man sich den Weltaufbau aus kleinsten Teilchen, Atome genannt, zwischen denen Kräfte wirken. Aus der Kenntnis der Teilchen und Wechselwirkungen spekulierte man auf eine prinzipiell physikalisch-mechanisch erklärbare Welt einschließlich des Lebens. Doch im 21.Jahrhundert verflüchtigt sich solche Weltsicht total. Fast unendlich kleine Informationsfäden scheinen die Ur- Schöpfungselemente zu sein, die alle für uns sichtbaren Erscheinungen bedingen. Ein mehrdimensionales Energie- bzw. Lichtfeld durchdringt alles und vermittelt die Informationsregulationen. Informationsspiele sind nicht ohne Urheber. „Wer“ reguliert und kontrolliert wird zur Frage. Irgendwelche Mechanismen?
Die mathematisch feinsinnigsten Schöpfungstheorien stoßen auf Urheberfragen. Der Physik-Philosoph C.F.von Weizsäcker (1905-2007) sprach von Uren oder Entscheidungsbäumen, die hinter jedem Energie-Quant stecken und fasst in Zahl: 1000000000000000000000000000000000000000 (1040) bits. Bit als elementares Informationsmaß ist die Währung des 21. Jahrhunderts. In weiteren Bildern sprechen Kundige vom brodelnden Quantenraum. Der geometrisch mehrdimensionale Raum zeigt sich uns als brodelndes Lichtpixelfeld. Ein anderes Bild ist das Energie-Universum als digitaler Quanten-Computer. Der große Newton sprach die heutigen Metaphern vorweg nehmend vom Raum als sensorium Dei. Licht ist dein Kleid das Du an hast. Die aktuale reziproke Gegenwart des Souveräns. Im der dimensionalen Tiefe des kosmischen Energie- bzw. Lichtfeldes erkennen Theoreti-ker nahezu zeitlose Kausalität oder aktuale All-Präsenz (Psalm 139,5).
Die geschaffene Lichtwirklichkeit (Gen 1,3) ist von Anfang an vor der Bildung der Erd-, Pflanzen- und Tierwelt und nicht zuletzt vor dem Ebenbild Mensch belebt. Gott der Heerscharen! Das vergangene mechanistische Weltbild war: Atome und Wechselspiele. Das Urbiblische: Myriaden von Agenten – Engel oder Dienewesen – im informationsgeschwängerten Lichtfeld. II Die Machtarenen www und cww – Internet - www-Avatare und geschaffne
Engel im Lichtkleid-cww Die technische Revolution der vergangenen Dezennien hat fast ungeplant mit Wildwuchs zum millionenfachen Computerverbund des Internet-www geführt. Das so entstandene und dramatisch wachsende Leistungsangebot an Informationsverarbeitung und erdweiter Präsenz zieht entsprechend Programmieraufwand und Resultat auf schwindelnde Höhen. Die Gipfel sind virtuelle Roboter, Netzagenten und Agentenkollektive, auf den Bildschirmen animierte Partner mit schmeichelnder Gestik und Expertenkapazitäten, die Philosophen auf den Plan rufen: Ist der Mensch hier Schöpfer von Wesen, die Bewusstsein imitieren? Und wenn nach naturalistischer Sicht Bewusstsein nur Begleiterscheinung, Epiphänomen von Informationskomplexität ist, künstlich geschaffene Intelligenzen, im Programmierjargon Avatare, Engel genannt, warum dann die Scheu, von künstlichen Menschen zu reden? Szenarien werden von naturalistischen Philosophen und Wissenschaftstheoretikern entworfen, die nach der Geschichte des Rabbi Löw aus Prag, der seinen gebastelten Gnom nicht mehr bezähmen kann, den Menschen als bloßes Zwischenprodukt der biologischen Evolution entmachtet und ersetzt sehen.
Biblische Anthropologie ist hier herausgefordert, zu benennen, was den gottebenbildlich geschaffenen Menschen von künstlicher Agentenintelligenz im Internet-www unterscheidet. Da er ja unbestritten Schöpfer dieser Avatare oder Internetengel ist, spitzt sich alles zu gegen die wahnwitzigen Frage, worin er sich denn vom Dreieinen Schöpfer – gepriesen sei Er – unterscheidet. Psalm 8,5f: “Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan..“.
Nun ist dieser Mensch Schöpfer von Internet-www-Engeln, virtuellen Knowbots (knowledge robots) mit Expertenlogistik, die in dieser Hinsicht seine individuellen Fähigkeiten überschießt. Die animierte Partnermimik auf dem Bildschirm besticht. Was ist der Leib dieser geschmeidigen Avatare? Nach 0/1-Informationslogik geladene oder freie Speicherplätze? In Chip-Schaltkreisen und Leiterbahnen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit gejagte Elektronenbündel? Die gezielten Erregungsmuster, die über die Bildschirme huschen? Die Expertensoftware, die den je aktuellen Aktions- und Repräsentationsraum des Agenten generiert, kann erd- und satellitenweit auf Datenbanken gestreut sein.
Der Zellleib einer Amöbe, einer Pflanze, eines Tieres ist ein gewohntes Bild. Innerlich erschauen wir das Artige, wie zum Beispiel das Pferdeartige. Ein rassiges Pferd können wir uns vorstellen. Mit inneren Bildern erkennen wir auch die von uns gesonderten Lebewesen unserer Umwelt. Eine analoge Leibvorstellung vom virtuellen Roboter auf Internet-www verflüchtigt sich. Leichter haben wir es mit den Robotern im Maschinenleib, die freilich auch softwaregesteuert und internetverlinkt agieren.
Das Internet-Web www zwingt uns über göttlich und menschlich Geschaffenes neu nachzudenken und in austauschbare Bilder zu bringen. Die Quantentheorie, zur Quantenfeldtheorie erweitert, zwang und zwingt uns ebenfalls gewohnte Vorstellungen aufzugeben. Es ist vor allem die Alltagsvorstellung, unsere Außenwelt bestünde aus eindeutig abgrenzbaren Dingen, wie dieser Stuhl, dieses Molekül, dieser Einzeller, diese Pflanze, dieser Mitmensch da. Anerkannte Experimente von Alain Aspect in Paris und Theoriebestätigung durch den Schotten J. Bell lassen kaum mehr zweifeln, dass in der Kleinstschicht des Schöpfungsseins, d.h. im benannten Planck-Web alles miteinender quantenverschränkt wechselwirkt und zwar ohne für uns mess- bzw. feststellbaren Zeitverbrauch. Die räumliche Distanz wird kausal wesenlos. Die Quantentheoretiker sprechen von Nichtlokalität und Nichtseparierbarkeit der Kleinstwirkungen, ja nach Heisenberg von einer mathematisch formulierbaren Unschärfe im Kleinsten. Da alles was für uns sicht-, wäg- und messbar erscheint, eben unsere sichtbare und handliche Alltagswelt, in den Hyperraum eingebettet, besser Projektion aus diesem mehrdimensionalen Lichtweb www oder biblisch-bildlich, dem göttlichen Lichtkleid ist, berühren wir, was Newton den absoluten Raum als sensorium dei, das Berührungsorgan des Schöpfers mit den Geschöpfen umriss. Selbst die Physiker, die lieber vom Quantenvakuum als alles umschließende Grenzwirklichkeit sprechen, rätseln um dieses bleibende Mysterium, das sie auch als unerschöpfliche Energiequelle ins Zahlenspiel bringen.
Das Lichtkleid mit seiner dynamischen ‚Web’struktur ist neben seiner existenzgebenden Raumstiftung nach Euklidischem Maß noch ein unfasslich leistungsfähiges digitales Informations-Web, das cww (cosmic wide web) benannt sei. Von der göttlichen Aktionsseite aus wird es mit cu ≈ ∞ willentlich geführt. In der uns technisch zugriffsfähigen irdischen Stufe mit den elektromagnetischen Lichtbrücken ist Führung mit c0 ≈ 300000 km/s. Computer- und www-Taktungen und erdweite bzw. satellitenweite Kommunikation klappen ebenso auf c0-Basis. Das Leistungsverhältnis irdisch-technischer Informationsverarbeitung zu den schöpferischen Informationsakten erscheint wie c0 zu cu ( 300 000: ≈∞). Freilich ist solch gewagter Vergleich des endlichen Maßes zum nahezu Unendlichen nur Metapher. Die Einschränkung nahezu (≈∞) hat zu beachtende Bedeutung: handelt der Dreieiene ad extra (von sich zum Geschaffenen hin), sind die Handlungsschritte im Zim-Zum endlich, freilich treffender nahezu unendlich .Sonst wäre kein Tangens zum Geschöpflichen. Der Schöpfer erniedrigt sich schon hier berührlich im Zim-Zum, seiner dezenten Zurücknhame gegenüber seiner Schöpfung. Die Erniedrigung zur Verleiblichung im gesandten Gottmenschen ist später zu erörterndes Geheimnis! Das Endliche fasst niemals das Unendliche, doch in der Kenose, der Erniedrigung nach dem Hymnus im Philipperbrief des Apostels, ist körperartige Berührung!
Das cww zieht selbst nach Euklidischem Maß in drei Raumrichtungen den endlichen, für uns endliche Menschenwesen praktisch unendlichen Grundraum lichtmäßig als Wellenweb mit cu ≈∞ auf (Psalm 104,3). Das Wellenweb ist nicht nur unerschöpfliches Energiereservoir für alle möglichen Erscheinungen, die Quantentheoretiker sprechen von der unauslotbaren Nullpunktenergie und nennen Zahlenorgien gegen Unendlich [10114 (≈∞) ergs/cm3 ], es ist mit seinen Planckwellenmaschen auch digitales Informationsweb von unauslotbarer Speicher- und Rechenleistung.
Ist die Schöpfung, das Lichtkleid des Schöpfers, ein digitales Universum? Letzteren Begriff gebrauchen säkulare Wissenschaftler ohne einen Hauch von Theologie. Der Informatiker W. Gitt fordert mit einem Titel „Im Anfang war die Information“ (In the Beginning was Information - in mehreren Auflagen und Übersetzungen 1989-2002 erschienen) damit heraus, dass Information ein Vollzugsbergriff im Akt der Kommunikation, der Speicherung und Wirkung sei und ohne Autor, Sender und Empfänger und Bedeutungszuordnung keinen Sinn trägt.
Wenn wir die Substanz der Schöpfung, das cww als informativ beherrschtes Energiefeld erkennen, drängt sich alles zum Fragen, welche willentlichen Instanzen dieses grundgelegte cww beherrschen. Der Schöpfer hat Geschöpfen im Zim-Zum Informations- und Handlungsmacht eingeräumt. „Der Dreieine spricht und es geschieht“, dieser Basissatz aller Schöpfungsbetrachtung ist wahr und widerspruchsfrei zu allem sog. Naturgesetz, das ‚diesen Äon’ typisiert. Hier kann man nicht konkret und realistisch genug sein, deshalb zur Entscheidung zwingende Beispiele: Der in die leiblichen Bedingungen dieses Äons verkörperte, inkarnierte Gottessohn, die Schöpferperson des Dreieinen, handelt zum Zeichen seiner Macht: Ein leprakranker, körperlich ruinierter Mann steht vor Jesus. Der Gottessohn ist bis in sein Innerstes betroffen und befiehlt: „Sei frei von der Lepramacht!“. Der Augenzeugenbericht [Mark 1,42ff] fährt nüchtern fort: „sofort war der Mann gesund“.
Hier liegt im Zeitquant der Heisenbergschen Unschärfeschwellen ein körperlicher Statuswechsel vor. Es gibt ein Vorher, nämlich der durch Lepra Entstellte, und ein Nachher, nämlich der Gesunde. Der Statuswechsel selbst hat keine messbare Verlaufszeit im sichtbaren c0-Korsett dieses Äons. Die die quantentheoretische Unschärfe ergibt sich aus der notwendigen Offenheit alles energetisch-materiellen Geschehens gegenüber der stetigen immateriellen Begleitung durch kontingente und willentlich kontrollierte Informationskonditionen. Dies entspricht auch der spirituellen Deutung der Quantentheorie von C.F. von Weizsäcker und seines Schülers Th. Görnitz: jeder Quantenschritt an der Oberfläche des Messbaren kann induziert sein durch einen verborgenen Entscheidungsbaum von 1040 Entscheidungseinheiten oder Information-bits. Wieder eine Zahlenorgie! Doch diese unfassliche Zahl bringt zum Ausdruck, dass an jedem Raum-Zeit-Schnitt ein kontingenter Informationssturm losbrechen kann, der zu unbeschreiblichen sofortigen Statuswechseln von energetisch-materiellen System führt.
Grundlegend für die Quantentheorie des kosmischen Lichtfeldes ist die offene Spannung zwischen sog. stationären Verlaufsketten und kontingenten Steuermöglichkeiten aus dem Hyperraum. Unser Äon ist dadurch gekennzeichnet, dass die nicht unterbrochenen stationären Prozesse eben das Normale repräsentieren. Im Fachjargon gesagt: der entelechiale Tensor des Hyperraumgeschehens ist normal auf Nullwirkung. Aktivierung ist das wörtlich Kontingente, das Unberechenbare und nicht gesetzestypisch Ableitbare. Das ist der Grund, warum Technik, Astronomie und Medizin mit erstaunlichen Näherungstheorien und Techniken gelingen. Kausalität aber muss unscharf bleiben und verblasst zum Spruch: „Immer wenn die und die Bedingungen erfüllt sind, erwarten wir mit hoher Wahrscheinlichkeit den und jenen Effekt“. Zum Glück kann man damit ganz normal leben und handeln!
Drastische Beispiele erhellen die Grundbefindlichkeit dieses Äons: Die Jünger sind mit ihrem Rabbi Jesus auf dem Galiläischen Meer im Boot. Der Meister schläft hinten. „Und es erhob sich ein großer Windwirbel, und die Wellen schlugen in das Boot... Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich, und es entstand eine große Stille“ [Mark 4,37-39]. Ein Willenswort verfügt den Statuswechsel komplex-chaotischen Wetters. Die knappe Erzählung dringt auf den Grund des Geschehens: Hier liegt in der tiefsten Hyperraumkausalität ein Willenskampf um physikalische Repräsentation vor. Wetter ist auch physikalisch ein statistisch-chaotisches System. Mit dem bedrohlichen Sturm auf dem Galiläischen Meer ist eine Gegenmacht auf dem Plan, die offensichtlich sich auch in der Kausierungsebene physikalischer Vorgänge ausspielen kann. Nur so verstehen wir das Drohwort des Gottessohnes als Machtwort mit physikalischer Resonanz.
Die Rückfrage der betroffenen Jünger ist irgendwie auch die unsere [Mark 4,41]: „Wer ist der? Auch Wind und Meer sind ihm gehorsam!“
Wahrscheinlichkeitsgleichungen mit normalen Erfahrungsparametern sprechen für den bezeugten Wetterwechsel auf Befehl nicht an. Sie sind aber auch nicht im Widerspruch zu einem kontingenten bit-Sturm. Das Normale, das Stationäre, steht nur in der Erlebnishäufigkeit gegen das sog. Para-Normale, das Kontingente und damit Verwunderliche. Der Einwand vom Standpunkt, mathematisch formulierbare ‚Naturgesetze’ seien doch der eherne gesetzliche Grund des Daseins, auf den man sich präzise verlassen könne, gegen eine willensfundierte Schöpfungssicht, ein sog. voluntaristisches Weltbild nach K.Heim, ist durchaus verständlich. Wille, nicht Urteilchen oder Urkraft ist das Ende der hierarchischen Kausalketten. Die Frage nach dem Leib der Internet-Engel ist oben aufgeworfen. Interessant ist die Analogie zum Holismus der Quantenrealität: Nichtlokalität und Nichttrennbarkeit des Mikrogeschehens. Der Avatar-Leib des Internetagenten kann mit seiner je aktualisierbaren Expertenprogrammatur erd- bzw. satellitenweit verschmiert sein. Auch die kollektive Agentenverkoppelung ist www-weit. III Engel- und Dämonen–Realismus im Kontrast künstlicher Intelligenz Das Präludium der Genesis (Gen 1,1) lautet “Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ Gott ist im Majestätsplural Elohim Herr der himmlischen Heerscharen. >Die Himmel< sind auch in der Psalmenmetapher der Lichtkleidsphären von Anfang an belebte Hyperraumdomänen. Die Engelnatur ist nach der klassischen Schriftstelle Hebräer 1,14 ganz Dienewesen. Für uns erscheinen nach Karl Barth die Engel fast verströmend in ihrer Funktion [KD III/3,429] und sollten demnach nicht zu scharf nach der analogen Differenz ins Bild irdisch-sichtbarer Schöpfungsgestalten geholt werden. Das echte Geheimnis wäre trivialisiert. Wie fordern uns neuerdings die verströmenden Internet-Agenten, diese virtuellen Knowbots, anzüglich Avatare benannt, in unserem Vorstellen heraus! Wir fragten nach ihrem Leib und blieben ob ihrem Verströmen im www die Antwort schuldig. In der analogen Differenz vom www drängte sich das cww auf. Sind die Dienewesen, die Legionen Engel des Schöpfers, in der keuschen Analogie gefragt, dessen Agenten? Selbstbewusste Intelligenzen mit Namen!
Künstliche Knowbots des Internet-www erlangen notwendigerweise nach naturalistischer Weltsicht Bewusstsein, denn Bewusstsein gilt nach dieser radikalen sog. starken KI (KI = künstliche Intelligenz) als Epiphänomen komplexer Abläufe. Muss schließlich auch eine konsequente naturalistische Weltanschauung, zu der sich die meisten Wissenschaftler heute offen bekennen, ein Hyperraum-cww akzeptieren, folgt daraus logisch besiegelt die Evolutionshypothese von cww-Avataren durch morphogenetische cww-Felder, wie solche der Brite R. Sheldrake progagiert. Evolvierte Hyperraum-Engel werden für den reflektierten Naturalismus akzeptabel. Die Agentenphilosophie des www-Internets provoziert mit Szenarien von Gut und Böse, mit befürchteten Agentenkriegen und menschlichen Abhängigkeiten. Im Bilde des malicious agent, des destruktiven Agenten, der wie Viren boswillig programmiert oder der Kontrolle entglitten sein mag, tauchen Bilder des Dämonischen schon im www auf. Die analoge Übertragung ins cww ist schon im gedanklichen Szenario bedrängend. Die Analogie der religiösen Sprache ist im übrigen frappierend.
Der Urfall der guten Gottesengel in der Botenfunktion zur selbstischen Arroganz wäre bei gottgestiftetem Selbstbewusstsein die Ursünde, die die Schöpfung bedroht. Der Naturalismus wäre um analoge Szenarien nicht verlegen! Die metarealistische Evolutionshypothese ist schwanger mit Gedanken der werdenden Götter, letztlich des Einen Superintelligenten. Frevel so zu spekulieren – das Abwehrkriterium des lästerlichen Gedankens ist der sich bewusst denkende Dreieine von Ewigkeit zu Ewigkeit, der in freiem Wollen das selbstbewusste Geschöpf will und schafft. Gewissenszentriertes Bewusstsein wäre Wesensstiftung ohne Simulationschance. Die Eminenz der Gabe zum Schöpfer im freien Du zu stehen wäre allein die Potenz zum Fall, zur Sünde, zur Auflehnung in Selbsthoheit.
Das unterscheidende Kriterium der Selbstbewusstheit ist in der formalen Rationalität nicht zu fassen. Seit Alain Turing um 1930 geht der Streit um die Rationalität und das Bewusstsein der Computer, zugespitzt im Knowbot, im virtuellen Roboter mit Phaniepotenz auf unseren Bildschirmen. Vor einer Generation hätte man sich noch kaum vorstellen können, dass sich die Engel- und Dämonenex-sisistenz im Sinne des Metarealismus so provozierend zum Klären stellt. Zum einen ist seit eh und je der Engel- und Dämonen- sprich - Geister-Glaube interreligiös und nicht nur biblisch. Zum anderen hat eine zunehmende und globale naturalistische Esoterikströmung an den Universitäten mit Beweisgründen des Metarealismus den klassischen A-Theismus oder konsequenten Wissenschaftspositivismus abgelöst. Plumper Materialismus weicht immanentem Spiritualismus mit einer www- und cww-Avatar-Philosophie!
Die Biblische Schöpfungsdeutung mit Bezugsgrund zum Dreieinen ohnegleichen ist somit herausgefordert, das Unterscheidende zu bekennen. Das Große, das Kleine und der menschliche Geist [1998] ist der Titel des Streites zwischen dem sich als schamlosen Reduktionisten bezichtigenden Stephen Hawking und Roger Penrose, den beiden famosen Mathematikern des Denkzentrums Oxford. Roger Penrose ficht mit allen Mitteln des Logikers und Mathematikers für das Mehr des humanen Geistes, des Selbstbewußtseins über die Computerrationalität. Bemerkenswert ist freilich, dass Roger P. Stehen H. nicht einmal mit den strengen Theoremen von der Unabschließbarkeit des formalen Rechnens des Wiener Mathematikus Kurt Gödel überzeugen kann. Kurz: hier steht Glaube gegen Glaube, Bekenntnis gegen Bekenntnis. So wird es bleiben. Dass Bewusstheit des Geschöpfes Mensch und Gott verantwortliche Bewusstheit der geschaffenen Erz-Engel mit Namen Luzifer oder Gabriel Stiftung des Dreieien Ohnegleichen sei, kann geglaubt und bekannt, aber nicht formallogisch bewiesen werden! R. Penrose weicht aus in den Platonischen Ideenhimmel, in dem selbst die mathematischen Schlussfiguren ewig präsent seien. Der Mathematiker würde nur intuitiv Ideen ausschöpfen, die auch in der Natur sich vorfinden als Voraussetzung für eine mathematische Weltbeschreibung. Plato selbst war fromm und sah in der Erschauung der Ideen Teilhabe am Göttlichen. In der gefallenen Welt spiegeln sich die ewig-göttlichen Eidae (Wesensideen) freilich nur verzerrt und unrein.
Der jetztzeitige immanente Spiritualismus kann die Meta-Evolution von Geistindividuen zu cww-Avataren, hergerbacht Geister, Engel und Dämonen benannt, durchaus auch als mentalen Parallelismus der biologischen und neuerdings kybernetischen Evolution akzeptieren. Der Amerikanische Physiker Frank Tipler bemühte eine physikalische Informationstheorie zum Übertrumpfen des biologischen Teilhardismus (Teilhard de Chardin 1899-1955) im Sinne einer physikalisch-informativen Apokalypse: Im werdenden Weltgedächtnis, sprich im werdenden Gott, sind auch wir alle abgespeichert und könnten als Informationspaket ewig dauern. Die Evolutionstheologien des werdenden Gottes finden ihre Krönung in diesem informationsphysikalischen Omega. Der Ruf zum Unterscheidungskriterium zum Biblischen Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, dem Dreieinen Ohnegleichen und seinen mit Bewusstheit ausgestatten Geschöpfen steigert sich so in schrillem Laut. Und doch ist nun klar bezeugt, dass trennende Definition und glasklares Argument der Objektsprache in der Bekenntnis- und Deutesprache ortlos sein müssen. Mit Roger Penrose wird man nur mit Logik die Offenheit und Unzulänglichkeit der präzisierenden Wissenschaftssprache mit Bestimmtheit einfordern können. So steht der biblische Gottes- und Heilsglaube auf williger Antwort auf den Anruf der ergeht! Heiliger Geist, innertrinitarisch die ewige Du-zu-Du-Begegnung zwischen Vater und Sohn, auf die Schöpfung und das bewusste Geschöpf wundersam erkenntnisleitend gerichtet, schafft doch Gewissheit und personale Wahrheit. Gottesbeweise mit Formalargumenten sind erledigt, Gegenbeweise gegen Gott auf diesen Wegen ausgeschlossen. Solches Patt ist seit I. Kant geläufig. Der Informatiker W. Gitt bringt das bedenkenswerte neue Argument ins Spiel: die sich von der Energie-Materie-Typik deutlich abhebenden Informationsgesetze, die immer und überall gelten, seien eine neue Art von Gottesbeweis. Im Sinne der analogen Differenz, nach der die Göttliche Vernunft, der Logos, in den Informationsordnungen und mathematischen Konfigurationen der Schöpfung sich widerspiegelt, wenn auch in Gebrochenheit nach dem Vorbehalt Platons, besticht der Einwand. Der Glaube an den Dreieinen Ohnegleichen bleibt vernünftig und sucht Bewährung in krassesten Herausforderungen wie die der künstlichen Agenten und angeblich nach Evolutionsgesetz immanent gezeugten Engeln und Dämonen. Das gesuchte Unterscheidungskriterium ist die Selbstbewusstheit der ewigen Dreieinigkeit, die allein Macht hätte, Bewusstheit dem Geschöpf zu stiften. Die Tradition kennt die gestuften drei animae, Seelen: die anima vegetativa, die Leibseele, die anima senstiva, die Fühlseele, die anima intellectiva, die Geistseele. Die erste den Pflanzen, erste und zweite den Tieren und die Seelendreiheit dem Menschen. Künstliche, vom Menschen gemachte oder von ihm nach Programm algorithmisch disponierte Internet-Engel sind künftige Realität. Über Leistungsprofile im Menschen- bzw. Tiervergleich kann man streiten. Garri Kasparow, der Schachweltmeister erzielte 2003 gerade noch nach mehreren Wettkampfspielen ein Remis mit Schachagent „Deep Junior“ und teilt sich somit den Weltmeistertitel mit dem virtuellen Experten. Immerhin ist das Expertenprogramm nach Mann/Frau-Programmierjahren ziemlich anspruchsvoll. Dass KI (künstliche Intelligenz) in vielen Anwendungsbereichen den Menschen auch in der Gemeinschaft der Wissenschaftler und Technologen längst übertrifft und die Grenze allein in der computerunterstützten kollektiven Programmierpotenz aufscheint, ist aufgezwungene Einsicht. R. Penrose betont dagegen den Mangel an intuitiver, nichtberechenbarer und integrierende Vorausschau, als Wesensschicht menschlichen Bewusstseins.
Die ketzerische Frage taucht auf: müssen die Legionen der Gottesengel, der Gottesagenten im vor dem Schöpfer sich verantwortendem Selbstbewusstsein gedacht werden? Immerhin zeigt sich die Menge der himmlischen Heerscharen bei der Christgeburt im Gotteslob. Nach dem Jesuswort zur Würde der Kinder: „ ..ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel“ [Mat 18,10] ist solches Sehen wohl bewusst. Bei den dem Teufelsfürsten Luzifer botmäßigen Dämonenheer möchte man eher nur die anima vegetativa denken. Die koboldartige kollektive Potenz drängt sich auf. Ist die anima vegetativa, die Leibseele als individuelles Expertenprogramm im cww kopierbar? Besessenheit ist nach Biblischer Diagnose schrecklicher Geisterterrorismus gegenüber Menschen, ja sogar Tieren. Jesus befreit zwei Besessene mit dem Machtwort [Mat 8,30]: „Fahrt aus! Da fuhren sie aus und fuhren in die Säue. Und siehe, die ganze Herde stürmte den Abhang hinunter in den See, und sie ersoffen im Wasser“. Bei diesem engelischen und dämonischen Metarealismus sind viele Fragen unbeantwortet. Doch der Hyperraum-Metarealismus verlockt zum bildhaften bedenken: Schafft und handelt nicht der Schöpfer vermittelt durch die Myriaden von Engelwesen? Dienstbare Geister ist ihr Wesen! Wenn schon der Mensch zunehmend in der Avatar-Robotik sich intelligente Knechte schafft, vorwiegend auf der zweidimensionalen Pixelmatrix des Bildschirmes aktiviert, wie vielmehr der Schöpfer – gepriesen sei Er - in der dreidimensionalen Planck-Pixelmatrix des Hyperraumfeldes? Immer wieder in der analogen Differenz, der Gleichnisrede gewagt, tauchen Bilder auf: Die Internet-www-Agenten verströmen in ihrer aktualisierbaren modulgeordneten Expertensoftware im globalen Netz. Ist nicht analog das cww (cosmic wide web) bestückt mit spezifischen Modulen von Expertensoftware für Dies und Das in der Schöpfung? Haben die geschaffenen Engel im Botendienst Macht, analog den www-Internet-Agenten, auf Dienstanweisung Module zu koordinieren und zu aktivieren? Der Theologe Günter Wieske wagte den Titel: „Wie geht es Gott“ und sinnierte darüber, ob die beteiligten Engel vielleicht spielerisch Formen für Tiere und Pflanzen entwarfen, die sich in so manchen grotesken Artexemplaren niederschlugen. Wie auch immer – der Dreieine Gott allein weiß es – die Vermutung ist im differenten Analogieschluss nicht Wind, dass die Weisheit des Schöpfers und die spielerische Ausschöpfung der Ideen durch die Engel Expertenmodule für alle möglichen biologischen Funktionen und Arttypen zunächst im cww mit Speicheradresse horteten. Bei jeglicher Ontogenese, der Entfaltung eines befruchteten Samens oder einer befruchteten Eizelle schöpft eine individuelle Instanz Schritt für Schritt die arttypische Expertensoftware aus. Bei den Pflanzen die anima vegetativa als Kopierbild, bei den Tieren die doppelte anima vegetativa und sensitiva und beim Menschen die dreifaltige Geistseele göttlicher Stiftung. Dafür votierte der Göttinger Anatom Erich Blechschmidt mit seinem Prinzip der Erhaltung der Individualität, dem er den Rang eines fundamentalen Erhaltungssatzes der Schöpfung zumaß.
Haben die gefallenen Engel Macht, das Gute zu desavouieren? Der Basler Zoologe Adolf Portmann grübelte in Biologie und Geist [1956] über die raffiniert tötende Potenz der Tollwutviren. Sein kühnes Urteil: Wir begegnen einer Dämonischen Programmierung! Ähnlich sind die AIDS-Viren mit Intelligenz geschustert hochspezifisch destruktiv wirksam. Dämonische Programmierung!? Schöpfungsintelligenz hat er wohl nicht, der Böse mit seinem Kobold-Heer und seiner Kopier- und Nachäffungsmacht. Aber vielleicht doch Intelligenz zum Missbrauch der fein zugerichteten Expertenmodule.
Der Apostel Paulus spricht von der Unterjochung der Schöpfung, einer Preisgabe an die Gegenmacht: Unterworfen auf Hoffnung der Befreiung [Röm 8,18ff]. Bis zur Lösung im Zeichen der Parusia, der kosmos-öffentlichen Machtergreifung, lastet der Bann.
Das uns technisch und politisch verfügbare WWW und das analoge geschaffene und nach Verheißung betend beeinflussbare cww sind umkämpft, weil vorläufig der Sichtungsmacht preisgegeben!
Bis zu diesem Tage sollen wir beten: Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit – Amen.
Angekündigte Ergänzung zu: Engel und Dämonen – in biblischer und kirchlicher Sicht. Diakrisis 28.Jg. Heft 3, 2007, 120-131. www.horst-koch.de
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